Ich melde mich endlich zurück, war vom 4.4.-2.5. in BaSa.
Ankunft mittags, supernett an der Rezeption empfangen, Zimmer gezeigt bekommen, bei der Schwester gemeldet, Aufnahmeuntersuchung.
Die hatte ich bei Fr.Dr. Hesse.....und sie ließ sehr zu wünschen übrig.
Sie hatte knappe 10 Minuten Zeit für mich bevor sie hektisch aufbrach weil sie in die Parkklinik mußte.
Wir besprachen kurz meine momentane Situation, ich schilderte ihr meine chronischen Schmerzen, gab ihr meine Röntgenbilder und hatte auch brav mein Korsett dabei.
Meine mitgebrachten Befunde wollte sie trotz Nachfrage meinerseits gar nicht erst sehen.
Sie wollte dann die Aufnahmeuntersuchung am folgenden Dienstag nachholen, da war aber dann Chefarztvisite und so fiel sie dann einfach komplett aus. Na gut.
Immerhin hatte Dr. Stefan mein Korsett begutachtet und für sehr gut befunden.
Bei der Zwischenuntersuchung fragte Frau Dr. Hesse mich wie es mir gefalle und wie mir die Therapien bekommen.
Ich schilderte ihr, daß ich wesentlich mehr Medikamente als zuhause nehmen müsse, weil ich morgens um 8 in keinster Weise imstande sei die Übungen mitzumachen ohne zusammenzubrechen und fragte sie ob man da evtl. medikamentös etwas verändern könnte.
All das wischte sie mit der Hand vom Tisch und sagte ich sei doch sooooo motiviert und würde das schon auch weiterhin schaffen, am besten solle ich gar keine Medikamente nehmen.
Sehr frustriert stand ich nach 5 Minuten wieder vor der Tür, eine Aufnahmeuntersuchung hatte es nach wie vor nicht gegeben, gebracht hatte mir dieses Gespräch rein gar nichts.
Nach 1,5 Wochen Aufenthalt konnte ich mich vor Blockaden in der BWS nicht mehr rühren und ich hatte das Glück, daß Dr. Stefan just an diesem morgen im Haus war und wurde zu ihm vorgelassen.
Er hielt mir erst einen Vortrag wie schlecht das dauernde "Einrenken" doch sei, aber als ich ihm sagte daß ich mich so nicht mehr imstande sehe nur einen weiteren Tag mitzumachen, war er doch so freundlich mich einzurenken.
Es waren 6 Wirbel blockiert.
Die letzte Zwischenuntersuchung machte dann vertretungsweise Dr. Miller weil Dr. Hesse krank war.
Da er nur Vertretung war, gabs nicht viel zu sagen außer daß ich wieder auf meine Schmerzsituation und erneute diverse Blockaden hinwies, welches zwar notiert aber nicht weiter zur Kenntnis genommen wurde.
Die Abschlußuntersuchung fand dann auch bei Dr. Miller statt, der sehr freundlich aber sehr uninformiert über mich war.
Er tat meine Kyphose völlig ab und meinte ich läge ja absolut im Normalbereich mit den schlappen 48°, meine Schmerzen seinen einzig und allein muskulär bedingt und bei exzessivem schrothen dürfte das alles in 6 Monaten vergessen sein.
AHA!
Ich fühlte mich tatsächlich wie ein Simulant der sich eine Reha erschlichen hatte....
Ich bat ihn mir meine Röntgenbilder wiederzugeben, dummerweise hatte Frau Dr. Hesse nicht vermerkt daß ich sie ihr überhaupt gegeben hatte.
Ebenso gab es keinerlei Hinweis in meiner Akte auf den Morbus Scheuermann, die leichte Skoliose und den Beckenschiefstand, weil ja niemand meine Befunde sehen wollte.
Darüber mußte ich Herr Miller erst mal aufklären, nach langer Suche fand er dann endlich auch meine Röntgenbilder, die er dann erstmal unter die Lupe nahm.
Er meinte dann Dr. Hofmann hätte sich vermessen weil er durch das etwas überbelichtete Bild einen falschen Wirbel zum messen genommen habe.
