Erfahrungen mit Boston Brace?

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schnuffi
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Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von schnuffi »

Hallo,
bin seit einigen Wochen stiller Leser, seit einigen Tagen habe ich auch manchmal schon meinen "Senf" dazu geschrieben.
Bei meiner Tochter(14) wurde Skoliose im Oktober 2010 festgestellt, Werte damals:
Scheitel LWK II, Rotationsgrad II nach Nash an Moe, Skoliosewinkel 8°, Beckentiefstand.
Es wurde normale KG verordnet und Einlagen mit Fersenerhöhung links.
Im Juli 2011 wurde erneut geröngt und eine deutliche Zunahme des Skoliosewinkels festgestellt:
Cobbwinkel 28°, Scheitelwinkel LWK 2, Rotation Grad 2 nach Nash, Schultertiefstand links 0,5cm, SN/SR je 30.
Es wurde ein Korsett verordnet und KG nach Vojta. Allerdings nur 6x und das nächste Rezept vom Orthopäden bekomme wir im nächsten Quartal. Zum Glück bekomme ich über meinen Hausarzt weitere KG verschrieben und laut Krankengymnast ist auch ein Fortschritt erkennbar.
Der Gipsabdruck fürs Korsett erfolgte am 26.07.2011. Die KK hat nun die Kostenübernahme bestätigt. Am Mittwoch dürfen wir zur Anprobe kommen.
Wir haben keine Ahnung, ob das Orthopädie-Haus "gut" ist, ob dieses Korsett das Richtige ist. Im Forum lese ich immer von anderen Modellen?
Vom Befund ist mir auch nicht alles verständlich. Vielleicht kann mir das jemand ins "deutsche" übersetzen?
Haben eine Bewilligung nach Bad Salzungen bekommen. Am 21.12.2011 gehts los. Wir waren froh 14 Tage Ferienzeit mit nutzen zu können und nun lese ich bei anderen, dass da aber viele Therapien ausfallen.

Vielleicht kann uns auch jemand aus seinen Erfahrungen in Bad Salzungen berichten.

DANKE schon mal fürs lesen und antworten!!!

Schönen Abend!
Der Wissende weiss und erkundigt sich, aber der Unwissende
weiss nicht einmal, wonach er sich erkundigen soll.
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Radiator
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von Radiator »

Hoppla, da hat sich in sehr kurzer Zeit eine deutliche Verschlechterung (Progredienz) der Skoliose eingestellt, was in dem Alter leider typisch ist.
Bsp.: http://www.rahmouni.de/skoliose/progredienz.htm

Hier gilt es besonders aufzupassen und Behandlungstechnisch zeitnah und nachhaltig am Ball zu bleiben, sonst kann das möglicherweise rasch noch schlechter werden. Ein halbwegs sinnvoller Anfang ist ja mal gemacht (KG + Korsett). Wenn Ihr hier schon viel gelesen habt, habt ihr vermutlich gemerkt, dass es eine ausgeprägte Guru-Tendenz (positiv gemeint) in Sachen Korsett zu Rahmouni + CCTec gibt. Da Ihr bei eienm anderen OT mit Korsett angefangen habt, bleibt zunächst nur die Überprüfung seines Könnens. D.h. wenn das Korsett was taugen soll, muss der aktuelle Winkel von 28 Grad mindestens um die Hälfte auf 14 Grad, besser weniger, verbessert werden (wird im Röntgenbild mit Korsett kontrolliert). Ist das nicht der Fall, zügig den OT wechseln, dann ggf. zu den Bekannten und Bewährten :ja: Es lohnt sich unbedingt hier auch mal weite Wege in Kauf zu nehmen.
KG sollte natürlich regelmäßig und richtig laufen (also unter guter Anleitung selbst lernen und tgl. machen) Stichwort: "Schroth".
BaSa ist natürlich schon ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung, die passen auch ordentlich auf :top:

Ich hoffe sehr, ihr bekommt diese Skoliose rasch "eingefangen"
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von Lady S »

schnuffi hat geschrieben: Haben eine Bewilligung nach Bad Salzungen bekommen. Am 21.12.2011 gehts los. Wir waren froh 14 Tage Ferienzeit mit nutzen zu können und nun lese ich bei anderen, dass da aber viele Therapien ausfallen.

