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Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrigier?
Verfasst: Fr, 18.01.2013 - 09:27
von xyzun
Ist eine geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter (fast 30) noch korrigierbar?
Einige Seiten/Anwender/Patienten behaupten nach Schroth, Dorn, Votja, Spiraldynamik, Osteophaten und andere könnte man die Wirbelsäule wieder in Normalform bringen oder die Gradzahl reduzieren...
Stimmt das?
Gibt es davon Fotos oder Röntgenbilder?
Hat das hier jemand schon mal gemacht?
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Fr, 18.01.2013 - 10:48
von Kaffeetrinker
Von einer Skoliose wird ab 10° gesprochen, alles darunter ist eine Fehlhaltung und diese kann man getrost links liegen lassen da sie sich normal nicht verschlechert.
Ich selber habe auch eine Begleitskolise von 11° und 9° festgestellt schon vor 13 Jahren.Und hat sich bis heute nicht verändert.
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Fr, 18.01.2013 - 11:08
von Klaus
xyzun hat geschrieben:Ist eine geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter (fast 30) noch korrigierbar?
Wenn Du nicht % sondern Grad meinst, hat Kaffeetrinker völlig recht.
Er spricht aber auch von seiner
Begleitskoliose. Die gibt es häufig bei Hyperkyphose (Rundrücken) und Hyperlordose (Hohlkreuz).
Gibt es so etwas bei Dir?
Gruß
Klaus
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Fr, 18.01.2013 - 12:01
von xyzun
Ich habe noch keine Gradzahlen bzw. Prozente erhalten. Die Diagnose kam letztens nur schnell beim Orthopäden und ich habe demnächst wieder einen Termin. Ich denke ich habe das "komische laufen" (Beinlängendifferenz) schon seit meinem Kindesalter (nicht behandlungsrelevant gewesen). Dazu kommt Hüftschiefstand und halt die Skoliose die aber von außer eher leicht aussieht.
Wenn es was nützt kann ich später Fotos vom Rücken nachreichen.
Das Röntgenbild sieht schlimm aus. Der Ortophäde hätte mir auch gleich ein Schmerzmittel mitgegeben (Diagnose: Nervenwurzelreizung) aber in dem Moment war ich schon wieder schmerzfrei. Zwei Wirbel stehen relativ eng beieinander. Sieht aus wie ein Dreieck das Richtung Nervenkanal zeigt. Ist halt wenig Platz dazwischen.
Bisher habe ich nur wenig Probleme. Glaube nicht, dass es sich die Skoliose in letzter Zeit verschlimmert hat nur mit der Zeit geht es dann halt auf die Bandscheiben und Knie und das möchte ich vermeiden. Jetzt erst Physio verschrieben bekommen.
(Schmerz kam nach einem leichten Sturz auf der Matte.)
Da ich gern voll belastbar sein möchte (würde gern mit Kampfsport (Judo, Ringen, o.ä.) anfangen, nicht beim Umzug helfen vor dem tragen drücken usw.) und auch die Bandscheibe nicht unnötig strapazieren will, würde ich das schon gern zum Idealzustand führen.
Ich bin auch sehr sportlich und diszipliniert. Hausübungsprogramm, Physio, Korsett, Ernährungsprogramm usw. könnte ich alles ertragen.
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Fr, 18.01.2013 - 12:16
von xyzun
Ich denke eher ein leichtes Hohlkreuz, aber bisher nicht als Diagnose.
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Fr, 18.01.2013 - 14:40
von Kaffeetrinker
Kannst du mal das Röbi einstellen?
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Fr, 18.01.2013 - 20:44
von xyzun
Habe persönlich kein Problem damit.
Wird der Orthopäde das auf Wunsch in Kopie herausgeben? Es wurde ein negativ angefertigt, welches an einer Lichtscheibe betrachtet werden kann. Wurde da überhaupt eine digitale Kopie erstellt?
Muss er es auf Wunsch kopieren? Digitalisiert? Was kostet es etwa?
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Fr, 18.01.2013 - 22:08
von Kaffeetrinker
habe bisher alle Originale mitbekommen......
Wenn es digital vorliegt , kann er dir das zusenden oder auf CD brennen, manche verlangen was dafür da musst du nachfragen.Alternative du fotografierst es in der Praxis ab, du hast ja nochmal einen Termin dort hast ja geschrieben.
Wurde die ganze Wirbelsäule von der Seite und von hinten abgelichtet?
