Hilfe ersucht...Therapie ja oder nein
Verfasst: Di, 26.06.2012 - 17:57
Vorbemerkung: bin kein erfahrener Forums-Nutzer, kann also sein, dass dies nicht der richtige Thread für mein Anliegen ist. Sorry, falls das so sein sollte.
Guten Tag allerseits,
ich bin dem Forum beigetreten als Vater eines seit Neuestem von der Diagnose "Skoliose" betroffenen Sohnes, der (das wird Euch evtl. erstaunen) bereits 18 Jahre alt ist.
Die Vorgeschichte mag das erklären. Als Sohn noch klein war, wurde bei ihme eine Hüftfehlstellung festgestellt, allerdings war diese so grenzwertig, dass sie erst nch einigen Monaten bei einer Vorsorge-Untersuchung auffiel. ER bekam eine Spreizhose, die zwr twas verbesserung, aber keine komplette Behebung des Problems mehr bewirkte. Kinderarzt und Orthopäden einigten sich darauf, die weitere Entwicklung abzuwarten und später über eine operative Korrektur zu entscheiden. Dies geschah dann, als er 9 war, und beide Hüften wurden korrigiert. Nach allen danach erfolgten Untersuchungen (so bis er 12 war) sehr erfolgreich und ohne weitere Nebenwirkungen. Ein "geringfügiger" Beinlängenunterschied von 0,7 cm wurde uns als tolerabel und nicht behandlungsbedürftig dargestellt.
Bei weiteren kinderärztlichen Untersuchungen erhielten wir dann zwar Hinweise auf eine "geringfügige" Skoliose, aber wiederum mit dem Hinweis, das da kein Eingreifen nötig wäre (hier setzt das schlechte Gewissen ein, nicht kritischer geesen zu sein...aber gute Nachrichten nimmt man ja gerne). Leider hatten wir keine Ahnnung (und wurden auch nicht in dieser Hinsicht sensibilisiert), dass gerade in der Pubertät eine Verschlimmerung auftreten kann. Und noch bei der letzten "U" (mit 17 Jahren) wurde erneut dieselbe Aussage getroffen. Wir haben ihm die Verkrümmung auch nicht angesehen, denn er hat in den letzten drei Jahren (aus Spaß daran) sehr intensives Krafttraining durchgeführt und sich einen ansehnlich muskulösen Oberkörper erarbeitet, der den Schiefstand gut kaschiert. Selbst jetzt muss ich schon genau hinsehen, um das zu erkennen. Und welcher pubertäre Jugendliche zeigt sich schon gerne nackt, oder steht mal gerade...den einfachen Vorbeugetest kannten wir nicht. Dieser ist aber klar und eindeutig, mit erhöhtem Rippenbuckel auf der rechten Seite.
Eher zufällig ging er dann kürzlich wegen Schulterschmerzen, die beim Training lästig waren, mal zum Orthopäden. Der ließ auch die WS röntgen und schickt ihn dann mit einem Rezept für ein Korsett und Schroth-Terapie nach Hause. Unser Entsetzen kann man sich möglicherweise vorstellen, und seine Verzweiflung wohl auch, als er begriff, was das bedeuten kann.
Wir trösteten ihn damit, dass er einerseits ja keinerlei Schmerzen habe (die Schulterprobleme sind -so der Arzt- nicht dadurch bedingt) und zunächst einmal eine zweite Meinung einholen wollten. Außerdem war u. E. das Rö-Bild nicht wirklich sachgerecht aufgenommen, da das Becken nicht mit abgebildet war und er auch erzählte, dass man zwar an ihm herumgeschoben habe, aber der Beinlängen-Unterschied nicht ausgeglichen wurde. Die sichtbare Kümmung der Lenden-WS, die wir dann mal selbst auf ca. 30 Grad abgemessen haben, könnte also geringer sein.
