Meine WS (Skoliose/Scheuermann) - wie schlimm?

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
Tassilo
Newbie
Newbie
Beiträge: 7
Registriert: Mo, 22.12.2008 - 16:43
Kontaktdaten:

Meine WS (Skoliose/Scheuermann) - wie schlimm?

Beitrag von Tassilo »

Hallo liebe Forengemeinde,

Ich bin 18 Jahre alt, männlich und erzähl mal meine Geschichte :).

Bei meiner Musterung im Februar 08 gab ich u.a. starke Rückenschmerzen an (da ich eine Ausmusterung angestrebt habe), worauf ich geröngt wurde. Ich wurde dann aufgrund meiner Befunde an der WS auf untauglich gemustert.

Vor meiner Musterung wusste ich nichts von meiner WS-Deformation (Diagnose: leichte Skoliose und leichter Scheuermann, Gradzahlen weiß ich leider nicht), allerdings war mir schon aufgefallen, dass ich vom stehen bzw. rumlaufen relativ schnell Rückenschmerzen kriege. Besonders krass fand ich es, als ich bei einem Musikfestival (Rock im Park) 4 Tage lang ziemliche Schmerzen hatte, aufgrund von wenig Schlaf und extrem viel rumlaufer- und rumsteherei.

Seit meiner Musterung lässt mich aber meine WS nicht mehr los (:D), da ich seit 8 Jahren aktiver Turner bin und ich seit dem Befund mir so meine Gedanken mache, inwiefern bzw. wie stark das meiner WS schadet (vorallem Boden und Sprung, aufgrund der Kompressionseinwirkung?). Etwas verunsichert hat mich der Arzt, der sich die Röntgenbilder ansah und meinte "ah, sie werden ja nicht gerade eine Karriere als Leistungssportler anstreben mit dieser Wirbelsäule". Ich muss dazu sagen, dass ich beim Turnen bzw. in der Halle (hatte auch 2 Jahre Sport-Leistungskurs in der Schule) eigentlich nie Rückenschmerzen verspüre, jediglich bei längerem rumlaufen bzw. rumstehen (auf Konzerten oder beim Stadtbummel fällt es mir z.B. oft auf).

Ich habe mal ein paar Bilder hochgeladen, die Röntgenaufnahmen meiner WS von Februar 08 zeigen (leider keine Gesamtaufnahme der WS). Ich dachte mir, dass ich mich mal hier an dieses Forum wende, bevor ich zu irgend nem Orthopäden renne, da es mir nach einigem lesen so scheint, als wären hier doch durchaus kompetente Leute unterwegs.

Ich wäre also dankbar, wenn hier ein paar Leute ihre Meinungen posten würden, ob ich mir um meinen Rücken ernsthafte Sorgen machen muss und ob es Sinn macht, jetzt noch eine krankengymnastische Behandlung anzufangen.

Hier noch die Bilder:

http://home.arcor.de/flash_fish/ws/ws1.jpg
http://home.arcor.de/flash_fish/ws/ws2.jpg
http://home.arcor.de/flash_fish/ws/ws3.jpg
http://home.arcor.de/flash_fish/ws/ws4.jpg
http://home.arcor.de/flash_fish/ws/ws5.jpg

Dankeschön im voraus und schöne Feiertage an alle!
Grüße,
Tassilo
Benutzeravatar
BlümchenRose
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 119
Registriert: Sa, 22.03.2008 - 11:43
Geschlecht: weiblich
Diagnose: Rechtskonv. thorakale Skoliose (66°) Thorakolumbaler linkskonv. Gegenschwung (23°)
Therapie: KG
OP '08: dorsale Korrekturspondylodese TH5-TH12, Restkrümmung: 26°
Wohnort: Bayern

Re: Meine WS (Skoliose/Scheuermann) - wie schlimm?

Beitrag von BlümchenRose »

Hallo!

Ok, du willst eine Meinung - ich bin kein Experte sondern NUR LAIE, was dir auf jeden Fall klar sein sollte!
Hier bekommst du meine Meinung ;-) (wobei ich gleich bemerken will: mit Skoliosen kenn ich mich noch einigermaßen aus, aber bei Scheuermann fragst du die falsche, da kenn ich mich gar nicht aus!)

