Hohlkreuz schnmerzfrei

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
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Sven80

Hohlkreuz schnmerzfrei

Beitrag von Sven80 »

Hallo,

nach einigem Suchen bin ich auf dieses vor Informationen nur so strotzendes Forum gestoßen. Auf einige Fragen bezüglich meines Problems habe ich konkret allerdings keine Antworten gefunden und hoffe, ihr könnt mir helfen.
Erst mal zu meinen Daten: Ich bin 27 Jahre alt und habe einen ziemlich ausgeprägten Rundrücken und ein Hohlkreuz. Ich betreibe regelmäßig Kraftsport und habe, da ich auch schon öfters davon gelesen habe, versucht, mein Hohlkreuz durch die Kräftigung der Gesäß- und Bauchmuskulatur, des Beinbizeps und der Dehnung des Hüftbeugers, Quadrizeps und unteren Rückens „gerade zu ziehen.“
Das Ergebnis war leider- zumindest bis jetzt- ziemlich ernüchternd! Daher habe ich folgende Fragen:

1.
Hier wird oft davon geschrieben, dass bei gleichen Problemen wie meinen Schmerzen mit im Spiel sind. Diese habe ich allerdings nicht, nur ein längeres Stehen ist im unteren Rücken unangenehm.
Kann das daran liegen, dass durch den Kraftsport die Muskulatur dementsprechend gestärkt ist und ich deshalb keine Schmerzen habe? Nicht, dass ich mich über diesen Zustand der fehlenden Schmerzen beschwere... Aber wie ist es, falls ich mit dem Training mal aufhöre? Kommt dann das böse Erwachen?

2.
Ich war neulich wegen einer anderen Sache bei einem recht kompetent wirkenden Orthopäden, der, angesprochen darauf, ob man an einem Hohlkreuz was machen könnte, dies verneinte.
Daher meine Frage: Zielt die viel gepriesene KG nach Schroth nur auf eine Schmerzlinderung ab, oder wird man dadurch tatsächlich auch gerade? Meine Hoffnung, dass das möglich sein müsste beruht auch darauf, dass, wenn ich bewusst darauf achte und mein Becken in die richtige Position bringe, ich auch gerade stehen kann.

3.
Nochmal das Thema Dr. Hoffmann: Wenn er erkennt, dass ich dementsprechend krumm bin, ich allerdings keine Schmerzen habe, hätte ich dann die gleiche Chance eine Schroth-KG bzw. ein Korsett verschrieben zu bekommen? Gibt es hier auch schmerzfreie Mitglieder, die dahingehend positive Erfahrungen gemacht haben? Mich stört das nämlich immens, von mir bis nach Stuttgart sind es allerdings schon einige hundert Kilometer und die sollten sich dann auch lohnen…

Puh, vorerst bin ich glaub ich fertig, schon mal danke wenn ihr euch die Zeit nehmt das zu lesen und zu antworten!
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Dalia
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Diagnose: 107° und 98° (im Jahr 2003 zu Beginn der Korsetttherapie: 98° und 93°), sehr starre Skoliose, kaum Beschwerden
Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
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Beitrag von Dalia »

1. Kann sein, dass du wegen gestärkter Muskeln weniger Schmerzen hast. Aber ansonsten ist das unterschiedlich. Ich habe wenig für den Rücken getan und bin angesichts meiner hohen Krümmung bzgl. Beschwerden besser dran als andere mit weniger Grad.

2. Ob du durch Schroth gerade wirst, hängt von Alter, Ehrgeiz und Beweglichkeit der Kyphose ab. Allgemein haben bei Erwachsenen Kyphosen eine bessere Prognose als Skoliosen.

3. Dr. Hoffmann verschreibt auch Schroth und Korsetts, wenn man keine Beschwerden hat, weil man z.B. die Haltung verbessern möchte. Andererseits musst du nur einen Orthopäden vor Ort suchen, der das auch macht.

Von wo kommst du denn? Evt. gibt es Alternativen vor Ort? Du kannst dort mal suchen: viewforum.php?f=25 Aber wirklich bekannt ist uns leider nur Dr. Hoffmann, dann gibt es noch Dr. Steffan in Bad Salzungen, bei dem man eine Überweisung braucht und der privat abrechnet.
Zuletzt geändert von Dalia am So, 17.06.2007 - 23:18, insgesamt 1-mal geändert.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
Sven1980
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Beitrag von Sven1980 »

Wie meinst Du das mit der Beweglichkeit? Also wie gesagt, wenn ich bewußt drauf achte, kann ich schon eine gerade Haltung einnehmen. Den entsprechenden Ehrgeiz hätte ich auf jeden Fall!