Heute nun war der zweite Termin bei einem anderen Orthopäden. Dieser hat sich das Rö-Bild (und den Sohn wohl auch genauer) angeschaut und die Verbiegung im unteren Bereich auf 30 Grad, im oberen auf 19 Grad gemessen.
Und einen Beckenschiefstand festgestellt, der sich nur durch 12mm (!) Beinverlängerung ausgleichen lässt.
Eine Therapie (weder Korsett noch Schroth!) hält er jedoch angesichts des Alters und abgeschlossenen Längenwachstums nicht mehr für sinnvoll. Weiterhin die Rückenmuskeln stark halten soll reichen, außerdem soll er probieren, ob er durch einseitig höhere Besohlung das Becken begradigen kann. Unser Sohn hat das natürlich gern gehört...
Somit steht jetzt Facharzt-Meinung gegen Facharzt-Meinung. Und wir etwas ratlos dazwischen. Machen wir nichts, hat er vielleicht bald doch Schmerzen und muss möglicherweise in ein paar Jahren unters Messer; richten wir uns nach der ersten Meinung, quälen wir ihn vielleicht jahrelang nutzlos...
Also, was tun? Noch einen Arzt konsultieren? Sicherheitshalber Schroth-Therapie erlernen lassen (mit dem Gedanken im Kopf, dass "das ja doch nichts bringt" wird seine Motivation dazu nicht hoch sein)? Eine dazu befragte Schroth-Therapeutin war da ebenfalls skeptisch und wird ihm jetzt zunächst mal ein paar Grundübungen zur Haltungskorrektur zeigen. Aber wird das wirklich auf Dauer genügen?
Sinnvoll dürft wohl sein, regelmäßig eine 3D-Licht-Analyse machen zu lassen, um ggf. Verschlimmerungen rechtzeitig feststellen zu können. Dazu müssen wir natürlich ohnehin wieder zu einem weiteren Arzt...
Es wäre nett, wenn sich hier jemand aus dem Kreis der Erfahrenen (und evtl auch von den mitwirkenden Fachleuten) dieser Fragen mal annehmen könnten.
Vielen Dank schon mal für's Lesen des "Romans", aber ich dachte, das ist sinnvoller, als alle möglichen Details erst auf Nachfrage zu liefern.
Guten Tag allerseits,
ich bin dem Forum beigetreten als Vater eines seit Neuestem von der Diagnose "Skoliose" betroffenen Sohnes, der (das wird Euch evtl. erstaunen) bereits 18 Jahre alt ist.
Die Vorgeschichte mag das erklären. Als Sohn noch klein war, wurde bei ihme eine Hüftfehlstellung festgestellt, allerdings war diese so grenzwertig, dass sie erst nch einigen Monaten bei einer Vorsorge-Untersuchung auffiel. ER bekam eine Spreizhose, die zwr twas verbesserung, aber keine komplette Behebung des Problems mehr bewirkte. Kinderarzt und Orthopäden einigten sich darauf, die weitere Entwicklung abzuwarten und später über eine operative Korrektur zu entscheiden. Dies geschah dann, als er 9 war, und beide Hüften wurden korrigiert. Nach allen danach erfolgten Untersuchungen (so bis er 12 war) sehr erfolgreich und ohne weitere Nebenwirkungen. Ein "geringfügiger" Beinlängenunterschied von 0,7 cm wurde uns als tolerabel und nicht behandlungsbedürftig dargestellt.
Bei weiteren kinderärztlichen Untersuchungen erhielten wir dann zwar Hinweise auf eine "geringfügige" Skoliose, aber wiederum mit dem Hinweis, das da kein Eingreifen nötig wäre (hier setzt das schlechte Gewissen ein, nicht kritischer geesen zu sein...aber gute Nachrichten nimmt man ja gerne). Leider hatten wir keine Ahnnung (und wurden auch nicht in dieser Hinsicht sensibilisiert), dass gerade in der Pubertät eine Verschlimmerung auftreten kann. Und noch bei der letzten "U" (mit 17 Jahren) wurde erneut dieselbe Aussage getroffen. Wir haben ihm die Verkrümmung auch nicht angesehen, denn er hat in den letzten drei Jahren (aus Spaß daran) sehr intensives Krafttraining durchgeführt und sich einen ansehnlich muskulösen Oberkörper erarbeitet, der den Schiefstand gut kaschiert. Selbst jetzt muss ich schon genau hinsehen, um das zu erkennen. Und welcher pubertäre Jugendliche zeigt sich schon gerne nackt, oder steht mal gerade...den einfachen Vorbeugetest kannten wir nicht. Dieser ist aber klar und eindeutig, mit erhöhtem Rippenbuckel auf der rechten Seite.