Beim 1. Bild dachte ich mir: "was will er denn von mir?", beim zweiten sind mir "nur" die Lücken zwischen den Wirbelkörpern aufgefallen und beim RöBi von der ganzen WS sieht man schon eine leichte Krümmung der LWS.
Was soll ich jetzt sagen? Ich denke, du solltest unbedingt zu einem WS-Spezialisten gehen, der sollte sich deine Bilder angucken und dann könnt ihr gemeinsam beratschlagen, was gemacht werden soll.
Ich glaube, dass deine Krümmung nicht sehr schwer ist, weiß aber auch, dass ich mich beim Krümmungen schätzen immer ziemlich vertu, daher => vom Arzt checken lassen!
Tassilo hat geschrieben:ob ich mir um meinen Rücken ernsthafte Sorgen machen muss und ob es Sinn macht, jetzt noch eine krankengymnastische Behandlung anzufangen.
Lass dich von einem Orthopäden angucken, am besten von einem WS-Spezialisten. Aus welchen Bundesland kommst du denn? Dann könnte man dir einen Spezialisten in der Nähe empfehlen...

Ich bräuchte jetzt deine °-Zahlen, damit ich sagen könnte, wie du am besten vorgehst. wenns nur eine leichte Krümmung ist, solltest du auf jeden Fall mal KG machen, wenns stärker ist kann auch ein Korsett noch helfen.

So, dann jetzt mal zum Sport. Ich kenn mich auf diesem Gebiet (Bodeturnen etc.) nicht sonderlich gut aus, daher hab ich mal ein bissal gegoogelt. Das kam dabei raus:
Empfehlung
Grad der Skoliose Sportempfehlung
10 - 20 Grad
- alle Sportarten sind möglich
- spezielle Empfehlung nicht erforderlich
- aktive Schulsportteilnahme wird empfohlen
21 – 40 Grad
- alle Sportarten grundsätzlich möglich (keine Stoßbelastungen der Wirbelsäule)
- aktive Schulsportteilnahme wird empfohlen
- während der Sportausübung keine Orthese
> 41 Grad
- Sport wird empfohlen unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Rücksicht auf eine eventuelle kardiopulmonale Beeinträchtigung oder andere Risikofaktoren genommen wird
operierte Patienten
- dieselben Empfehlungen wie bei den Skoliosen von 21 - 40 Grad
- Generelle Empfehlung ist nicht möglich. Festle gung vom Operateur ein Jahr postoperativ (Art des Instrumentariums, Länge der Spondylodese)
- Nicht empfehlenswerte Sportarten: Kontaktsportarten, Bodenturnen, Springreiten, Trampolinspringen, Leistungssport

Quelle

Dann hab ich auch noch das hier gefunden: “Skoliose und Sport“ und hier direkt was ausm Forum.
Dadurch, dass ich mich im sportlichen bereich nicht so auskenne, weiß ich grad nichtmal, ob du überhaupt Bodenturnst oder doch was anderes?!?
So, abschließend zum Sport: Wenn du deine genauen °-Zahlen kennst, dann kannst du ungefähr sagen, was du machen darfst / kannst / sollst und was nicht. Bodenturnen wird hier "nur" bei operierten ausgeschlossen, dir gehts beim Sport gut, ich denke, beim Turnen wird auch die Rückenmuskulatur gestärkt - warum solltest du diesen Sport dann aufgeben?

Meine Meinung: Ab zum WS-Spezialisten!

Vlg
Bettina
Lebe deinen Traum - träume nicht dein Leben!
Tassilo
Newbie
Newbie
Beiträge: 7
Registriert: Mo, 22.12.2008 - 16:43
Kontaktdaten:

Beitrag von Tassilo »

Hi Bettina,

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
Ja, Bodenturnen stimmt. Also hauptsächlich Boden und Sprung (das mit dem Sprungtisch ;)) und jetzt auch wieder Reck und Barren (ich denk mal dass ein paar Übungen die Riesenfelgen, bei denen man genau das Gegenteil der Kompressionsbelastung hat, also quasi "auseinandergezogen" wird, nicht schaden).

