Alte Wirbelsäulenversteifung korrigieren?

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Julia93
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Alte Wirbelsäulenversteifung korrigieren?

Beitrag von Julia93 »

Hallo,

meine "Geschichte" ist folgende:
Ich habe von Geburt an das Marfan-Syndrom, was lediglich eine Bindegewebsschwäche ist. Daraus resultiert eine Skoliose. So begab ich mich 2005, mit meinen 12 Jahren, also in ein Skoliosezentrum in Hessen, um diese behandeln zu lassen. Dort wurde mir aber gesagt, dass eine Skoliose erst operiert wird, wenn man ausgewachsen ist. So weit, so gut. Durch die Instabilität entstand dann im Lendenwirbelbereich Wirbelgleiten. Dieses wurde 2005 operiert und versteift. Anschließend folgte ein halbes Jahr, das ich nur stehend und liegend verbringen durfte. 2006 wurde mir dann der Beweglichkeit halber ein Teil des Metalls entnommen. 2008 war dann die Skoliose an der Reihe, welche teilweise korrigiert wurde. Auf die Frage, warum keine vollständige Korrektur vorgenommen wurde, gab man mir die Antwort, dass zu viel Spannung auf der Wirbelsäule gelastet hätte. Sie ist nun quasi komplett versteift, jedoch habe ich noch immer 40 Grad und einen Rippenbuckel. Dies alles belastet mich wirklich sehr, da es mir einfach anzusehen ist und man mit 20 Jahren auch gern mal ohne Bedenken ins Schwimmbad gehen würde.

Nun ist meine Frage, ob es heute, nach 5 Jahren noch möglich wäre, den restlichen Teil der Skoliose zu begradigen. Denn inzwischen dürfte meine Wirbelsäule der Spannung ja nachgegeben haben und diese Haltung als normal empfinden. Die Frage ist nur, ob das ganze Metall inzwischen nicht zu sehr verknöchert ist.

In zwei Wochen muss ich wieder in diese Klinik, wo ich all diese Fragen abklären möchte, jedoch hoffe ich in diesem Forum wirklich sehr auf Erfahrungsberichte, die mir vielleicht etwas Aufregung nehmen. :(

Vielen Dank schon mal im Voraus!
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Silas
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Re: Alte Wirbelsäulenversteifung korrigieren?

Beitrag von Silas »

Hallo Julia,

habe ich das richtig verstanden, dass Du eine erneute Korrektur-OP hauptsächlich wegen der Optik möchtest und nicht auf Grund von anderen Beschwerden?

In diesem Fall würde sich eine sog. Rippenbuckeresektion anbieten.
Das ganze ist eine vergleichsweise kleine OP und sie bringt kosmetisch sehr ansprechende Ergebnisse.
Die Verkrümmung an sich wird bei dieser Operation nicht begradigt, aber eben der Rippenbuckel bestmöglich behoben.

Theoretisch ist es auch möglich, eine bereits versteifte Wirbelsäule Wirbelsäule nochmals korrigierend zu operieren. Solltest Du keine Beschwerden wie Schmerzen oder neurologische Ausfallerscheinungen haben, würde ich Dir eher davon abraten, Du solltest das aber auch mit dem potentiellen Chirurgen besprechen.

Eine korrigierende OP ist eine große Operation, bei der bei schon versteiften Wirbelsäulen i.d.R. Knochen durchtrennt und Keile herausgeschlagen werden müssen.
Eine solche OP ist auch nicht bei jedem möglich und recht kompliziert, weil die vorhandene Instrumentation berücksichtigt werden muss und es zu Nervenschädigungen kommen könnte.

Die Situation ist natürlich immer individuell zu betrachten, vom Grundsatz her, würde ich von so einer großen Operation eher abraten und die Rippenbuckelresektion bevorzugen.
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Julia93
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Re: Alte Wirbelsäulenversteifung korrigieren?