Eher zufällig ging er dann kürzlich wegen Schulterschmerzen, die beim Training lästig waren, mal zum Orthopäden. Der ließ auch die WS röntgen und schickt ihn dann mit einem Rezept für ein Korsett und Schroth-Terapie nach Hause. Unser Entsetzen kann man sich möglicherweise vorstellen, und seine Verzweiflung wohl auch, als er begriff, was das bedeuten kann.
Wir trösteten ihn damit, dass er einerseits ja keinerlei Schmerzen habe (die Schulterprobleme sind -so der Arzt- nicht dadurch bedingt) und zunächst einmal eine zweite Meinung einholen wollten. Außerdem war u. E. das Rö-Bild nicht wirklich sachgerecht aufgenommen, da das Becken nicht mit abgebildet war und er auch erzählte, dass man zwar an ihm herumgeschoben habe, aber der Beinlängen-Unterschied nicht ausgeglichen wurde. Die sichtbare Kümmung der Lenden-WS, die wir dann mal selbst auf ca. 30 Grad abgemessen haben, könnte also geringer sein.
Heute nun war der zweite Termin bei einem anderen Orthopäden. Dieser hat sich das Rö-Bild (und den Sohn wohl auch genauer) angeschaut und die Verbiegung im unteren Bereich auf 30 Grad, im oberen auf 19 Grad gemessen.
Und einen Beckenschiefstand festgestellt, der sich nur durch 12mm (!) Beinverlängerung ausgleichen lässt.
Eine Therapie (weder Korsett noch Schroth!) hält er jedoch angesichts des Alters und abgeschlossenen Längenwachstums nicht mehr für sinnvoll. Weiterhin die Rückenmuskeln stark halten soll reichen, außerdem soll er probieren, ob er durch einseitig höhere Besohlung das Becken begradigen kann. Unser Sohn hat das natürlich gern gehört...
Somit steht jetzt Facharzt-Meinung gegen Facharzt-Meinung. Und wir etwas ratlos dazwischen. Machen wir nichts, hat er vielleicht bald doch Schmerzen und muss möglicherweise in ein paar Jahren unters Messer; richten wir uns nach der ersten Meinung, quälen wir ihn vielleicht jahrelang nutzlos...
Also, was tun? Noch einen Arzt konsultieren? Sicherheitshalber Schroth-Therapie erlernen lassen (mit dem Gedanken im Kopf, dass "das ja doch nichts bringt" wird seine Motivation dazu nicht hoch sein)? Eine dazu befragte Schroth-Therapeutin war da ebenfalls skeptisch und wird ihm jetzt zunächst mal ein paar Grundübungen zur Haltungskorrektur zeigen. Aber wird das wirklich auf Dauer genügen?
Sinnvoll dürft wohl sein, regelmäßig eine 3D-Licht-Analyse machen zu lassen, um ggf. Verschlimmerungen rechtzeitig feststellen zu können. Dazu müssen wir natürlich ohnehin wieder zu einem weiteren Arzt...
Es wäre nett, wenn sich hier jemand aus dem Kreis der Erfahrenen (und evtl auch von den mitwirkenden Fachleuten) dieser Fragen mal annehmen könnten.
Vielen Dank schon mal für's Lesen des "Romans", aber ich dachte, das ist sinnvoller, als alle möglichen Details erst auf Nachfrage zu liefern.