Vielleicht kann uns auch jemand aus seinen Erfahrungen in Bad Salzungen berichten.!
Die Feiertage liegen dieses Jahr Reha-günstig hauptsächlich auf den Wochenenden; nur der 2. Weihnachtsfeiertag ist ein Montag.
Da würde ich mir mal keine Sorgen machen!

Erfahrungsberichte zu Salzungen findest Du zuhauf im entsprechenden Unterforum.
Grüsse, Lady S
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Thomas
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von Thomas »

Hallo Schnuffi,

Du schreibst im Titel: 'Erfahrungen mit Boston Brace'

Bist Du sicher, dass Ihr ein Boston-Korsett und kein Chêneau-Korsett bekommen werdet?

Boston-Korsetts sind eigentlich nur in den USA üblich, bei uns in Europa werden seit etlichen Jahren bei Skoliose nur noch Chêneau-Korrsetts verschrieben, die in der Regel wesentlich wirksamer sind als Boston-Korsetts.

Wenn Euch Euer Orthopädietechniker wirklich ein Boston-Korsett anfertigen will, würde ich unbedingt schnellstens auf ein Kontrollröntgen im Korsett bestehen, und bei ungenügender Korrektur mich sofort nach einem anderen Orthopädietechniker umsehen, wobei das sicher einigen Trouble mit der KK auslösen wird.

Gruß Thomas
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Toni
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von Toni »

Wenn das tatsächlich ein "echtes" Boston-brace werden sollte, warum wurde Deine Tochter dann gegipst?
Das ist bei einem Boston nicht erforderlich, das sind industriell vorgefertigte und lagernde Rohlinge, die nur aus einer Größentabelle herausgesucht und individuell auf den Patienten zugeschnitten werden müssen.
http://www.bostonbrace.com/Content/Bost ... liosis.asp

"schwachsinnigerweise" werden Boston immer noch hinten geschlossen. Das bedeutet, daß man sich zum schließen des Korsettes nicht wie bei einem Cheneau, CCTEC, Rahmouni usw... auf dem Rücken auf die Pelotten ( wie beim Schrothen auf die Reissäckchen) legen kann und dann den Korrektur-Druck mit den vorderen Schnallen oder Klettgurten selbstständig und präzise dosieren kann.
Boston ( außer B.O.B.) müssen im Stehen mit den Armen auf dem Rückenverkrampft oder mit Fremdhilfe angezogen werden.
Auch ein Boston kann durch einkleben von entsprechend dimensionierten Pelotten so "getunt" werden, daß es annähernd solche Korrekturwerte bringt wie ein gutes, modernes Cheneau. Leider ist es dann auch unbequemer als ein solches, da es nie so perfekt am Körper sitzen kann, wie ein gegipstes oder ein optisch vermessenes und CAD-gefertigtes Korsett. Boston-Module haben immer nur Standardmaß, die dem Ideal eines gesunden Körpers entsprechen sollen.
Die Firma Boston-Brace fertigt auch individuelle Korsettes nach Gipsabdruck. Das wäre aber dann in meinen Augen ein "Armutszeugnis" für Euren Orthopädietechniker, wenn er das nötig hat und in Anspruch nehmen muss.
Seid Ihr wirklich sicher, daß es sich tatsächlich um ein Boston-Modul handelt? Das ist in Deutschland sehr unüblich.
Könnte es sich nicht auch um ein CBW ( Cheneau-Boston-Wiesbaden-Korsett) handeln? Wenn ja, dann fragt bitte Euren Orthopäden warum er konkret genau diesen Korsett-Typ verschrieben hat und welche Vorteile das CBW gegenüber einem modernen Cheneau bringen sollte.

Den einzigen Vorteil den ich in dieser Korsettkonstruktion sehe, ist die potentielle Möglichkeit eventuell ein Milwaukee-Gestänge dran zu schrauben, falls die Krümmungen sehr hoch (z.B. obere BWS bis HWS liegen sollten.
Ist das bei Euch der Fall?