Nach Dr. Millers Messung habe ich jetzt 54° Kyphose.
Glücklicherweise fand er dann alle Zeichen meines Scheuermanns und auch meine lädierten Wirbel und die gequetschten Bandscheiben und meine endlich erwünschten Befunde bestätigten dies alles auch.
Daraufhin nahm er alles zurück was er vorher gesagt hatte und entschuldigte sich bei mir.
Ab da hat er mich glaube ich erst richtig ernst genommen.
Insgesamt verbrachte ich ca. 1 Stunde bei ihm und hatte Aufnahme- und Abschlußgespräch in einem....
Interessant war auch zu erfahren, daß mich Dr. Stefan nach der 10-minütigen Chefarztvisite als voll arbeitsfähig einstuft...aha? Woher will er das denn wissen?
Ich wünschte ich könnte das auch so sehen wie er, dies teilte ich Dr. Miller leicht angesäuert auch mit.
Zu den Therapien:
Die waren toll und sehr interessant, das Schroth-Prinzip ging mir sehr schnell in Fleisch und Blut über.
Unsere Gruppe war toll und wir hatten unglaublich viel Spaß.
Unser Therapeut war in den ersten 3 Wochen Daniel, danach hatten wir wechselnde Betreuung.
Während der Gruppenstunden haben mein Freund und ich eine interessante Entdeckung gemacht:
Wir beiden hatten jedesmal in der geordneten Rückenlage unglaubliche Schmerzen sobald wir die Reissäckchen wieder weggenommen haben, kein andrer aus der Gruppe hatte das auch noch....
Außer einer anderen Frau mit Kyphose (und anfangs noch Phil der früher abgereist ist) hatten alle anderen symmetrische Skoliosen und/oder Flachrücken.
Wir hatten beide dauernd Blockaden und heftige Schmerzen nach den Übungen und sind schmerztechnisch wesentlich schlimmer heimgefahren als wir angekommen sind...mein Korsett war abends oft die letzte Rettung für meinen schreienden Rücken.
Mein Freund mußte außerdem 1,5 Wochen komplett aufhören, da er eine schlimme Knieentzündung sowie Probleme mit seinem Bandscheibenvorfall der LWS bekam. Schade!
Die Therapeuten waren überwiegend toll, leider haben sie oft gegensätzliche Aussagen zu Übungen gemacht.
Zudem wurde ich nach der ersten Woche umgestuft von 1/3 Flach- 2/3 Rundrücken auf genau andersrum und mußte ab da alle Übungen nur noch für Flachrücken machen, oben rund, unten flach...und rrrraffen bitteschön
Am letzten Tag hatten wir noch das Vergnügen Uli persönlich kennenzulernen
MORGEEEEEEN, ALLES AB AN DIE SPROSSENWÄNDEEEEEEEEEEE, ZACK ZACK
Auch ohne daß sie sich vorstellte wußte ich gleich wer sie ist...*lach*
Am Tag nach meiner Heimreise saß ich morgens um 7 wieder bei meinem Orthopäden weil nix mehr ging.
Ein Hals-, ein Lenden- und drei Brustwirbel waren wieder fällig.
Nichtsdestotrotz mache ich natürlich weiter und bin gerade dabei mein eigenes Schrothheimstudio aufzubauen.
Die Übungen sind toll und machen mir Spaß, ich frische gerade das Gedächtnis meiner Heim-Krankengymnastin auf.
Ich hoffe, daß sich mein Rücken irgendwann damit anfreunden kann was ich ihm alles antue und zumute, fühle mich aber leider noch weit entfernt davon zu sagen daß es mir gut tut...
Ansonsten war es total schön, lauter nette Leute, witzige Teenies, Unterkunft und Essen super, da gab es nix zu meckern.
Und 4 Wochen keinen Finger krummmachen im Haushalt war einfach nur göttlich!
Nun hat mich leider der Alltag wieder streng im Griff, allerdings bin ich jetzt auch eine Schrothi(ndi)anerin




