Hallo Mario
Ich denke ich kann deine Lage nachvollziehen.
Scheuermann Rueckenschmerzen sind kein Spass und wenn man deswegen nach und nach im sozialen Leben und im Beruf immer mehr eingeschraenkt wird dann ist das extrem deprimierend. Da erscheint die OP als rettender Ausweg endlich die verdammte krumme Wirbelsaule gerade zu bekommen und ein fuer allemal davon los zu kommen.
Ich moechte dir trotzdem allerdringlichst und eindringlichst raten dich erstmal nicht operieren zu lassen und eine konservative Behandlung mit Schroth und , falls da nichts dagegen spricht, Korsett durchzufueren.
Warum?
1) Ich habe hier im Forum von 5 Menschen gelesen die sich mit Kyphosen haben operieren lassen: Alex 1985, Lurchi, XXLChristian, Seemanskiste Dave und Chrizzi. Toni kennt noch ein paar mehr.
Bei allen ist die Kyphose optisch verschwunden.
Aber:
Bei Alex1985 hat sich die Halslordose nach der OP extrem verstärkt und er hat offenbar sehr starke Schmerzen.
viewtopic.php?t=6455
Lurchi (die eine sehr starke Kyphose hatte sowie Ostheoporose und relativ spaet operiert wurde) hat nun nach er OP noch viel mehr Schmerzen als vorher und sie musste schon einmal nachoperiert werden.
viewtopic.php?t=5415
http://forum.skoliose-op.info/phpBB2/vi ... ght=lurchi
http://forum.skoliose-op.info/phpBB2/vi ... ght=lurchi
http://forum.skoliose-op.info/phpBB2/vi ... ght=lurchi
XXLChristian hatte vor der OP starke Schmerzen , aber auch nach der OP, dazu noch andere Problemen.
viewtopic.php?t=3342
http://forum.skoliose-op.info/phpBB2/vi ... sc&start=0
viewtopic.php?p=45714&highlight=#45714
http://forum.skoliose-op.info/phpBB2/vi ... ght=lurchi
Dave scheint es so lala zu gehen nach der OP.
Chrizz ist erst seit zwei Monaten operiert.
Bis jetzt scheint alles gut gelaufen zu sein, aber man weiss natürlich nicht wie es weitergeht.
viewtopic.php?t=6647
Nur einer derjenigen deren OP länger als ein JAhr zurückliegt ist also mässig zufrieden mit der OP.
2)Deine Schmerzen sind wahrscheinlich nicht die
direkten Folge deiner krummen Wirbelsaule und krummen Wirbelkoerper sondern die
indirekten Folgen darvon. Damit meine ich dass schmerzen auch mit schlechter und verspannter Muskulatur und anderer "nicht knoechernen teile" wie eventuell entzuendeder Gelenke etc zusammenhängen. Die Wirbelsäule besteht nicht nur aus Knochen. Die anderen Teile sind für die Funktion genauso wichtig
und können trainiert werden.
Es gilt folgender Zusammenhang: Schlechte Haltung>deaktivierung der Stuetzmuskulatur> Ueberlastung der Baender (die muessen dan alles halten) > Schmerzen > weitere verschlechterung der Haltung > etc.
Diesen Teufelskreislauf kannst du wahrscheinlich umdrehen mit einem korsett und intensiver Schroth Gymnastik. Das geht auch wenn man schon Keilwirbel hat.
Lies die Berichte von Karlson, Toni, und anderen. Denen ging es zuvor auch so dreckig dass sie keine Hoffnung hatten da wieder raus zu kommen.
Die habens aber geschafft. Ich habe es auch geschafft. Guter erfolg mit konservativer Behandlung ist möglich, natuerlich aber nicht garantiert. Mann verliert aber nix wenn man es probiert.
Da du nie das richtige Training gemacht hast ist deine Stuetzmuskulatur wahrscheinlich volkommen schwach, unkoordiniert und nicht aktiviert. (unterstelle ich einfach mal)
Wenn du dich in diesem Zustand operieren laesst, dann wird zwar deine BWS versteift und gerade, dein muskulaerer Aparat funktioniert aber immer noch nicht und dein Hohlkreuz, dein vorstehender Hals kann sich verstärken wenn du Pech hast verstaerkt es sich. Siehe Post von Alex 1985.Auf jeden Fall ist auch nach ner OP regelmäsig Fysiotherapie angesagt.
3)das Risiko auf KOmplikationen (Laemung, etc) ist bei Kyphose OPs siebenmal hoeher als bei Skoliose OPs .Bei Behandlung mit KOrsett und Schroth gibt es fast keine Komplikationen. Zumindest keine ernsten.
4)bei langer Versteifungsstrecke besteht Risiko auf Verschleiss der angrenzenden Segmente und Gelenke, besonders wenn deine Muskulatur nicht richtig funktioniert. Risoko auf weiteren Verschleiss besteht aber auch wenn du nichts tust.
5) Die OP kanst du nicht rueckkangig machen. Wenn was dummes passiert und zum Beispiel du durch die OP ein laestiges Schweregefuehl spuerst oder Nerven futsch gehen dann musst du damit Leben .Fuer immer.
6) Du bist bei einer OP abhaengig von der Laune und dem koennen der Aerzte, dein eigener Einfluss ist gering. Wenn alles gut geht , kein Problem. Wenn nicht, dann ist das auch psychologisch gesehen eine schlechte Sache, da sich Gefuele von Hilflosigkeit verstarken koennen. Dagegen steht der Stolz wenn man nach Monatelangem disziplinierten Schroth Training sagen kann: ich habe aus eigener Kraft meinen Ruecken wieder aufgerichtet, ich habe mich aus eigener Kraft schmerzfrei gemacht.
7)
wenn die KOrsettbehandlung und die Schroth Gymnastiek nix hilft kannst du immernoch operieren, andersrum geht das nicht. Die OP ist endgueltig.
8 ) Op ersetzt wenn man so will eine Abnormalitaet durch eine andere.
9) OP ist keine Garantie fuer Schmerzbefreiung. Das kann sogar nach hinten losgehen.
David