Ich komme aus München. Habe hier im Forum gelesen dass Dr. Paulus im Raum München für Skoliose und WS-Deformationen erste Wahl ist bzw. empfohlen wird?
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15281
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Tassilo hat geschrieben:Ich wäre also dankbar, wenn hier ein paar Leute ihre Meinungen posten würden, ob ich mir um meinen Rücken ernsthafte Sorgen machen muss und ob es Sinn macht, jetzt noch eine krankengymnastische Behandlung anzufangen.
Also neben der Skoliose ist nun wirklich eine deutliche Hyperkyphose (Rundrücken) und Hyperlordose (Hohlkreuz) erkennbar.

An Deiner Stelle würde ich mit diesen Bildern zu Dr. Paulus gehen. Auch wenn es keine Ganzaufnahmen sind, lässt sich damit durch Aneinanderlegen der Aufnahmen durchaus was Grundsätzliches sagen. Die Winkel sind dann wahrscheinlich nicht genau, aber eine Schroth REHA würde ich da auf jeden Fall als dringende Behandlungsmöglichkeit sehen!

Du solltest Dich vorher hier im Forum noch intensiv informieren und versuchen, eine eigene Kompetenz aufzubauen, um dann entsprechende Forderungen zu stellen.
Ich bin mir nämlich nicht sicher, wie leicht es bei dem Dr. Paulus ist, die Unterstützung für eine Schroth REHA zu bekommen. Mit 18 ist man bei den meisten Orthopäden ein Erwachsener, der eben damit leben muss, leider!
Und bei Hyperkyphose wird die Sache noch schwieriger, weil auch etwas kompetentere Orthopäden diese gern mal ignorieren. Du solltest also schon deutlich auf Deine Beschwerden hinweisen, die Du ja offensichtlich im Alltagsleben damit hast.

Und was den Sport angeht, so sind die Anmerkungen von BlümchenRose sicherlich gut gemeint, aber erst nach einer REHA ist man im allgemeinen in der Lage zu beurteilen, was gut oder schlecht ist.
Ausserdem werden hier nur die Skoliose-Winkel aufgegeführt, die Hyperkyphose und die Hyperlordose ist leider völlig ausgeblendet!

Im Vordergrund stehen nach der REHA die Übungen, die man ja zuhause weiterhin selbstständig machen muss. Das lässt sich dann auch im Laufe der Zeit auf die sonstigen sportlichen Aktivitäten (aktive richtige individuelle Muskelpflege-ganz wichtig!) übertragen.

Die ganze Situation kann sich im Laufe der Zeit weiter verschlechtern, das sollte Grund genug sein, sofort etwas zu unternehmen, unabhängig davon, ob das jetzt "schlimm" ist.
Diagnosen stellen wir hier grundsätzlich nicht, da hat BlümchenRose völlig recht, es sind alles nur persönliche Einschätzungen, die von meiner Seite aus mehr den bekannten Tritt in den Hintern bedeuten, als einen Trost, es ist ja nicht so schlimm. Der führt oft nicht weiter und wird nur dadurch bestimmt, wie stark die aktuellen Beschwerden gerade sind. :)

Gruss
Klaus
Benutzeravatar
BlümchenRose
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 119
Registriert: Sa, 22.03.2008 - 11:43
Geschlecht: weiblich
Diagnose: Rechtskonv. thorakale Skoliose (66°) Thorakolumbaler linkskonv. Gegenschwung (23°)
Therapie: KG
OP '08: dorsale Korrekturspondylodese TH5-TH12, Restkrümmung: 26°
Wohnort: Bayern

Beitrag von BlümchenRose »

Hallo Tassilo!

Nochmal von mir ;-)
Du kommst aus München, da würde ich dir auf jeden Fall die Wirbelsäulenchirurgie im BHZ Vogtareuth und dort den Prof. Wimmer empfehlen!

Wie ich schon erwähnte, ich kenn mich mit Skoliosen etwas aus, alles andere ist für mich (noch) unerforscht, daher konnte ich die Hyperkyphose und Hyperlordose nicht erkennen, weil ich einfach rein auf die Skoliose geachtet habe.