Das ist ein Beispiel für ein Boston-Modul, das in ein Milwaukee für hochsitzende BWS-Krümmungsmuster aufgepeppt wurde.
http://www.youtube.com/watch?v=ymt5Upxy ... er&list=UL
In Schwellenländern wie z.B. Brasilien durchaus die übliche Behandlungsmethode.
Diese junge Amerikanerin asiatischer Abstammung demonstriert ihr Boston-Korsett mit Reklinations-Schultergurten (offensichtlich gegen eine Kyphoskoliose- das stelle ich mir im Verhältnis zu festen gepolsterten Reklis saumäßig ungemütlich vor zum ertragen!)
http://www.youtube.com/watch?v=H7-CrqDM ... 38AFF655B2

Bitte erkundigt Euch nochmals genau, was für ein Korsett Deine Tochter tatsächlich bekommen soll und wenn doch Boston, dann fragt nach: Warum ausgerechnet Boston?
Gruß Toni
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von Raven »

@Toni

Da ich selbst (...erfolglos :/ ) ein Boston-Wiesbaden-Korsett trug:
Meine volle Zustimmung :ja:

Viele Grüße,
Raven
Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von Toni »

Raven hat geschrieben:@Toni

Da ich selbst (...erfolglos :/ ) ein Boston-Wiesbaden-Korsett trug:
Meine volle Zustimmung :ja:
Hallo Raven:
Danke für die Blumen :blume: :flower: :kleeblatt:
Ich selbst nur einmal einige Monate ein B.O.B (Boston-Overlap-Brace) getragen (eher ertragen), das sich aus heutiger Sicht als absoluter "Plastikmülleimer" entpuppte. Das hat mir völlig gereicht.
Hoffen wir, dass Schnuffis Tochter ein wirklich gutes, tragbares und hochwirksames Korsett bekommt, das die Skoliose mindestens stoppt oder besser völlig begradigt.
Wenn schon "Body in tupperware" dann wenigstens richtig gut!
Gruß Toni
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von Radiator »

@all

... aber das "Kind" liegt leider schon im Brunnen. Das Korsett wurde schon angefertigt, bzw. ist in der Produktion (ein Dienstleistungsvertrag also geschlossen).
Also was könnten die Betroffenen schon machen ? Nicht akzeptieren (nicht auf dem Rp. hinten unterschreiben)? Mit welcher Begründung als med. Laie ?
Zu wenig bzw. schlechte Korrektur müsste man schon im RöBi nachweisen. Schwierige Position !
Bleibt nur zu hoffen, dass kein "boston" fabriziert wurde, sondern ein niedriges Chenau.

Vielleicht hat Toni einen Vorschlag über eine erfolgversprechende Vorgehensweise ???
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Raven
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von Raven »

Hallo Toni,

ich find's einfach super wichtig, darauf hinzuweisen - mein Korsett (mehr als zwei Jahre getragen) war, nach heutigen Maßstäben, auch "Plastikmülleimer",
unnötig auffällig (das, was z.B. hier in der "Korsettmodenschau" Mädels über ihrem Korsett tragen, wäre rein gar nicht gegangen, es waren nur sehr weite Schlabberklamotten möglich, es war hinten zu schließen mit all den Nachteilen die auch du aufzählst, Schnallen standen extrem ab sodass ich noch dicker als schon durch das Korsett verursacht, aussah) und korrigierte nur völlig unzureichend, bei jeder Kontrolluntersuchung zeigte sich eine Zunahme der Verkrümmung. :boese:
:arrow: psychische Belastung, körperliche Belastung ("Ding" tragen, schwitzen, wundscheuern ohne Nutzen), eigentlich gar keine Behandlung. Mit einem besseren Korsett hätte man, vermute ich, meine OP mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vermeiden können (sicher ist es ja nicht, gibt auch entsprechend "aggressive" Skoliosen) sowie mir, das aber sicherlich, das extrem auffällige Aussehen des Korsetts ersparen können.
Die Möglichkeit, sich z.B. in einem Forum wie hier informieren zu können, gab es damals noch nicht (das war 1994/1995 - 1997), und auch nicht verwunderlich, wenn man - als nicht medizinisch bewanderte Eltern plus Tochter und ohne andere Skoliosepatienten zu kennen - nicht auf die Idee kommt, dass die Behandlung anders ablaufen sollte.
Aber dafür gibt's ja nun das Forum - bin ich so froh drum für alle, die dadurch Hilfe bekommen.
Hoffen wir, dass Schnuffis Tochter ein wirklich gutes, tragbares und hochwirksames Korsett bekommt, das die Skoliose mindestens stoppt oder besser völlig begradigt.
Wenn schon "Body in tupperware" dann wenigstens richtig gut!
Du sagst es :ja:

Viele Grüße,
Raven


------

@Radiator
Zu wenig bzw. schlechte Korrektur müsste man schon im RöBi nachweisen. Schwierige Position !
Den Punkt finde ich nicht unbedingt schwierig - wenn zu wenig Korrektur stattfindet, ist dies auch auf den Röntgenaufnahmen sichtbar.
Wenn tatsächlich genügend Korrektur stattfindet, sähe ich kein Problem - insbesondere ließe sich beim nächsten Korsett (aufgrund des Wachstums wohl bald nötig) eine Anfertigung bei einem anderen Korsettbauer durchführen.
Vielleicht hat Toni einen Vorschlag über eine erfolgversprechende Vorgehensweise ???
Dafür wäre ich auch :)

Viele Grüße,
Raven
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von minimine »

Hallo Radiator,
... aber das "Kind" liegt leider schon im Brunnen. Das Korsett wurde schon angefertigt, bzw. ist in der Produktion (ein Dienstleistungsvertrag also geschlossen).
wir hatten hier im Forum schon öfters diesen Fall und man konnte den Bau meistens noch stoppen.
Soweit ich weiß, muss auch sowas wie eine Korsettabnahme vom behandelnden Arzt erfolgen und der kann dann z.B. auch sagen, dass das Korsett nicht richtig gebaut ist. Das Problem ist eher, dass der Arzt wohl noch nie ein richtig gutes Korsett gesehen haben wird und womöglich die geringste Korrektur schon als Erfolg sehen wird. Auch das wäre nach den Erfahrungen hier im Forum ja nicht zum ersten Mal so.

Vielleicht kann schnuffi ja noch was retten, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist.

LG
Minimine
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Toni
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von Toni »

Mein Vorschlag ist und bleibt:
Zuerst mal den verordnenden Orthopädie-Facharzt als auch den ausführenden Orthopädie-Techniker gezielt fragen, warum konkret ein Boston- oder ein CBW ( Cheneau-Boston-Wiesbaden)-Korsett verordnet wurde und was sie sich genau speziell von diesem Typ/Bauart Korsett versprechen. Welche Gründe haben zur Verordnung eines Boston geführt?
Erst dann könnten wir mehr erfahren und eventuelle gegenmaßnahmen empfehlen.
Übrigens gibt es in Deutschald einzelne Krankenkassen ( nach den mir zu Ohren gekommen Gerüchten z.B. Knappschafts-Versicherungen) die so eine Art "Fallpauschalen" mit den Orthopädietechnikern vereinbart haben. Z.B. maximal 1.500€ für ein Skoliose-Korsett. Dafür gibt es in Deutschland kein gutes Cheneau mehr. Könnte ja durchaus sein, daß deshalb in diesem Fall zu einem relativ billigen, industriell vorfabrizierten "Plastikmülleimer" gegriffen werden muss? Dem wiederspricht aber die Tatsache daß Schnuffis Tochter bereits gegipst wurde!
Das ist alles etwas unklar.
Auch deshalb sollte beharrlich nachgehakt und gefragt werden: WARUM UND WIESO ein BOSTON????
Ich rate auch den Eltern sich von dem Orthopädietechniker einige Kontrollröntgenbilder der Primärkorrekturen früherer Patienten als Referenzleistungen zeigen zu lassen.
Datenschutzgründe als faule Ausrede, daß er das nicht dürfe gilt nicht! Er kann ja die Namen der Patienten überkleben oder schwärzen.
Gruß Toni
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von schnuffi »

Hallo alle zusammen,

viele DANK für eure Zuschriften.