Komme aus Iserlohn, und das mit dem "vor Ort" ist so ne Sache... Habe keine Lust zu 1000 Ärzten zu rennen und kam jetzt so direkt auf Dr. Hoffmann, da ich hier so viel positives über ihn gelesen habe. Die beiden Orthopäden bei denen ich vor kurzem gewesen bin haben sich für meine Haltung beide nicht interessiert, deshalb kann ich mich auch gut in die hier vielfach durch Unmut geprägte Meinung bezüglich anderer Ärzte hineinversetzen!
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo sven,
Kann das daran liegen, dass durch den Kraftsport die Muskulatur dementsprechend gestärkt ist und ich deshalb keine Schmerzen habe? Nicht, dass ich mich über diesen Zustand der fehlenden Schmerzen beschwere... Aber wie ist es, falls ich mit dem Training mal aufhöre? Kommt dann das böse Erwachen?
Wie Dalia schon geschrieben hat, müssen nicht immer Schmerzen auftreten.
Aber:
Die Kyphose( Rundrücken) incl. Hyperlordose (Hohlkreuz) kann mit zunehmenden Alter stärker werden und dann können Schmerzen auftreten.
Und es ist trotz Krafttraining möglich, dass dieser Zustand eintritt, nämlich dann, wenn falsch trainiert wird!
Ich habe fast 20 Jahre lang trainiert und erst dann gemerkt, dass es falsch war. Die Schmerzen haben ganz allmählich über die Jahre zugenommmen. Ich empfinde die nicht besonders stark, aber es ist schon erstaunlich, wie gut ich mich nach der Behandlung durch Drucktechnik fühle, also ohne Schmerzen.

Ich denke, das ist besonders fies, wenn man gar nicht merkt, wenn die Beschwerden schleichend zunehmen. Besonders beim Fitnesstraining, wo dann ein Alarmsignal für falsches Training fehlt!

Bei Kyphose/Skoliose muss es immer darum gehen, neben dem Muskelaufbau auch Muskel-(Sehnen- und Bänder)-korrektur zu betreiben.
Das sind dann Schroth Elemente, die in das Kraftraining mit einfliessen müssen.

Es ist eine einmalige Reise nach Stuttgart für eine kompetente Erstversorgung!

Dr. Steffan ist übrigens überlaufen, da würdest Du in diesem Jahr sowieso keinen Termin bekommen.

Gruss
Klaus
Sven1980
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Beitrag von Sven1980 »

Klaus, waren die Übungen nach Schroth denn mit dem Krafttraining gut vereinbar? Konnte es bei dir denn außer schmerztechnisch auch optisch ne Verbesserung erzielen?
Mich würd auch mal interessieren, wie lange es ungefähr dauert, bis eine sichtbare Verbesserung eintritt! Wie lange hats denn beispielsweise bei Dir gedauert und wie steht das in Abhängigkeit zum Alter? Ist da mit 27 denn noch was zu machen?
Ich weiß, ganz schön viele Fragen, aber habs mir jetzt echt vorgenommen das Übel endlich an der Wurzel zu packen! ;)
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo Sven,
Klaus, waren die Übungen nach Schroth denn mit dem Krafttraining gut vereinbar?
In Bad Salzungen wird während der REHA auch Krafttraining gemacht.
Und dazu ist das richtige individuelle Körpergefühl wichtig, was man parallel durch die intensiven Schroth Übungen erlernt.
Zurück im Fitness Studio vor Ort habe ich dann allmählich die "Restfehler" ausgemerzt und speziell beim langen Rückenstrecker auch ein Schroth Element eingesetzt (Armzug), dass während der entsprechenden Bewegung auch eine Korrektur meiner tiefen Kyphose ermöglicht.
Konnte es bei dir denn außer schmerztechnisch auch optisch ne Verbesserung erzielen?
Schmerztechnisch liege ich generell im unteren Bereich, hier sind Schroth und Dehn/Streckübungen bessser, als das reine Krafttraining.
Optisch ist nicht viel passiert, weil meine Kyphose (siehe auch avatare)im Grunde genommen eine um 180 Grad geklappte Normalstellung ist. Ausserdem habe ich an 2 Stellen eine Spangenbildung, die die Wirbel dort fixiert hat.
Mich würd auch mal interessieren, wie lange es ungefähr dauert, bis eine sichtbare Verbesserung eintritt! Wie lange hats denn beispielsweise bei Dir gedauert und wie steht das in Abhängigkeit zum Alter? Ist da mit 27 denn noch was zu machen?
Das ist, wie schon angedeutet, eine sehr individuelle Sache!
Fixierungen oder Teilfixierungen hemmen natürlich erheblich.
Deswegen ist eine Diagnose auch in diesem Bereich ganz wichtig!

Für viele Erwachsene ist eine Schmerzreduzierung das Wichtigste, wobei durch diese Maßnahme auch ein Aufhalten einer Verschlechterung verbunden ist. Das sollte man nicht unterschätzen.

Die beste Waffe ist allerdings die Kombination aus Schroth und Korsett! Damit haben einige Erwachsene auch deutliche Korrekturen mit positiver optischer Wirkung erreicht.
Aber bitte, das ist von der individuellen Situation abhängig und von der Ausdauer, mit der man diese Kombination durchführt.
Nach meinem Eindruck hapert es aber daran und viele verlassen sich allein auf das Korsett, dass bei Erwachsenen zwar nicht immer getragen werden muss, aber auch nicht ganz abgelegt werden kann, ohne dass die Beschwerden wiederkommen.

Mit Spannung verfolge ich deswegen immer die Statements von neuen Usern, die das besser machen wollen.
Fairerweise muss man sagen, dass das Leute sind, die eine sehr bewegliche Wirbelsäule haben und erste Erfolge schon relativ früh haben.

Den Zeitrahmen für Erfolge würde ich von 4 Wochen (während einer REHA) bis 1 Jahr setzen.
Erfolge bei der REHA reichen von 3 Grad (bei mir) bis 12 Grad bei einer 90 Grad Kyphose. (meine REHA in 2005).
Die 90 Grad Kyphose wurde übrigens nicht mit einem Korsett versorgt und an OP hat derjenige erst recht nicht gedacht.

Gruss
Klaus
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