Meiner Mutter raubt die Diagnose den Schlaf
Meiner Mutter raubt die Diagnose den Schlaf
Hallo miteinander,
meine Mutter (72 Jahre) bekommt zunehmend in den letzten 5 Jahren "einen Buckel". Sie war bereits bei mehreren Ärzten. Die Knochendichteuntersuchung hat ergeben, dass sie zwar eine geringere Knochendichte hat, aber nur in einem Wirbel eine so geringe Dichte, dass man von Osteoporose sprechen kann. Der Wirbel ist aber nicht in sich zusammengebrochen.
Sie hat als Gegenmaßnahme ein Stützkorsett bekommen (so ein Stoffteil mit einer Art Hosenträger, die die Schultern nach hinten ziehen). Das trägt sie aber nicht, weil sie es alleine nicht angezogen bekommt, sie aber leider alleine lebt.
Heute war sie bei einem Physiotherapeuten, der Ihr die Diagnose "Skoliose" genannt und ihr gesagt hat, dass ihr Buckel zwangsläufig immer schlimmer wird. Er sagte, dass weder Korsett noch Krankengymnastik daran irgendetwas ändern kann. Ihr schwirren jetzt die Bilder der "bösen Hexe" bei Hänsel und Gretel vor Augen, in gekrümmter Haltung am Stock gehend. Dementsprechend aufgelöst war sie am Telefon.
Ich habe gerade nach Skoliose gegoogelt und kann die Bilder, die ich gefunden habe, nicht mit meiner Mutter verbinden. Bei der Skoliose ist das "S" in der Wirbelsäule sehr deutlich zu sehen, wenn man den Rücken von hinten betrachtet. Meine Mutter hat aber nicht von hinten betrachtet einen krummen Rücken, sondern von der Seite betrachtet. Nach den Bilder von Google zu schließen, trifft das Bild einer Kyphose m.E. ziemlich genau das, was meine Mutter hat.
Nach dem, was ich gerade gelesen habe, kann man bei einer Kyphose gegensteuern (Gymnastik, Korsett), bei einer Skoliose hingegen fast nicht. Wahrscheinlich erst recht nicht in dem Alter. Stimmt das so?
Gibt es Skoliosen, die man von hinten nicht direkt sieht, die sich aber in einem Buckel darstellen?
Wie schnell nehmen die Sympome zu, muss ich damit rechnen, das meine Mutter mit 75 tatsächlich nur noch extrem nach vorn gebeugt laufen wird?
Gerne würde ich meine Mutter etwas beruhigen. Vielleicht kann mir ja jemand von Euch aus Eurem Wissen und Euren Erfahrungen helfen und Tips geben.
Vorab vielen Dank
Heiko
meine Mutter (72 Jahre) bekommt zunehmend in den letzten 5 Jahren "einen Buckel". Sie war bereits bei mehreren Ärzten. Die Knochendichteuntersuchung hat ergeben, dass sie zwar eine geringere Knochendichte hat, aber nur in einem Wirbel eine so geringe Dichte, dass man von Osteoporose sprechen kann. Der Wirbel ist aber nicht in sich zusammengebrochen.
Sie hat als Gegenmaßnahme ein Stützkorsett bekommen (so ein Stoffteil mit einer Art Hosenträger, die die Schultern nach hinten ziehen). Das trägt sie aber nicht, weil sie es alleine nicht angezogen bekommt, sie aber leider alleine lebt.
Heute war sie bei einem Physiotherapeuten, der Ihr die Diagnose "Skoliose" genannt und ihr gesagt hat, dass ihr Buckel zwangsläufig immer schlimmer wird. Er sagte, dass weder Korsett noch Krankengymnastik daran irgendetwas ändern kann. Ihr schwirren jetzt die Bilder der "bösen Hexe" bei Hänsel und Gretel vor Augen, in gekrümmter Haltung am Stock gehend. Dementsprechend aufgelöst war sie am Telefon.
