bereits seit einiger Zeit las ich unregistriert mit und nun habe ich mich entschieden, mich bei euch anzumelden und in eurer Mitte mitzumischen
Ich bin 24 Jahre alt, Studentin und - was meine Knochen angeht - nicht mehr soooo die fitteste.
Meine gesundheitlichen Probleme sind eigentlich alle kortisonbedingt, bzw. Folgeerscheinungen jahrelanger Kortisonüberdosierung.
Zunächst mal das, was nicht den Rücken betrifft:
Hüftkopfarthrose
Hüftkopfnekrose
Knorpelnekrosen
Hüftdysplasie
Ich habe eigentlich schon seit ewigen Zeiten immer irgendwie Rückenschmerzen, aber meine Ärzte schoben es auf den Ischias, verpassten mir ein paar Spritzen oder begründeten die Rückenschmerzen mit meinem (ebenfalls kortisonbedingten) Übergewicht.
Vor über zwei Monaten erwischte es mich dann so richtig. Ich konnte von einen auf den anderen Tag morgens nicht mehr aufstehen, pumpte mich voll mit Schmerzmitteln, um mich zum Arzt zu begeben und wurde wieder einmal mit Ischias nach Hause geschickt.
Nach zwei Wochen war noch immer keine Besserung in Sicht und so diagnostizierte man eine Knochenhautentzündung, Wirbelkörperentzündung und Nervenentzündung. Alles schrecklich überreizt! Bettruhe + Tramagit + Lyrica. Dann würde das schon werden.... Pustekuchen!
Nach weiteren vier Wochen konnte ich noch immer keine Besserung verzeichnen.
Im Gegenteil: Einigermaßen gut ging es mir noch beim Liegen in Stufenlagerung, sitzen konnte ich maximal zwischen 15-30 Minuten lang, meine Haltung wurde immer krummer. Taubheit in den Füßen, ausstrahlende Schmerzen.
Nächste Diagnose wurde in den Raum gestellt: Möglicherweise Bandscheibenvorfall.
Ich bat meinen Hausarzt darum, mich bitte endlich zu einem FA zu überweisen. Antwort: Das bliebe ohne Konsequenz, also nein.
Nach sieben Wochen ging es mir noch immer kein Deut besser, trotz wochenlanger KG und Schmerzmitteln und so entschied sich mein HA doch endlich mal für eine Überweisung zum FA.
Nun habe ich eine Diagnose, mit der ich und sicherlich auch der harte Kern von euch, was anfangen kann.
Morbus Scheuermann (abgelaufen)
Hyperlordose
Hyperkyphose
5 stark deformierte Brustwirbel, die Deformationen allesamt kortisonbedingt.
Alle anderen Wirbelkörper weisen Kantenungenauigkeiten, sprich, Abnutzungen auf.
Normalerweise würde man - laut Aussage des Arztes operieren, Rundrücken und Hohlkreuz begradigen und versteifen. Dafür sei ich aber zu jung, also muss eine andere Lösung her.
Eines steht natürlich schon fest: Am besten, ich nehme erstmal schnell 25kg ab....
Problem ist, dass mein Rundrücken immer ausgeprägter wird und ich es nicht mehr schaffe, mich halbwegs gerade zu halten. Bin ich oben gerade, gehe ich verstärkt ins Hohlkreuz (was auf der Bildgebung fast einen 90° Winkel hatte). Versuche ich mit Beckenkippung meinem Hohlkreuz entgegenzuwirken, sacke ich oben zusammen und hab den Rundrücken.
Bekam nun eine Rückenorthese verordnet, das Rucksacksystem Spinomed, worüber hier bei euch ja auch schon fleissig diskutiert wurde.
Die Spinomed soll ich permanent tragen, in allen Situationen in denen ich es selbsttätig nicht mehr schaffe, mich gerade zu halten. Sprich: Immer, außer beim Schlafen und beim Sport.
Zusätzlich Sport: Funktionstraining / Krafttraining zwecks Muskelaufbau und ein wenig KG.
Medikamententechnisch bin ich bei 2x Tramagit 150 und 2x Ibuprofen 800mg, weitere Ibus nach Bedarf. Lyrica 75, die ich auch 2x genommen habe, wurde abgesetzt.
Ansonsten soll mein Plan so aussehen: Viel Liegen in Stufenlagerung - Alltagsgeschehen mit Spinomed bewältigen - Haufenweise Sport zwecks Muskelaufbau - Medis futtern - wenig Sitzen - Geduld haben.
So ganz glücklich bin ich mit all dem noch nicht. Klar, ich kann keine Wunder erwarten, aber ich finde es auch nicht sinnig, dass ich einerseits bloß nichts heben und tragen soll und meinen Rücken schonen muss, ich andererseits aber ordentlich Krafttraining machen soll und mein Leben genaugenommen nur aus Orthese und Training bestehen sollte.
Meine Prüfungen musste ich in diesem Semester auf Eis legen, da ich die Klausurdauer sitzend gar nicht überstehen würde. Wenn ich auf einem normalen Stuhl sitzen soll, geht das nur mit einem luftgefüllten, flexiblen Sitzkissen, was den Gymnastikball ersetzt.
Autofahren ist ebenso eine Qual, schaffe ich nur noch mit zig Pausen und ständigen Sitzverstellen.
Da ihr alle hier so von Dr. Hoffmann schwärmt, habe ich beschlossen, mir einen Termin bei ihm zu holen. Zwar muss ich aus Niedersachsen anreisen, aber meine Gesundheit wäre es mir wert.
So, nun hoffe ich, euch nicht zu viel Lesestoff zugemutet zu haben und würde mich freuen, wenn vielleicht der ein oder andere von euch, mir ein Feedback dalassen mag
Liebe Grüße von der Neuen!