Den Termin zur Anprobe habe ich vorerst verschoben und versuche seit mehreren Stunden den Techniker telefonisch zu erreichen. Er drückt mich immer wieder weg.
Laut Verfahrensverlauf - Ausdruck Orthopäde(für Reha-Antragstellung erhalten) kann ich beim letzten Eintrag lesen: Gipsabdruck für Boston Brace. Der Orthopäde hat gleich das Sanitätshaus ins Spiel gebracht. Ich habe keine Info-Matrial erhalten. Konnte auch keinen eigenen Techniker benennen...hätte ich aber zu diesem Zeitpunkt auch nicht nennen können.


Mit meiner KK habe ich bereits telefoniert. Der Auftrag ist erteilt, wenn das Korsett bereits "fertig" ist bzw.daran bereits gearbeitet wurde, will der Techniker auch Geld haben. Er hat die Kostenzusage erhalten und hat somit angefangen, "etwas" herzustellen. Diese Zusage beläuft sich auf 2.371€. (Ist das Boston oder was Anderes???)
Diese Kosten würde ich, wenn es nicht anders zu regeln geht, alleine tragen. Ich möchte nicht, dass meine Tochter eventl.durch dieses Korsett einen höheren Schaden davon trägt als bereits vorhanden.
Wegen eventl.Tipps, dass die Kosten doch die KK tragen muss, würde ich mich nach weiteren Absprachen nochmals hier im Forum melden.

Haben auch an den Dr. Steffan eine mail gesendet, eventl.kann er mir einen Rat - zwecks Korsett -geben.

Den Orthopäden will ich erst anrufen, wenn ich vom Techniker erfahren habe, was für ein Modell hergestellt wird.

Da der Abdruck im Juli war, kann meine Tochter auch schon wieder gewachsen sein bzw.der Winkel sich verändert haben.

Bin total verwirrt...bin froh, dass ich mich im Forum angemeldet habe, und "ihr alle" mir eure Erfahrungen bzw.Ratschläge schreibt.

Viele Grüße
Zuletzt geändert von schnuffi am Di, 27.09.2011 - 19:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von Radiator »

mmmmh, vielleicht geht notfalls das Gipsen aus eigener Tasche zu zahlen (ist meist so ~100€) und sich so elegant aus der Affäre zu ziehen.
Die Idee sich Primärkorrekturen (RöBi mit und ohne Korsett) als Qualitätsreferenz zeigen zu lassen finde ich hervorragend.
Kann er da gar nichts vorweisen unbedingt Finger-Weg ! Meister Rahmouni hat dahingehend NULL Probleme und einen riesen Referenz-Schatz.
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Toni
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von Toni »