Ich habe gerade nach Skoliose gegoogelt und kann die Bilder, die ich gefunden habe, nicht mit meiner Mutter verbinden. Bei der Skoliose ist das "S" in der Wirbelsäule sehr deutlich zu sehen, wenn man den Rücken von hinten betrachtet. Meine Mutter hat aber nicht von hinten betrachtet einen krummen Rücken, sondern von der Seite betrachtet. Nach den Bilder von Google zu schließen, trifft das Bild einer Kyphose m.E. ziemlich genau das, was meine Mutter hat.
Nach dem, was ich gerade gelesen habe, kann man bei einer Kyphose gegensteuern (Gymnastik, Korsett), bei einer Skoliose hingegen fast nicht. Wahrscheinlich erst recht nicht in dem Alter. Stimmt das so?
Gibt es Skoliosen, die man von hinten nicht direkt sieht, die sich aber in einem Buckel darstellen?
Wie schnell nehmen die Sympome zu, muss ich damit rechnen, das meine Mutter mit 75 tatsächlich nur noch extrem nach vorn gebeugt laufen wird?
Gerne würde ich meine Mutter etwas beruhigen. Vielleicht kann mir ja jemand von Euch aus Eurem Wissen und Euren Erfahrungen helfen und Tips geben.
Vorab vielen Dank
Heiko
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fischotter
- aktives Mitglied

- Beiträge: 213
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- Geschlecht: männlich
- Diagnose: Kyphoskoliose in verbindung mit Scheuermann. Versteift von th3 bis l3 und neu dazu Vorfall L5/S1
- Therapie: Nehme, Schmerz bedingt 4x40mg Oxycodon und nach Bedarf Morphium 2%
Re: Meiner Mutter raubt die Diagnose den Schlaf
Hallo,
schau mal nach kypho-skoliose, sowas soll ich haben. Bei mir findet das meiste im Körper statt, also so nicht zu sehen.
ciao
Peter
schau mal nach kypho-skoliose, sowas soll ich haben. Bei mir findet das meiste im Körper statt, also so nicht zu sehen.
ciao
Peter
- Klaus
- Moderator/in

- Beiträge: 15281
- Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
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Re: Meiner Mutter raubt die Diagnose den Schlaf
Also so eine Situation muss man mit einer Ganz-Röntgenaufnahme von vorn und von der Seite abklären, denn es gibt tatsächlich auch die Möglichkeit des "Buckels" bei Skoliose.Sch hat geschrieben:Meine Mutter hat aber nicht von hinten betrachtet einen krummen Rücken, sondern von der Seite betrachtet. Nach den Bilder von Google zu schließen, trifft das Bild einer Kyphose m.E. ziemlich genau das, was meine Mutter hat......Gibt es Skoliosen, die man von hinten nicht direkt sieht, die sich aber in einem Buckel darstellen?
Das ist Unsinn, auch wenn in diesem Alter eine KG, am besten nach Katharina Schroth, möglicherweise nicht mehr so intensiv ausgeführt werden kann. Ein Korsett wäre natürlich die beste Möglichkeit. Wenn aber ein in diesem Alter durchaus übliches Stützkorsett (nicht optimal!) nicht gehändelt werden kann, wird es wohl bei einem optimalen korrigierenden Korsett nicht besser sein.Er sagte, dass weder Korsett noch Krankengymnastik daran irgendetwas ändern kann.
Aber da müssen sich mal die älteren Korsetträger äussern, auch was die Bewilligung der Krankenkasse in diesem Alter angeht.
Gruss
Klaus
-
Dr. Trobisch
- Arzt / Ärztin

- Beiträge: 74
- Registriert: Sa, 02.01.2010 - 03:55
Re: Meiner Mutter raubt die Diagnose den Schlaf
Es gibt verschiedene Ursachen, warum einige Personen im hoeheren Alter nach vorne gebueckt laufen.
