Vielen Dank für Eure Antworten. Ich finde es toll, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt. Danke.
Ich möchte im Folgenden auf einige Eurer Punkte eingehen:
Silas hat geschrieben:Zunächst sollte eine saubere Diagnostik bei einem kompetenten Orthopäden her. Dafür unerlässlich sind 2 Ganzwirbelsäulenaufnahmen - eine von vorne, eine von der Seite.
Toni hat geschrieben:Erst eine gründliche Diagnose:
2 GanzWS-Aufnahmen im Stehen frontal und sagittal.
Vermessung nach SCHOBER & OTT mit FBA.
Klaus hat geschrieben:wie Silas und Toni schon geschrieben haben, erst mal eine kompetente Diagnose mit Angabe der Gradzahlen, um die Situation eingrenzen zu können.
Wenn ich mich recht erinnere, dann wurde diese Diagnose vor knapp 4-5 Jahren mit Bestimmung der Gradzahl und Frontal/Seitlich Röntgen durchgeführt. Die Unterlagen und Befunde hierfür müssten noch bei meinem Orthopäden liegen. Theoretisch müßte es möglich sein diese anzufordern. Macht eine
erneute Diagnose Sinn? Kann sich da so viel verändert haben?
Silas hat geschrieben:Darauf sieht man dann einerseite, wie stark Hyperkyphose und Hyperlordose wirklich sind und in welchem Umfang Schäden durch den M. Scheuermann vorhanden sind.
Ich kann mich noch an eine Aufnahme mit so leicht gerippten Wirbelknochen erinnern. Nicht schlimm, aber sichtbar. Mit diesen hat mir mein Arzt damals M. Scheuermann erklärt (und gemeint, dass er hauptsächlich Ruderer mit diesem Phänomen behandelt).
Toni hat geschrieben:Anhand der Bilder vermute ich mal, daß Dein Hauptproblem ist eine Hyperlordose der LWS und starke Verkürzungen (Beinrückseiten) bei schwacher Bauchmuskulatur. Viel geübt aber zu wenig gedehnt.
Die BWS-Kyphose ist vermutlich überwiegend kompensatorisch.
Ohne das jetzt mit Sicherheit sagen zu können, aber ich glaube genau das war die Diagnose. In der ersten Behandlung wurde nämlich versucht die Beine (Unterschenkel/Gesäßmuskel) zu dehnen und gleichzeitig die Bauchmuskeln zu stärken. Vereinzel kamen noch Übungen für obere/lange Rückenmuskeln und allgemeine Stabilität (Seitwärsdrehungen, usw.) hinzu.
Für all diese Übungen habe ich noch Illustrationen (habe mich damals selbst fotografiert + Instruktion festgehalten). Ich könnte damit das Training leicht wieder aufnehmen.
Toni hat geschrieben:Außerdem zeigt Dein Rückenbild von hinten ungleiche Schulterhöhen und ungleich-hohe Schulterblätter. Das könnte auch auf eine scheuermanntypische Begleit-Skoliose hindeuten.
Ich glaube hier an den Beckenschiefstand den auch schon meine Mutter hat (ohne M.Scheuermann). Diese Schiefe ist schon auf Bildern zu erkennen, als ich noch 8-10 Jahre alt war. Leider wurde damals nichts unternommen.
Toni hat geschrieben:Wie leider soooo Viele hättest Du schon vor Jahren in ein gutes Reklinations-Korsett gehört, dann wärest Du jetzt gesund und gerade.
Das Thema Korsett hatte ich kurz angesprochen, mein Arzt meinte jedoch dass a) die Haltung schon zu stark zementiert ist und b) das Korsett meinem Körper dann die Arbeit abnimmt. Er hat mir empfohlen lieber mit einem Korsett aus Muskeln zu arbeiten und dieses dann ein Leben lang "fit" zu halten. Klingt soweit für mich eigentlich noch plausibel. Was meint Ihr?
Klaus hat geschrieben:Es gibt im Forum einige User aus der Schweiz, Du solltest das in Deinem Profil eintragen, damit besser reagiert werden kann. Toni kann Dir sicherlich die Möglichkeit in Zürich nennen, ansonsten ist dann die Behandlung kostenmässig eine wohl schwierige Sache.
Werd ich machen. Habt Ihr diesbezüglich ansonsten Erfahrungswerte? Wie wird denn eine Therapie/REHA/Training/Korsett klassifiziert? Ich werde mich mal auf die Suche nach Leistungen diesbezüglich in der GKV machen. Falls die Kosten gänzlich nicht übernommen werden, dann ist wohl eh fraglich ob ich mir das leisten kann.
Toni hat geschrieben:Aber es ist NIE ZU SPÄT.
Klaus hat geschrieben:Grundsätzlich muss man aber sagen, dass man oft um eine stationäre REHA nicht herumkommt, weil es hier um spezielle Übungen geht, die sehr viel mit Körpergefühl zu tun haben, was man neu lernen muss und das ist nun mal mit viel Zeit und intensivem Kontakt mit Therapeuten verbunden.
Sollten hauptsächlich Verkürzungen der Rücken-Strukturen Ursache dafür sein, so können entsprechende Dehnübungen erfolgreich sein und das kann man sicherlich vor Ort durchführen.
Generell motivieren mich Eure Aussagen jetzt das Ganze zumindestens wieder anzupacken.
geplante Agenda:
1. Mit dem alten Minimalprogramm an REHA-Übungen vorerst wieder anfangen.
2. Befunde aus GER anfordern und/oder neue Diagnose in CH erstellen lassen (hier wäre ich über Hinweise/Tipps von Forenlesern aus CH überaus dankbar).
3. Abklären inwiefern Kosten für REHA/Korsett/Training, usw. in CH durch die GKV übernommen werden.
4. Zusammen mit dem Arzt (herausgefordert durch kritisches Feedback von Euch) eine Langzeitstrategie entwerfen.
Was haltet Ihr davon?
Beste Grüße,
scheuer_mann