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MRT o. ä. trotz Chirurgenstahl?

Verfasst: Di, 05.10.2010 - 15:45
von Kribb
Hallo Ihr Lieben,

Ich bin mit 14 (im Jahr 1998) im BWS-Bereich versteift worden - Wirbel 6-12. Ich würde von diesem Bereich gerne einen MRT machen lassen, allerdings hieß es bisher, dass die Bilder nichts werden, da ich Chirurgenstahl eingesetzt bekommen habe. Ein Versuch zeigte, dass es tatsächlich nicht möglich ist.

Welche Möglichkeiten gibt es, um aus diesem Bereich die Details erkenntlich zu machen? Mein Arzt vermutet in diesem Bereich eine Spinalkanalverengung, der wir gerne auf den Grund gehen würden....

Ich danke Euch für Feedback im voraus!

Re: MRT o. ä. trotz Chirurgenstahl?

Verfasst: Di, 05.10.2010 - 16:07
von Silas
Ich finde es ziemlich beunruhigend, dass ein Radiologe trotz der Information, dass Du Chirurgenstahl in Dir trägst, ein MRT zu machen versucht.

Er hätte von Anfang an wissen müssen, dass das zu nicht verwertbaren Bildern führen würde.
Wenn man ein rotierendes Magnetfeld um leitendes Metall erzeugt, werden dabei sog. Wirbelströme induziert, was zu starker Erhitzung des Implantats führen kann.

Das Mittel der Wahl wäre (und auch das sollte dem Radiologen bekannt sein) ein CT ggf. mit einem Kontrastmittel.

Re: MRT o. ä. trotz Chirurgenstahl?

Verfasst: Di, 05.10.2010 - 16:37
von minimine
Hallo Kribb,

wenn genau der Bereich untersucht werden soll, wo auch die Implantate sind, dann ist klar, dass ein MRT keine verwertbaren Bilder ausspuckt. Da kommst du wohl an ein CT nicht vorbei.

@Silas:
Ich finde es ziemlich beunruhigend, dass ein Radiologe trotz der Information, dass Du Chirurgenstahl in Dir trägst, ein MRT zu machen versucht.
Ich hatte Anfang des Jahres ein MRT und erinner mich, dass ich gefragt wurde, ob ich ältere Metallimplantate hätte. Hab jetzt extra nochmal auf die Homepage der MRT-Praxis geguckt und da steht, dass Metallimplantate nicht älter als 15 Jahre sein dürfen.

LG
Minimine

Re: MRT o. ä. trotz Chirurgenstahl?

Verfasst: Di, 05.10.2010 - 16:56
von Silas
minimine hat geschrieben: Ich hatte Anfang des Jahres ein MRT und erinner mich, dass ich gefragt wurde, ob ich ältere Metallimplantate hätte. Hab jetzt extra nochmal auf die Homepage der MRT-Praxis geguckt und da steht, dass Metallimplantate nicht älter als 15 Jahre sein dürfen.
Mit dem Alter der Implantate hat das überhaupt nichts zu tun, sondern mit deren Magnetisierbarkeit - eine solche Aussage ist unwissenschaftlich und falsch.
Dem MRT ist es völlig egal, ob da ein Granatsplitter aus dem 1. Weltkrieg oder ein Stück sog. "Chirurgenstahl", das ist ein Chrom-Nickel-Molybdän-Stähl, umgangssprachlich auch als V4A oder fachsprachlich 1.4408 bezeichnet, aus dem Jahr 2010 im Weg ist.

Entscheidend ist, dass magnetisierbare Metalle (Legierungen) ab einer bestimmten Größe das Bild versauen und der Patient unfreiwillig zu spüren bekommen könnte, wie sich ein Bügeleisen fühlen muss, bei Granatsplittern oder "lose" im Körper befindlichen Metallen besteht zusätzlich die Gefahr, dass die dann auch noch auf Wanderschaft gehen.

Normalerweise wird man zunächst auf einem Aufklärungsbogen nach Implantaten, Metallsplittern, Piercings, Hörgeräten, etc. (allem Metallischen) gefragt und muss das auch unterschreiben.