Die zwei haeufigsten sind
1) eine Abnahme des normalen Hohlkreuzes
2) eine Zunahme der Kruemmung in der Brustwirbelsaeule (z.B. bei Osteoporose)
Beides fuehrt manchmal zu einer enormen Abweichung der Koerperachse von der Schwerkraftachse. Viele Patienten versuchen dann durch verschiedene Kompensationsmechanismen (Knicken der Knie, Drehung des Beckens) die nach vorne verschobene Koerperachse wieder nach hinten zu verlegen, damit sie der normalen Schwerkraftachse wieder relative nahe kommt. Je weiter diese beide Linien voneinander entfernt sind, desto mehr Energie wird benoetigt. Das wiederrum kann enorme Schmerzen verursachen. Jemand der mal 10 Minuten versucht, mit gebeugten Knien rumzulaufen, wird das verstehen.
Es gibt fuer Ihre Mutter jedoch sehr viele Therapiemoeglichkeiten. Angefangen von Physiotherapie ueber ein Korsett bis hin zur OP.
Ein guter Orthopaede wird ihr sicherlich weiterhelfen koennen.
Die zwei haeufigsten sind
1) eine Abnahme des normalen Hohlkreuzes
2) eine Zunahme der Kruemmung in der Brustwirbelsaeule (z.B. bei Osteoporose)
Beides fuehrt manchmal zu einer enormen Abweichung der Koerperachse von der Schwerkraftachse. Viele Patienten versuchen dann durch verschiedene Kompensationsmechanismen (Knicken der Knie, Drehung des Beckens) die nach vorne verschobene Koerperachse wieder nach hinten zu verlegen, damit sie der normalen Schwerkraftachse wieder relative nahe kommt. Je weiter diese beide Linien voneinander entfernt sind, desto mehr Energie wird benoetigt. Das wiederrum kann enorme Schmerzen verursachen. Jemand der mal 10 Minuten versucht, mit gebeugten Knien rumzulaufen, wird das verstehen.
Es gibt fuer Ihre Mutter jedoch sehr viele Therapiemoeglichkeiten. Angefangen von Physiotherapie ueber ein Korsett bis hin zur OP.
Ein guter Orthopaede wird ihr sicherlich weiterhelfen koennen.
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minimine
- Co-Admin

- Beiträge: 6145
- Registriert: So, 17.02.2008 - 13:21
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: Skoliose
- Therapie: 3x Reha (2005, 2007, 2009),
Cheneau-Korsett 12/2006-01/2008,
Rahmouni-Korsett 02/2008-10/2015 - Kontaktdaten:
Re: Meiner Mutter raubt die Diagnose den Schlaf
Hallo Sch,
herzlich willkommen hier im
Ich reihe mich hier mal ein, denn ich bin bei meinem Opa neulich richtig erschrocken über die Zunahme seines "Buckels". Er hat schon solange ich mich erinnern kann zum Rundrücken tendiert, brachte wohl sein Beruf so mit sich, hatte aber nie KG o.ä. dagegen. Vor zwei Jahren war er dann sehr lange Bettlägerig, was aber komischerweise seinem Rücken gar nichts gemacht hat. ABER in letzter Zeit kann man richtig zusehen wie er immer krummer wird und ich meine hier nicht Monate, sondern wirklich innerhalb weniger Tage/Wochen. Er ist aber schon älter als deine Mutter und er ist definitiv nicht mehr in der Lage KG zu machen.
LG
Minimine
herzlich willkommen hier im

Ich reihe mich hier mal ein, denn ich bin bei meinem Opa neulich richtig erschrocken über die Zunahme seines "Buckels". Er hat schon solange ich mich erinnern kann zum Rundrücken tendiert, brachte wohl sein Beruf so mit sich, hatte aber nie KG o.ä. dagegen. Vor zwei Jahren war er dann sehr lange Bettlägerig, was aber komischerweise seinem Rücken gar nichts gemacht hat. ABER in letzter Zeit kann man richtig zusehen wie er immer krummer wird und ich meine hier nicht Monate, sondern wirklich innerhalb weniger Tage/Wochen. Er ist aber schon älter als deine Mutter und er ist definitiv nicht mehr in der Lage KG zu machen.