schnuffi hat geschrieben: Laut Verfahrensverlauf - Ausdruck Orthopäde(für Reha-Antragstellung erhalten) kann ich beim letzten Eintrag lesen: Gipsabdruck für Boston Brace.
Allein das ist schon ein Widerspruch an sich. Das Boston ( in Standard-Modul-Ausführung) braucht doch gar keinen Gipsabdruck.
schnuffi hat geschrieben: Mit meiner KK habe ich bereits telefoniert. Der Auftrag ist erteilt, wenn das Korsett bereits "fertig" ist bzw.daran bereits gearbeitet wurde, will der Techniker auch Geld haben. Er hat die Kostenzusage erhalten und hat somit angefangen, "etwas" herzustellen. Diese Zusage beläuft sich auf 2.371€. (Ist das Boston oder was Anderes???)
Das ist kein Kostensatz für ein vorgefertigtes Boston. Soviel kostet im Normalfall ein Skoliose-Korsett Typ Cheneau nach Gipsabdruck.
Ein deutsches Sanitätshaus kann sich ein Boston-brace-Rohlingsmodul für ein paarhundert € aus Irland bestellen und in 4-5 Stunden Arbeit zuschneiden und anpassen. Das Ganze für 2.371,-€ bedeutet eine Gewinnmarge von 300 %. Echt genial! Da würde ich mir ( wenn ich OT wäre) schon etwas schneller den Hintern aufreißen und nicht Monate mit der Anpassung und Auslieferung warten. Das wäre doch auch ökonomisch zumindest unklug.
schnuffi hat geschrieben: Diese Kosten würde ich, wenn es nicht anders zu regeln geht, alleine tragen. Ich möchte nicht, dass meine Tochter eventl.durch dieses Korsett einen höheren Schaden davon trägt als bereits vorhanden.
Es ist doch noch überhaupt gar nicht gesagt, daß dieses "mutmaßliche" Boston-Korsett der Wirbelsäule Deiner Tochter schadet. Könnte ja möglich sein, daß dieser OT das Boston genial gut aufpelottiert? Wenn das so wäre dann hat er mit diesem Korsett-Typ besonders viel und gute Erfahrung und kann das anhand von Qualitätsicherungs-RöBi´s jederzeit beweisen.
schnuffi hat geschrieben: Den Orthopäden will ich erst anrufen, wenn ich vom Techniker erfahren habe, was für ein Modell hergestellt wird.
Das würde ich auch so machen. Erst Fakten sammeln und dann top informiert zuschlagen.
schnuffi hat geschrieben:
Da der Abdruck im Juli war, kann meine Tochter auch schon wieder gewachsen sein bzw.der Winkel sich verändert haben.
Das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so!
Das ist doch schon mehr als 2 Monate her!
Das Korsett müsste doch schon längst anprobereif fertig sein.
Es ist ja eigentlich ein direkter Vorteil des Boston-Moduls, daß die Versorgung bereits wenige Tage nach Diagnosestellung erfolgen kann.
Tatsächlich zählt bei progredienten Skoliosen jeder Tag! Von Juli bis jetzt ist das schon viiiieeeel zu lang!!!!!
Gruß Toni
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von schnuffi »

Hallo,

wollte EUCH mal das Neuste mitteilen.

Hatten gerade ein längeres Telefonat mit dem Techniker.
Der Gipsabdruck wurde in der Praxis des Orthopäden gemacht, der Orthopäde war dabei und wollte daß das Korsett so kurz wie möglich wird. Somit wäre keine Cheneau-Korsett möglich. Sie bräuchte den Druck überwiegend in der Lendenwirbelgegend. Könnt Ihr das aus den Zahlen erkennen/lesen?
Es wäre eine Mischung aus Boston-Brace und Cheneau(da höher). Er hätte kein Modul benutzt, er hat nach den Gipsabdruck gearbeitet, modelliert... es handelt sich um ein Frontverschluss(Bauch).
Er schlägt uns eine Anprobe/Termin(05.10.2011) vor und wir würden uns nochmals ausführlich unterhalten. Es müsste auch vom Orthopäden abgenommen werden, sie wird mit Korsett geröngt. Überwiegend baut er Cheneau-Korsette.

Sonnige Grüße
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von Thomas »

Hallo Schnuffi,

dass der Orthopädietechniker von sich aus sagt, dass zur Abnahme des Korsetts im Korsett geröngt wird, ist schon mal positiv.

So wie es aussieht, wird das Korsett von der Idee her wahrscheinlich schon ähnlich einem Chêneau-Korsett sein, nur oben etwas kürzer als bei diesen Korsetten üblich. Das liegt daran, dass der Scheitel der Skoliose im Lendenwirbel-Bereich liegt und ist grundsätzlich schon ok, wobei ich bei zu kurzen Korsetten immer etwas skeptisch bin, aber ich bin ja auch kein Fachmann.

Auf jeden Fall heisst es für Euch jetzt erstmal abwarten, und die Röntgenergebnisse abwarten. Aber nicht zulange damit vertrösten lassen!