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Mo, 21.01.2013 - 21:10
von skoliose-gondelsheim
Hi,
grundsätzlich ist es auch bei Erwachsenen noch möglich eine Skoliose zu reduzieren. Die geeignetsten Methoden dafür sind meiner Ansicht nach Schroth und Vojtha, wobei Letzteres eher bei Kleinkindern angewendet wird, die die Schrothübungen mental noch nicht erfassen können.
Von Dorn halte ich persönlich nichts. Wer eine Beinlängendifferenz im Liegen diagnostiziert, dem glaub ich erstmal gar nix

. Spiraldynamik kenne ich zu wenig, um beurteilen zu können, inwieweit sie helfen kann aber Osteopathie alleine wird einer Skoliose sicher nicht gerecht, da fehlt mir der Aspekt der bewussten Korrektur über Muskelzüge und bewusste Aufrichtung/Atmung.
Bei einem Skoliosewinkel von 10° wirst du sicher kein Korsett benötigen. Trainiere dein "Muskelkorsett", das ist in diesem Fall sicher angebrachter.
Ich war gerade 10 Tage in Bad Salzungen. Dort wird fast ausschließlich nach Schroth behandelt. Und dort habe ich mit ERstaunen gesehen, dass sogar Skoliosen mit einer viel höheren Gradzahl noch verbessert werden können. Deshalb wäre mein Rat, dass du dir eineN gut ausgebildeteN Schroth-Therapeuten suchst und engagiert mitarbeitest.
LG
Karin
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Mo, 21.01.2013 - 22:01
von Klaus
Hallo Karin,
Ich war gerade 10 Tage in Bad Salzungen. Dort wird fast ausschließlich nach Schroth behandelt. Und dort habe ich mit ERstaunen gesehen, dass sogar Skoliosen mit einer viel höheren Gradzahl noch verbessert werden können
Das war sicherlich jetzt ganz auf einen "Newbie" ausgerichtet?
Oder war Dir diese Tatsache bislang noch nicht so bewusst?
Gruß
Klaus
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Mo, 21.01.2013 - 22:31
von skoliose-gondelsheim
Nein, in diesem Ausmaß hätte ich nicht damit gerechnet.
Meine Skoliosepatienten habe ich bisher immer an die entsprechend ausgebildeten Therapeuten vermittelt, wie es sich gehört

.
LG
Karin
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Mi, 23.01.2013 - 07:22
von minimine
Hallo Karin,
grundsätzlich ist es auch bei Erwachsenen noch möglich eine Skoliose zu reduzieren.
ist es tatsächlich so, dass es "grundsätzlich" möglich ist?
Wir, die hier schon sehr lange dabei sind, wissen, dass es sowas wie "grundsätzlich" bei Skoliose eigentlich nicht gibt. Vor allem wenn noch gar keine richtige Diagnose vorhanden ist, sollte man doch eher etwas vorsichtiger sein mit solchen grundsätzlichen Aussagen. Da können schnell Hoffnungen entstehen, die sich dann im Einzelfall vielleicht doch nicht bewahrheiten.
Ich denke, dass dich nach deiner Schroth-Ausbildung vielleicht erstmal der Ehrgeiz gepackt hat, aber auch Schroth ist kein Wundermittel und begradigt mal eben jede Skoliose.
Gerade bei neuen Usern hier im Forum, die oftmals genau diese Erwartung haben und wie auch hier noch nichtmal eine konkrete Diagnose erfolgte, sollte man daher vielleicht auch etwas vorsichtiger sein.
Als Physiotherapeut solltest du ja auch wissen, dass es auch eine Reihenfolge gibt, die man einhalten sollte, also zuerst Diagnose, dann Therapie.
Ist nicht böse gemeint, nur war ich selbst mal "Newbie" und man hört dann gerne nur das, was man auch hören möchte. Und am Ende ist dann die Enttäuschung über die Nichterreichung so hoch, dass gar nichts mehr gemacht wird.
Und dort habe ich mit ERstaunen gesehen, dass sogar Skoliosen mit einer viel höheren Gradzahl noch verbessert werden können.
Und wie lange konnten diese "Verbesserungen" gehalten werden? Hast du tatsächlich Vorher-Nachher-Röntgenbilder gesehen?
Nur mal so zum Nachdenken. Aber ich war selbst als Patient dreimal zur Reha und ich weiß, dass da "Verbesserungen" schnell mal mit der Korrekturposition in Verbindung gebracht werden, die aber nur kurz gehalten werden können.