Beitrag von Julia93 »

Eine Rippenbuckelresektion wurde auch schon besprochen, doch angeblich sind dafür die Schrauben und Stangen der bisherigen Op's im Weg.. Ist also keine Option. Und nein, ich möchte das nicht "nur" aus kosmetischen Aspekten, sondern auch wegen der Schmerzen, die ich aber in Kauf genommen hätte, hätte ich nun einen geraden Rücken! :(
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Re: Alte Wirbelsäulenversteifung korrigieren?

Beitrag von Lady S »

Julia93 hat geschrieben:In zwei Wochen muss ich wieder in diese Klinik, wo ich all diese Fragen abklären möchte
Da würde ich mir aber unbedingt noch eine zweite Meinung einholen, am besten auch noch eine dritte, und zwar bei einer Klinik, die auf Skoliose-OPs spezialisiert ist, z.B. Neustadt.

Grüsse, Lady S
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Re: Alte Wirbelsäulenversteifung korrigieren?

Beitrag von rejoy »

Hallo Julia,

Ich würde dir auch raten, dir eine zweite Meinung einzuholen. Hier findest du entsprechende Adressen: links.html

ich leide an der kleinen Schwester vom Marfan-Syndrom, dem Ehlers - Danlos - Syndrom, daher hätte ich bei einer 2.OP auch bedenken, wie es bei dir zwecks erhöhte Blutungsneigung und so aussieht. Ok, die erste OP scheint ja gut gegangen zu sein und damals konnte man das Risiko wohl auch in Kauf nehmen. Allerdings war ja damals, das Risiko, dass sich die Skoliose dramatisch verschlechtert vermutlich deutlich höher (wegen Wachstum und noch nicht erfolgter Korrektur), um andere Risiken in Kauf zu nehmen. Da würde sich mir die Frage stellen, ob die Situation heute nicht anders ist (weil eben die Skoliose "zur Ruhe" gekommen ist). Wie stark ist das Marfan-Syndrom bei dir denn ausgeprägt?

Das wären denke ich aber auch alles Fragen, die du am besten mit Spezialisten besprichst, wie eben z.B. in Neustadt, wie Lady schon schrieb.

LG Rejoy
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Re: Alte Wirbelsäulenversteifung korrigieren?

Beitrag von Silas »

Wahrscheinlich gab es vor der Skoliose-OP keine Halo-Traktion? Das wäre eine Möglichkeit gewesen, die zu große Spannung auf die Wirbelsäule zu reduzieren...

Korrektur-OPs sind meist eine schwierige Angelegenheit. Außerdem trauen sich viele Kliniken da nicht ran. Die WWK und Karlsbad-Langensteinbach sind dafür bekannt, gute Korrektur-OPs hinzubekommen, Neustadt wird da bestimmt mitlerweile mitgezogen haben und ist auch ein kompetenter Ansprechpartner.

Gibt es bei Dir Pseudarthrosen? Diese machen oft starke Schmerzen und sollten ggf. auf jeden Fall saniert werden.

Rippenbuckelresektion kann mit unterschiedlichen Verfahren vorgenommen werden. Das das Metall im Weg ist, halte ich für eine schwache Argumentation. Dieses hat nach erfolgter Verknöcherung keine tragende Funktion mehr und könnte z.B. auch entfernt werden. Klar sind die Rippen mit der Wirbelsäule gelenkig verbunden und insofern gibt es da auch Abhängigkeiten, aber es sollte doch möglich sein, an den Rippen trotzdem Veränderungen vorzunehmen, um den Rippenbuckel zu reduzieren.

Eine reine Rippenbuckelresektion würde allerdings an Deiner Schmerzproblematik nichts ändern.

Du solltest deshalb mit mehreren OP-Zentren besprechen, welche Möglichkeiten die dort zur Schmerzredution sehen und zusätzlich das ganze auch mit einem speziellen Schmerztherapeuten abstimmen.
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