MaryH hat geschrieben:Zu dem Erfolg eines Korsetts habe ich auch noch eine Frage: In den fachlichen Informationen, die ich von Bad Sobi erhalten habe, wird u.a. erklärt, dass die Korrektur bei jedem Korsett unterschiedlich ist, also ein Ergebnis bei gleichen Voraussetzungen, aber anderen Personen, auch unterschiedlich ausfallen kann: der eine hat eine gute Korrektur im Korsett, der andere weniger.
Das ist völlig richtig. Es gibt gut korrigierbare und weit weniger gut korrigierbare Skoliosen und Kyphosen. Daß aber solche Aussagen in Bad Sobernheim besonders betont werden, wundert mich gar nicht. Die haben jahrelang mit Korsettmachern zusammengearbeitet, bei den die Korsette mal so-mal so ausgefallen sind. Von sehr guten Primärkorrekturen bis hin zu lächerlich geringen Korrekturen trotz gut korrigierbaren WS. Das Problem der bisherigen Sobernheimer Korsettfirmen ( das wechselt ja auch fast jährlich) war, daß keine wirkliche Zuverlässigkeit der höchstmöglichen Primärkorrektur gegeben war. Die guten und sehr guten Erbebnisse wurden von Dr. Weiß und den momentan von ihm favorisierten Korsett-Firmen präsentiert. Der große Rest wurde unter den Teppich gekehrt oder landete irgendwann dann mit OP-Indikationsgraden verzweifelt doch bei RAHMOUNI. "last-hope-exit"
MaryH hat geschrieben:
Wie kann ich erkennen, ob es an einem schlechten Korsett liegt, wenn wenig Korrektur stattfindet, oder eben an der betroffenen Person und an deren Knochen- und Körperbau?
Rahmouni z.B. spürt das mit den Händen vor. Er spürt das insbesondere beim Gipsen, wie weit sich jemand korrigieren lässt.
Es ist auch möglich kleine aufblasbare Pelotten an die richtigen Stellen einzuschieben und dann mal sehen was passiert. So wurde das früher auch zu Zeiten von RISSER-Gipskorsett-Behandlungen gemacht.
Wirklich erfahrene Fachleute machen eine manuelle Korrekturprobe z.B. mit 4 Händen(hab da auch schon mitgeholfen und meine Pfoten als Kurzzeit-Korrekturpelotten zur Verfügung gestellt.
Glaub mir, wenn Dr. Hoffmann und Rahmouni in einer Korsett-Sprechstunde testen und vorführen, wie korrigable manche WS tatsächlich ist, von denen anteder OT und Orthopäden behaupten, daß das "ende der Fahnenstange" erreicht ist, dann würdest Du Dich über gar nichts mehr wundern. Ich hatte schon mehrfach die Ehre bei solchen Terminen Augenzeuge sein zu dürfen!
Ein weiteres wichtiges Indiz für gutes oder schlechtes Korsett ist der Moment wenn ein Korsett-Patient das Ding auszieht und man die Druckstellen-Abdrücke und Wirkung des Korsettes am Körper des Patienten eindeutig sehen kann. Das ist sogar für Laien (Eltern) dann bis zum "AHA-Effekt" erkennbar!
MaryH hat geschrieben: Lt. Fachärzten garantiert ein Korsett auch bei optimaler Tragezeit keinen Erfolg. Das finde ich sehr entmutigend. Kann mir jemand dazu aus eigener Erfahrung etwas sagen?
Ja das ist so. Auch das Behandlungsteam Dr. Hoffmann und Rahmouni können und werden auch keine Garantien abgeben. Die Erfahrung zeigt leider, daß es extrem progrediente, rebellierende und extrem feste-kaum zu korrgierende Skoliosen tatsächlich gibt. Diese werden aber auf 5 bis max. 10% der Fälle geschätzt.
Die einzige Garantie, die man von einem guten Korsett-Macher fordern kann ist, daß sich der Korsettmacher ernsthaft bemüht zusammen mit dem Patienten die maximal mögiche und gerade noch erträgliche Höchstkorrektur herauszufinden. Das heist das Korsett auf den jeweils höchstmöglichen Korrekturwirkungsgrad, der vom Patienten gerade noch ertragen wird einzustellen. Das kann durch Aufpelottierung aber auch durch Abflachung unerträglicher Pelotten oder Austausch harter Poelotten gegen solche aus etwas weicherem Schaumstoff bei gleicher Pelottenhöhe erfolgen.
Da ist das Dilemma. Die allerwenigsten OT begeben sich mit und für den Patienten auf die gemeinsame Suche nach dem höchstmöglichen Korsett-Wirkungsgrad. Bei Rahmouni wird zwar manchmal bewusst über das Ziel hinausgeschossen, aber eine zu dicke Pelotte abzuschleifen ist das allergeringste Problem, angesichts einer bevorstehenden und abzuwendenden Versteifungs-OP. Nur muss z.B. Rahmouni anhand der Druckstellen eindeutig erkennen, daß sich der Patient wenigstens sehr bemüht hat, sich in die hohe Korrektur reinzugewöhnen. Jammern ohne ernstzunehmende Druckstelle gilt nicht!
Gruß Toni