LG
Minimine
LG
Minimine
Lerne von gestern, lebe und wirke im heute und hoffe für die Zukunft.
Albert Einstein
Minimine
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Albert Einstein
Re: Meiner Mutter raubt die Diagnose den Schlaf
Hallo zusammen,
zunächst einmal vielen Dank für die Rückmeldungen. Das genannte "Knicken der Knie" ist bei meriner Mutter auch festzustellen.
Ich habe heute von einem Skoliose-Betroffenen erfahren, dass die Diagnose "Skoliose" alleine ja gar keine Tragödie ist, weil es die in unterschiedlichsten Ausprägungen gibt. Mit o.g. Person mache ich regelmäßig Sport und wußte nicht einmal, dass er das auch hat, scheinbar sogar sehr deutlich.
Ich habe heute meiner Mutter geraten, sich nochmal eine zweite Meinung einzuholen und sich die Sache mal richtig erklären zu lassen. Ich habe den Verdacht, der Physiotherapeut hat ihr in wenigen Sätzen die Diagnose und mögliche Folgen vorgesetzt, ohne sie aber detailliert aufzuklären oder zu beraten. Er hat auch gesagt, dass die Gymnastik dem Rücken zusätzlich schaden kann, was sie zusätzlich verunsichert hat. Aber ich denke mal, Muskelaufbau und Bewegung müßte doch positiv sein, wenn die Übungen falsch wären, dann hätte sie doch durch das Training Beschwerden. Meine Mutter ist im Alltag schmerzfrei.
Nochmals danke an alle
Heiko
zunächst einmal vielen Dank für die Rückmeldungen. Das genannte "Knicken der Knie" ist bei meriner Mutter auch festzustellen.
Ich habe heute von einem Skoliose-Betroffenen erfahren, dass die Diagnose "Skoliose" alleine ja gar keine Tragödie ist, weil es die in unterschiedlichsten Ausprägungen gibt. Mit o.g. Person mache ich regelmäßig Sport und wußte nicht einmal, dass er das auch hat, scheinbar sogar sehr deutlich.
Ich habe heute meiner Mutter geraten, sich nochmal eine zweite Meinung einzuholen und sich die Sache mal richtig erklären zu lassen. Ich habe den Verdacht, der Physiotherapeut hat ihr in wenigen Sätzen die Diagnose und mögliche Folgen vorgesetzt, ohne sie aber detailliert aufzuklären oder zu beraten. Er hat auch gesagt, dass die Gymnastik dem Rücken zusätzlich schaden kann, was sie zusätzlich verunsichert hat. Aber ich denke mal, Muskelaufbau und Bewegung müßte doch positiv sein, wenn die Übungen falsch wären, dann hätte sie doch durch das Training Beschwerden. Meine Mutter ist im Alltag schmerzfrei.
Nochmals danke an alle
Heiko
- Klaus
- Moderator/in

- Beiträge: 15281
- Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
- Geschlecht: männlich
- Wohnort: Hannover
Re: Meiner Mutter raubt die Diagnose den Schlaf
Also eine Diagnose kann der Physiotherapeut nur einem Arztbericht entnehmen und bestenfalls durch die eigene Untersuchung ergänzen oder auch in Frage stellen.Sch hat geschrieben:Ich habe den Verdacht, der Physiotherapeut hat ihr in wenigen Sätzen die Diagnose und mögliche Folgen vorgesetzt, ohne sie aber detailliert aufzuklären oder zu beraten.
Nur ich sehe hier keine konkrete Diagnose, so wie das Dr. Trobisch mit den 2 möglichen Punkten dargestellt hat.
Gruss
Klaus