Besprich dich mit deinem Arzt, evtl. sogar Prof Wimmer?!? Und dann kannst du weiter planen, ob du KG / Korsi oder Reha bekommst oder machen willst. dort wird man mit dir auch klären, welche Sportarten sinnvoll sind und welche nicht.

vlg
Bettina

PS.: Evtl. auch Dr. Hoffmann in Leonberg (bei Stuttgart) oder Tübingen eine Adresse? Kenn ich beide nicht persönlich, mein persönlicher Favorit ist Vogtareuth mim Prof. Wimmer
Lebe deinen Traum - träume nicht dein Leben!
Björn
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 144
Registriert: Mo, 06.10.2008 - 11:21
Wohnort: Hamburg

Beitrag von Björn »

Hallo Tassilo,
ich finde es gut, dass dich dein Rücken beschäftigt und dass du es angehen willst. Ich finde ebenfalls total super, dass du nicht gleich zu irgendwelchen Orthopäden rennst, sondern dich vorher im Forum informierst. Das kann dir sehr viel Leid ersparen!
Wenn du zu einem Orthopäden um die Ecke gehen würdest kann ich dir vorhersagen was er mit dir macht. Er wird dir Krankengymnastik (KG) verschreiben und wenn die Schmerzen grade akkut sind vielleicht noch Tabletten. Du wirst damit die Schmerzen aber nicht dauerhaft in den Griff bekommen.
Du mußt deinen Körper verstehen lernen. Was habe ich genau? Was kann ich dagegen machen? Wie bin ich wirklich grade?
Ich habe erst vor ein paar Wochen erfahren, dass ich wenn ich glaube grade zu sein noch viel stärker ins Hohlkreuz gehe.

So, jetzt zum Thema Arztwahl. Wenn Klaus dir empfiehlt zu Dr. Paulus zu gehen, dann mach das und nformiere dich vorher ausführlich im Forum.

Einen Wirbelsäulenchirurgen würde ich mit Vorsicht genießen. Da habe ich selbst die leidvolle Erfahrung gemacht, dass da nichts bei rauskam. Wenn der Professor deine Röbis sieht wird er höchstwahrscheinlich denken: 'Da ist nichts dran zu operieren. Was will der eigentlich bei mir?'
Danach wird er sich nur noch halbherzig um dich kümmern. Bei mir kam dabei heraus, dass er mir den gleichen Müll erzählt hat wie die Orthopäden um die Ecke :-(

Wichtig ist, dass du zu einem Arzt gehst der auch konservative Methoden bei WS-Deformationen bei Erwachsenen unterstützt. Da scheint Klaus sich bei Dr. Paulus ja nicht so sicher zu sein. Aber einen Versuch ist es ja wert.

Ich persönlich würde jedoch nach meinen Erfahrungen der letzten Monate direkt zu Dr. Hoffmann nach Stuttgart fahren.

Viel Erfolg
Gruß
Björn
Tassilo
Newbie
Newbie
Beiträge: 7
Registriert: Mo, 22.12.2008 - 16:43
Kontaktdaten:

Beitrag von Tassilo »

Hallo,

Erstmal vielen Dank für die schnellen und ausführlichen Antworten!
Ich werde mich jetzt noch ein wenig über Dr. Paulus informieren und dann versuchen, baldmöglichst einen Termin zu kriegen. Bin gespannt auf seine Therapievorschläge und werde sie euch natürlich nicht vorenthalten.

Allgemein scheint ja die Meinung zu sein, dass bei mir noch nichts verloren ist ;). Das stimmt mich schonmal glücklich.

Wie läuft denn eine Reha im allgemeinen so ab?
Ein bekannter von mir, der auch Skoliose hat, war schonmal für ein paar Wochen in Kur und hat gemeint, dass sämtliche Übungen fast aus Atemübungen bestanden? Ich glaube, ich werde auch ihn nochmal fragen, welche Erfahrungen er mit welchen Ärzten gemacht hat.

Mit einer Krankengymnastik könnte ich mich wohl auch anfreunden, da ich motorisch einigermassen fit bin und mit Übungen zuhause eigentlich kein Problem habe. Wie auch immer, ich warte erstmal ab, was der Arzt sagt.

Grüße,
Tassilo
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15281
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Tassilo hat geschrieben:Bin gespannt auf seine Therapievorschläge und werde sie euch natürlich nicht vorenthalten.
Wenn Schroth REHA nicht kommen sollte, solltest Du das vorschlagen! So war das mit der Eigenkompetenz gemeint, die nicht leicht fällt, wenn man es nicht gewöhnt ist, den Arzt geschickt in eine bestimmte Richtung zu lenken. :)
Björn hat geschrieben:Wenn Klaus dir empfiehlt zu Dr. Paulus zu gehen, dann mach das und nformiere dich vorher ausführlich im Forum.
Die Empfehlung (mit der Einschränkung, dass wir nicht wissen, wie das mit der Unterstützung Schroth REHA ist) war auch etwas eigennützig!