Viele Grüße

Thomas
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von Toni »

Ich schließe mich Thomas Thomas Meinung vollinhaltlich zu 120% an.
So wie das nun klingt wird das nie und nimmer ein echtes Boston. Gegipst und Frontverschluss schließt "Boston" definitiv aus.
Nun sind wir alle auf das Primärkorrekturergebnis sehr gespannt.
Hat der OT vergleichbare und vorzeigbare Referenzen?
Vom gipsen bis zur Erstanprobe 3 Monate ist definitiv viel zu lang. Das ist eigentlich schon fast der Straftatsbestand einer unterlassenen Hilfeleistung, wenn ein OT vom Gipsen bis zum Fertigkorsett für eine in Wachstumsschüben befindliche progrediente Skoliose-Patientin soooooo lange braucht. Das finde ich schon sehr frech!!!!
Nun wünsche ich Euch ( vor allem Deiner Tochter) ein wirklich gutes und wirksames Korsett, wenig Schmerzen und viel Geduld und Zuversicht.
Gruß Toni (fest eingetuppert in cctec)
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von schnuffi »

Toni hat geschrieben:"...vom gipsen bis zur Erstanprobe 3 Monate ist definitiv viel zu lang...." bekomme das mit den Zitaten nicht hin
Laut Techniker musste er erst auf die Kostenzusage der Krankenkasse warten. Diese wollte erst noch für den medizinischen Dienst einen Vordruck noch vom Orthopäden. Dann war auch noch Urlaubszeit und so verging die Zeit...

Nehmen den Termin nächste Woche zur Anprobe war und danach gehts gleich zum Orthopäden. Weiß bloß nicht, ob wir das Korsett gleich mitbekommen oder er vielleicht gleich noch Änderungen vornehmen muss... dann wirds noch später :juggle: .

Viele Grüße
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von Toni »

Es würde gar keinen Sinn machen, ohne das Korsett zum Orthopäden zu gehen. Ich würde mich mit dem Korsett erst mal 14 Tage eingewöhnen und dann zum Orthopäden gehen. Dann sieht man schon Druckstellen und die WS müsste auf ein gutes Korsett schon erste Reaktionen zeigen. Ich halte wenig davon, sofort mit einem nagelneuen Korsett gleich zum Primärkorrektur-Kontroll-Röntgen zu rennen.
Die Künstlerin Karin Then zeigt sich selbst mit diesen beeindruckenden Akt-Bildern ihrer Serien "subjektiv beschwerdefrei" mit und in ihrem kurzen LWS-Boston.
http://www.klassebourgeois.de/studium/k ... karin.html
So hätte ein lumbales Boston-Korsett ausgesehen, wenn es tatsächlich eines gewesen wäre.
Mir ist es immer noch ein Rätsel, warum der Orthopäde Boston auf die Verordnung geschrieben hat, wenn dann doch etwas völlig anderes gemacht wurde.
Gruß Toni
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Re: Erfahrungen mit Boston Brace?

Beitrag von sloopy »

Toni hat geschrieben:Es würde gar keinen Sinn machen, ohne das Korsett zum Orthopäden zu gehen. Ich würde mich mit dem Korsett erst mal 14 Tage eingewöhnen und dann zum Orthopäden gehen. Dann sieht man schon Druckstellen und die WS müsste auf ein gutes Korsett schon erste Reaktionen zeigen. Ich halte wenig davon, sofort mit einem nagelneuen Korsett gleich zum Primärkorrektur-Kontroll-Röntgen zu rennen.
Der erste Besuch beim Orthopäden gleich nach der Anpassung dient doch bestimmt der Korsettabnahme und noch nicht dem Kontroll-Röntgen!?

@schnuffi: ich würde jetzt erstmal abwarten, nochmal mit dem Techniker ausführlich sprechen und dann auf ein zeitnahes Kontroll-Röntgen innerhalb der nächsten Wochen bestehen. Erst dann wirst du sehen, ob weiterer Handlungsbedarf besteht. Unabhängig davon kannst du ja einen Termin bei einem empfohlenen Spezialisten organisieren, der das Korsett beurteilen kann- schaden kann das sicher nicht.

Viele Grüße,
sloopy
Mein Thread: Mein CCtec (Erwachsenen)korsett und ich

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