Bei einer Korsetttherapie sagt man ja auch nicht, dass die Gradzahl, auf die im Korsett korrigiert wird, eine Verbesserung ist.

Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Mi, 23.01.2013 - 07:41
von skoliose-gondelsheim
Hallo Minimine,
nun, genausowenig wie man falsche Hoffnungen erwecken sollte, ist es angebracht, berechtigte Hoffnungen zu zerstören, oder?
Schließlich habe ich an keiner Stelle behauptet, dass in jedem Fall jede Skoliose korrigiert werden kann. Sondern eben nur grundsätzlich. Und dieses Wort beinhaltet per Definition ("eigentlich, im Grunde, im Prinzip, mit dem Vorbehalt bestimmter Ausnahmen; im Allgemeinen, in der Regel" laut Duden

), dass es Ausnahmen gibt.
Auch kommt in meinem Beitrag nirgendwo das Wort "begradigt" vor, wie du es schreibst.
Sicher hast du Recht bei der Anmerkung, dass eine in einer Übung erreichte Korrektur nicht von Dauer sein kann. Danke für diesen Hinweis. Das werde ich in Zukunft bei meinen Beiträgen besser formulieren.
Wonach xyzun aber gefragt hat ist, ob eine geringe Skoliose von 10° noch korrigierbar ist. Und eine solche Frage, denke ich, kann man auch als "Newbie" grundsätzlich mit ja beantworten, solange man klar macht, dass Korrigieren nicht bedeuten muss, dass sie zu 100% und dauerhaft verschwindet.
Liebe Grüße
Karin
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Mi, 23.01.2013 - 19:18
von minimine
Hallo Karin,
Wonach xyzun aber gefragt hat ist, ob eine geringe Skoliose von 10° noch korrigierbar ist.
das Problem ist vielmehr, dass in der Mehrzahl der Fälle so eine geringe Skoliose immer nur ein Nebenprodukt ist und meistens z.B. eine Hyperkyphose/Hyperlordose mit geringer Begleit-Skoliose das Hauptproblem ist und das sollte zunächst geklärt werden. Zumindest bei den Patienten, die Beschwerden haben oder so einen Leidensdruck verspüren, dass sie den Weg hier ins Forum finden.
10° an sich wären ja im Prinzip gar nicht behandlungsbedürftig. Eine hohe Prozentzahl in Deutschland hat diese Gradzahl.
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Mi, 23.01.2013 - 21:54
von Klaus
minimine hat geschrieben:das Problem ist vielmehr, dass in der Mehrzahl der Fälle so eine geringe Skoliose immer nur ein Nebenprodukt ist und meistens z.B. eine Hyperkyphose/Hyperlordose mit geringer Begleit-Skoliose das Hauptproblem ist und das sollte zunächst geklärt werden.
Hallo Karin,
genauso ist das und deshalb hatte ich xyzun ja auch gefragt:
Klaus hat geschrieben:Wenn Du nicht % sondern Grad meinst, hat Kaffeetrinker völlig recht.
Er spricht aber auch von seiner Begleitskoliose. Die gibt es häufig bei Hyperkyphose (Rundrücken) und Hyperlordose (Hohlkreuz).
Gibt es so etwas bei Dir?
Die Antwort
xyzun hat geschrieben:Ich denke eher ein leichtes Hohlkreuz, aber bisher nicht als Diagnose.
spricht für sich. Da muss wirklich erst einmal eine konkrete und kompetente
ärztliche Diagnose gemacht werden.
Spezialisten werden dann auch durch manuelle Untersuchungen einschätzen können, mit welchen Korrektur man evtl. rechnen kann, sofern das in dem Fall von xyzun überhaupt relevant ist!
Generell sind die Fehl
haltungsanteile an der Fehl
stellung sehr wichtig und bestimmen auch die Korrekturmöglichkeiten, von denen Du offenbar überrascht warst. Wir haben hier schon ab und zu Fälle gehabt, bei denen der Fehlhaltungsanteil so hoch war, dass fast eine vollständige Korrektur erfolgt ist, auch ohne weiteres Tragen eines Korsetts, sofern dies zum Einsatz kam. Und natürlich alle möglichen Fälle dazwischen, wo man sagen kann, dass die Schroth Therapie eine Menge geleistet hat. Selbstverständlich gibt es andere Fälle, wo Schroth nicht gewirkt hat, aber es geht ja auch "nur" um Möglichkeiten, die man auf jeden Fall probieren sollte. Und ich rede hier in erster Linie von Erwachsenen, die alle nicht vergleichbar sind, aber statistisch (Erfahrungsberichte) in der Mehrzahl von Schroth profitiert bzw. einen
individuellen Erfolg gehabt haben.