Wir sind hier im Forum ja immer auf der Suche nach Erfahrungen mit wirklich kompetenten Orthopäden und da ist Dr. Hoffmann in Stuttgart leider :) immer wieder einsamer Spitzenreiter. Bislang gibt es nichts ähnliches, was den Umfang der kompetenten Behandlung (Röntgenbild, Beratung, Vorschläge) angeht.
Wohlgemerkt, es hat hier noch keine solcher Erfahrungsberichte gegeben, davon lebt ja das Forum!

Dr. Paulus ist zumindest einen Versuch wert.

Gruss
Klaus
Tassilo
Newbie
Newbie
Beiträge: 7
Registriert: Mo, 22.12.2008 - 16:43
Kontaktdaten:

Beitrag von Tassilo »

Ahoi,

Habe morgen Termin bei Dr. Paulus. Bin gespannt, mir sind allerdings in letzter Zeit keine Rückenschmerzen bei mir aufgefallen, daher hoffe ich dass ich ihm trotzdem gut beschreiben kann, wos wehtut.
Ich habe nämlich die Vermutung dass meine Rückenschmerzen ihren Ursprung eher in der Hyperlordose haben als in der Skoliose. Aber mal sehen.
Ich schau mal was ich im Forum noch finde zu Dr. Paulus...

Grüße,
Tassilo
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15281
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Tassilo hat geschrieben:Ich habe nämlich die Vermutung dass meine Rückenschmerzen ihren Ursprung eher in der Hyperlordose haben als in der Skoliose
Glaubst Du etwa, dass eine Hyperlordose (und eine Hyperkyphose) kein Grund ist etwas zu unternehmen?

Die meisten Orthopäden sind leider dieser Meinung und ignorieren das bzw. nehmen das nicht ernst! Wir haben hier extra diese Rubrik, um klarzustellen, dass hier eine Behandlung ebenso wichtig ist, wie bei einer Skoliose.

Gruss
Klaus
Tassilo
Newbie
Newbie
Beiträge: 7
Registriert: Mo, 22.12.2008 - 16:43
Kontaktdaten:

Beitrag von Tassilo »

Nein, das glaube ich auf keinen Fall. Das wollte ich damit nicht sagen :D

Im Endeffekt ist es ja egal woher die Schmerzen kommen, Fakt ist, dass sie vorhanden sind und es so ja nicht weitergehen kann...
Tassilo
Newbie
Newbie
Beiträge: 7
Registriert: Mo, 22.12.2008 - 16:43
Kontaktdaten:

Beitrag von Tassilo »

Die Diagnose ergab folgendes:

Er meinte dass meine Schmerzen nicht von der Skoliose herkommen und man bei meiner WS noch nicht von einer Skoliose sprechen könnte. Die Hyperlordose und Kyphose (bzw den Scheuermann) hat er sich genauer angeschaut und, nachdem er die Beweglichkeit meiner WS gecheckt hat (da passt wohl alles) die LWS geröngt (einmal beim nach vorne beugen, einmal nach hinten). Mit dem Bild wo ich mich nach hinten beuge war er sehr zufrieden, bei dem wo ich mich nach vorne beuge hat er eine Versteifung in der LWS festgestellt.
Dann hat er meine WS noch 3D vermessen und mir aufgetragen, ein MRT (Kernspindtomographie) machen zu lassen, da er abklären will, ob ich degenerative Erscheinungen an den Bandscheiben habe und ob bzw. wie stark ne Spondylose vorhanden ist.
Zusätzlich hat er mir 10 KG verordnet, bei ner KG die sich auf Wirbelsäulen spezialisiert hat und auch nach Schroth therapiert.

Insgesamt fand ich ihn sehr sympathisch (da er bei Schmerzen in meinem Alter über einen längeren Zeitraum akuten Handlungsbedarf sieht) und hab mich in guten Händen gefühlt. Interessant fand er, dass ich zwar ne leichte Skoliose habe, aber mein Becken anscheinend gerade ist und daher auch keine Beinlängendifferenz vorliegt.

Ich bin gespannt wie die KG verläuft und ob bzw. wie stark sie was bringt.
Er meinte dass ich zwar muskulär fit bin, aber die KG mir auf alle Fälle helfen sollte, zumal er die KG auch für sehr gut befindet.

Mal gucken, wies weitergeht :)
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15281
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Tassilo hat geschrieben:Die Hyperlordose und Kyphose (bzw den Scheuermann) hat er sich genauer angeschaut und, nachdem er die Beweglichkeit meiner WS gecheckt hat (da passt wohl alles) die LWS geröngt (einmal beim nach vorne beugen, einmal nach hinten).
Na toll, die Hyperkyphose hat er sich "angeguckt", aber nur die LWS geröntgt. Den Winkel der Kyphose gibt es somit auch nicht.
So kann man nach meiner Meinung nicht die Sitaution der gesamten Wirbelsäule erfassen!
Und das ist dringend erforderlich, alles hängt miteinander zusammen.

KG nach Schroth ist wenigstens etwas, aber eine Schroth REHA sollte es schon sein. Hat er das (bzw. Du) nicht angesprochen?

Bist Du privat versichert oder warum hat er gleich 10 Verordnungen aufgeschrieben?
Und wer bezahlt die 3 D Aufnahme, die es bei der REHA kostenlos gibt?

Gruss
Klaus
Tassilo
Newbie
Newbie
Beiträge: 7
Registriert: Mo, 22.12.2008 - 16:43
Kontaktdaten:

Beitrag von Tassilo »

Ne, Reha hab ich leider nicht angesprochen, hab ich vergessen :/, hm, blöd!

Ich denke die Kyphose hat er sich nicht weiter angeschaut, weil ich dort keine Beschwerden habe. Daher hat er wohl erstmal den Fokus auf meine "Problemzone" gelegt.

Ja, ich bin privat versichert. Aber sind 10 Einheiten nicht normal? Ich dachte das wäre die gängige Anzahl...
Das mit der 3D Aufnahme ist allerdings interessant, dass es die bei der Reha für lau gibt... tja, wieder schlauer geworden.

Ich werde mein Vertrauen jetzt mal in die KG setzen und schauen was die bringt. Falls sie nicht den gewünschten Erfolg bringt, werde ich beim nächsten Besuch mal das Thema Reha ansprechen.
Gerhard1963
Newbie
Newbie
Beiträge: 47
Registriert: Fr, 29.08.2008 - 07:20

Beitrag von Gerhard1963 »

Bei Gesetzlichen gibt es nur 6 Stunden KG pro Verordnung.
Aber schon lang her das Ich die mal rausgerückt bekommen hab .....
Auf das ewige eingerenke als Chronisch Blockierter hab Ich auch keine Lust mehr daher geh Ich so gut wie gar nicht mehr zum Orthopäden.
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15281
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Tassilo hat geschrieben:Ich denke die Kyphose hat er sich nicht weiter angeschaut, weil ich dort keine Beschwerden habe. Daher hat er wohl erstmal den Fokus auf meine "Problemzone" gelegt.
Nochmal, es hängt alles zusammen !!!
Man kann nicht einfach die Bereiche der WS isoliert betrachten.
Ich werde mein Vertrauen jetzt mal in die KG setzen und schauen was die bringt. Falls sie nicht den gewünschten Erfolg bringt, werde ich beim nächsten Besuch mal das Thema Reha ansprechen.
Das Problem bei Hyperkyphose ist leider, dass sich die ambulanten Schroth Therapeuten oft nicht so gut damit auskennen.
Es gibt sehr viel mehr Skoliose Patienten und dementsprechend ist der Wirkbereich dieser Therapeuten aufgrund mangelnder Erfahrungen eingeschränkt.
Ich habe erst bei meiner REHA gemerkt, wie falsch so einiges vorher gelaufen ist.

Im übrigen gibt es auch deshalb mehr Skoliose Patienten, weil die Hyperkyphose nicht ernst genommen wird und somit bei der Behandlung kaum auftaucht.
Und eine Hyperlordose (Hohlkreuz), die Dir Beschwerden macht, ist unmittelbar mit der Hyperkyphose (Rundrücken) als Ausgleich verbunden.