Für uns Aktive ist es also selbstverständlich, dass es wesentlich mehr positiv verlaufende Möglichkeiten gibt, als die meisten Orthopäden und auch "Normal-Therapeuten" das leider immer noch glauben.
Gruß
Klaus
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Mi, 23.01.2013 - 23:05
von skoliose-gondelsheim
Schade, dass es in diesem Forum keinen "Danke"-Button gibt.
Deshalb also ein einfaches "Danke", für diese Erläuterungen, lieber Klaus.
Eine Fehlhaltung unterscheidet sich ja von einer Skoliose durch die vorhandene bzw nicht vorhandene Torsion.
Und die lässt sich ja zumeist auch ohne Röntgenbild anhand eines vorhandenen bzw nicht vorhadenenen Rippenbuckels bzw eines Lendenwulstes feststellen.
Jedenfalls ist bei einer Fehlstellung von 10° mit oder ohne Torsion davon auszugehen, dass die Wahrscheinlichkeit, diese korrigieren zu können recht hoch ist.
LG
Karin
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Do, 24.01.2013 - 09:43
von Klaus
Hallo Karin,
eine Fehlhaltung ist generell so definiert, dass es die Haltung beschreibt, aus der man aus eigener Kraft herauskommt. Das ist bei bei einer Hyperkyphose/Hyperlordose besonders gut nachzuvollziehen.
Jedenfalls ist bei einer Fehlstellung von 10° mit oder ohne Torsion davon auszugehen, dass die Wahrscheinlichkeit, diese korrigieren zu können recht hoch ist.
Eine 10 Grad Skoliose muss man nicht korrigieren, wenn es keine Probleme gibt bzw. wie minimine es schon beschrieben hat, nicht behandlungsbedürftig. Zumindest bei der Kostentragung einer Behandlung ist das zu beachten.
Immer unter der Voraussetzung, dass diese wirklich allein auftritt !
Gruß
Klaus
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Do, 24.01.2013 - 14:02
von skoliose-gondelsheim
Hi Klaus,
die Unterscheidungsmerkmale der Fehlhaltung gegenüber einer Skoliose sind aktive Korrigierbarkeit und Torsion. So hat man mir das gerade in Salzungen beigebracht und das glaub ich jetzt der Einfachheit halber mal so

.
Und was ich dort auch erfahren habe ist, dass geringgradige Skoliosen sehr häufig mehr Beschwerden machen als solche mit höheren Gradzahlen. Warum das so ist, konnten uns die Therapeuten nicht sagen. Es gibt dafür wohl keine nachvollziehbaren Gründe, die Häufung ist allerdings auffallend.
In der Gruppe der Patienten, die wir während der Ausbildung betreut haben, gab es zwei junge Frauen, deren Cobb-Winkel zwischen 12 und 15° lag. Beide hatten ihre Hauptkrümmung in der Lendenwirbelsäule. Ihre Aussagen bezüglich Schmerzen bestätigt dies.
Insofern kommt es, wie du und minimine bereits geschrieben habt, darauf an, ob die Skoliose Beschwerden macht, um behandlungsbedürftig zu sein.
Die meisten Patienten mit einer geringgradigen Skoliose, die zu uns in die Praxis kommen, wissen gar nicht, dass sie eine solche haben. Es "tut ihnen halt der Rücken weh". Eine anständige Befundung seitens des Arztes wurde häufig nicht vorgenommen, die machen stattdessen wir. Man sollte nicht glauben, wieviele Orthopäden Anhänger der "Diagnose-durch-die-Hose-Methode" sind. Es wird dann KG verordnet und somit das Problem delegiert, so kommt es mir jedenfalls oft vor. Meiner Erfahrung nach macht es dann auch meistens (je nach Arzt) keinen Sinn, die Ärzte mit unserem Untersuchungsergebnis zu konfrontieren und ein aussagekräftiges Röntgenbild einzufordern, schon gar nicht, wenn es eines der gesamten WS sein sollte. Viele Ärzte fühlen sich dann auf den Schlips getreten oder bevormundet. So etwas macht man einmal und dann nicht mehr

. Wir schöpfen in solchen Fällen dann so weit es geht die HMR aus und schulen die Patienten so gut es geht. So viel zu der Kostentragung, wie du es so schön nennst

.