Gruss
Klaus
Björn
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 144
Registriert: Mo, 06.10.2008 - 11:21
Wohnort: Hamburg

Beitrag von Björn »

Hallo,
wenn ein Arzt ein Gerät hat um 3D-Aufnahmen zu machen, dann wird er bei einem Privatpatienten auch welche machen. Selbst wenn sie sinnlos sind, man gerade erst welche hat machen lassen oder der Arzt sich diese nichteinmal anguckt!
Das leicht verdiente Geld läßt er sich nicht entgehen. Naja, tut ja auch keinem weh....

Klaus hat geschrieben:Im übrigen gibt es auch deshalb mehr Skoliose Patienten, weil die Hyperkyphose nicht ernst genommen wird und somit bei der Behandlung kaum auftaucht.
Und eine Hyperlordose (Hohlkreuz), die Dir Beschwerden macht, ist unmittelbar mit der Hyperkyphose (Rundrücken) als Ausgleich verbunden.
Nicht unbedingt. Siehe in meinem Fall. Jedoch macht das die Sache auch nicht besser!
Wenn dein Arzt keine Ganzaufnahmen machen kann wird er es sich jedoch auch nicht angucken. Dann müßte er den Patienten ja abgeben...
Kannst ihn ja mal auf Ganzaufnahmen ansprechen. Er wird dir sagen das es Quatsch ist. Das habe ich auch erlebt. Ich habe mir trotzdem die Ganzaufnahmen geholt und konnte das Disaster dann mit meinem Laienblick sofort erkennen.
Vorher, bevor ich das Forum kannte, habe ich mein "Hohlkreuz" zehn Jahre lang völlig falsch behandelt/behandeln lassen.

Gruß
Björn
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15281
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Börn hat geschrieben:
Klaus hat geschrieben:Im übrigen gibt es auch deshalb mehr Skoliose Patienten, weil die Hyperkyphose nicht ernst genommen wird und somit bei der Behandlung kaum auftaucht.
Und eine Hyperlordose (Hohlkreuz), die Dir Beschwerden macht, ist unmittelbar mit der Hyperkyphose (Rundrücken) als Ausgleich verbunden.
Nicht unbedingt. Siehe in meinem Fall. Jedoch macht das die Sache auch nicht besser!
Meine Aussage war auf Tassilos Situation bezogen.
Auch wenn wir eigentlich nichts konkretes wissen, geht es wohl um die typische Hyperkyphose mit Hyperlordose.

Gruss
Klaus
Björn
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 144
Registriert: Mo, 06.10.2008 - 11:21
Wohnort: Hamburg

Beitrag von Björn »

Klaus hat geschrieben:
Börn hat geschrieben:
Klaus hat geschrieben:Im übrigen gibt es auch deshalb mehr Skoliose Patienten, weil die Hyperkyphose nicht ernst genommen wird und somit bei der Behandlung kaum auftaucht.
Und eine Hyperlordose (Hohlkreuz), die Dir Beschwerden macht, ist unmittelbar mit der Hyperkyphose (Rundrücken) als Ausgleich verbunden.
Nicht unbedingt. Siehe in meinem Fall. Jedoch macht das die Sache auch nicht besser!
Meine Aussage war auf Tassilos Situation bezogen.
Auch wenn wir eigentlich nichts konkretes wissen, geht es wohl um die typische Hyperkyphose mit Hyperlordose.

Gruss
Klaus
Meine Aussage war auch auf Tassilos Situation bezogen. Egal ob man ein Kyphose erwartet oder nicht, sollte man sich die gesamte Wirbelsäule angucken. Auch wenn man damit nicht so viel Geld verdienen kann wie mit den 3D-Aufnahmen. Für die 3D-Aufnahmen bekommt der Arzt etwa doppelt soviel wie für die Ganzaufnahmen! Für den Patienten sind diese Aufnahmen für eine Diagnose meiner Meinung nach jedoch völlig unbrauchbar.
Da das der privaten Kasse aber egal zu sein scheint, schlägt der Orthopäde da zu.
Dann stellt sich die Frage: Ist es wirklich von Vorteil privat versichert zu sein?

Gruß
Björn
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15281
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Björn hat geschrieben:Dann stellt sich die Frage: Ist es wirklich von Vorteil privat versichert zu sein?
Also bei Skoliose/Kyphose sicherlich nicht, allein schon wegen der möglichen erhöhten privaten Kosten bei einer Schroth REHA.

Gruss
Klaus
Antworten