Magst du mir vielleicht genauer erläutern, was du damit meinst, wenn du sagst "sofern die Skoliose alleine auftritt"?
Vielen Dank
Karin
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Do, 24.01.2013 - 15:56
von Klaus
Hallo Karin,
die Unterscheidungsmerkmale der Fehlhaltung gegenüber einer Skoliose sind aktive Korrigierbarkeit und Torsion.
Ist es nicht dasselbe, ob ich bei einer Fehlhaltung von "aktiver Korrigierbarkeit" spreche oder von "aus eigener Kraft herauskommen"? Meine Definition stammt übrigens auch aus Bad Salzungen, nicht von einem Therapeuten, sondern von einer Oberärztin.
Insofern kommt es, wie du und minimine bereits geschrieben habt, darauf an, ob die Skoliose Beschwerden macht, um behandlungsbedürftig zu sein.
Ja genau.
Magst du mir vielleicht genauer erläutern, was du damit meinst, wenn du sagst "sofern die Skoliose alleine auftritt"?
Bei xyzun besteht ja durchaus die Möglichkeit, dass auch
eine seitliche Fehlstellung dazu kommt.
Und die Frage ist auch, ob denn die in BaSa festgestellten geringen Skoliosen mit Beschwerden auch wirklich ganz allein, also ohne Hyperkyphose/Hyperlordose aufgetreten sind? In der Regel sind doch die gering gradigen Fälle (egal ob Skoliose oder Hyperkyphose) doch selten in einer REHA, insbesondere 10 Grad Skoliose (allein).
Von Dr. Trobisch gibt es Erkenntnisse, dass bei einem Rundrücken die Beschwerden am geringsten sind, wenn ein Hohlkreuz in gleichem Ausmaß für den Ausgleich sorgt. Im Umkehrschluss könnte das evtl. auch bedeuten, dass nur ein Hohlkreuz ohne Rundrücken (so schildert es aktuell xyzun) die Beschwerdeanfälligkeit erhöht.
Wenn eine typische Hyperkyphose von z. Bsp. 60 Grad und eine Begleit-Skoliose von 15 Grad vorliegt, ist das bislang eindeutig ein Fall für die symmetrische Schroth Gruppe, in der diese Hyperkyphose das Hauptproblem ist.
Eine anständige Befundung seitens des Arztes wurde häufig nicht vorgenommen, die machen stattdessen wir.
Ich kenne das Problem nur zu gut. Aber trotzdem sollte man bei Fehlstellungen auf eine Röntgenuntersuchung bestehen, um die gesamte Situation zu kennen.
Vor einiger Zeit hatte ich mal eine interne Diskussion zu der Aufnahmesituation bei einer Schroth REHA. Da ging es natürlich auch um zusätzliche Kosten bei einer vorgelegten nicht ausreichenden Röntgenaufnahme, die in den REHA Kosten wohl nicht enthalten sind. Und es wurde auch gesagt, dass die Therapeuten dann schon das richtige machen. Aber gleichzeitig war auch klar, dass das eigentlich unbefriedigend ist und die konkrete Situation des Patienten vorher abgeklärt sein sollte.
Zumindest würde ich als Praxis den Patienten darauf hinweisen, dass er wenigstens eine komplette Röntgenaufnahme von vorn und von der Seite anstreben sollte. Wir sind hier ja ständig dabei, die User zur Eigenkompetenz und damit auch zur Durchsetzung von Interessen zu animieren.
Mit der kann er dann ja auch zur REHA und zur dortigen ärztlichen Befundung, sofern die ambulante Schroth KG die Vorbereitung dazu war.
Gruß
Klaus
Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig
Verfasst: Do, 24.01.2013 - 21:45
von skoliose-gondelsheim
Ja, mich wunderte auch, dass eine derart geringe Ausprägung der Skoliose (übrigens tatsächlich ohne Kyphose/Lordose sondern in Kombination mit einem Flachrücken) ausreicht, um eine Reha zu bekommen. Anscheinend sind die Schmerzzustände der beiden Frauen Grund genug gewesen...
Ncohmal zur Unterscheidung Fehlhaltung und Skoliose: da mach ich auch keinen Unterschied zwischen "aktiver Korrigierbarkeit" und "aus eigener Kraft herauskommen", entscheidend ist, ob eine Torsion der Wirbel vorhanden ist oder nicht.
So, genug krumme Wirbelsäulen für heute, Gute Nacht!
LG
Karin