Kyphose 80° und allgemeine Unsicherheit

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Keks
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Kyphose 80° und allgemeine Unsicherheit

Beitrag von Keks »

Hi ihr!
Also ich bin schon länger in dem Forum hier unterwegs und habe mich nun auch angemeldet, weil ein paar Fragen doch unbeantwortet blieben.

Meine Geschichte kennt hier glaube ich jeder, wenn auch vielleicht leicht verändert: Mit ca 14 wurde von Freunden und Verwandten bei mir ein Buckel festgestellt, ich ging zum Orthopäden und der meinte man müsse abwarten, wie es im Erwachsenenalter aussehen würde und beließ es mit einem Merkblatt für Rückenübungen. Außerdem stellte später einmal mein Hausarzt fest, dass meine Beine unterschiedlich lang seien, worauf ich nocheinmal zum Orthopäden ging, der aber meinte die wären sowas von gleich lang und auch die Hüfte wäre normal... Vor ein paar Monaten (nun bin ich fast 19) bin ich dann auf dieses Forum hier gestoßen (eher zufällig), wurde an mein Problem erinnert und beschloss zu Herrn Hoffmann zu gehen, da Stuttgart von hier nicht sooo weit weg ist und weil er hier ja sehr gelobt wird :D .
Der Besuch war für mich etwas niederschmetternd: Meine Beine sind ungleich lang, Hüftdysplasie (!!!) und ich hätte einen Kyphosenwinkel von 80° (Morbus Scheuermann). Herr Hoffmann schrieb mir nun Krankengymnastik auf und für ein Korsett wurde alles in die Wege geleitet, außerdem erwähnte er, dass man bei einem so großen Winkel schon über eine OP nachdenken könnte.
Nun war ich heute auch mal wieder bei meinem Hausarzt und wir kamen dann auch auf meinen Besuch bei Herrn Hoffmann zu sprechen. Leider versteht sich mein Hausarzt nicht sehr gut darin, einem Hoffnung zu machen ;( . Er glaubte für ein Korsett sei es leider ein halbes Jahr zu spät und 80° krieg ich sowieso nicht mehr heile.
Naja, das hat mich jetzt schon ziemlich getroffen!
Jetzt wollte ich mal euch fragen, weil ihr ja einiges an Erfahrung habt: Kann ich meine BWS Kyphose wieder einigermaßen in den Griff kriegen? Und so pi mal Daumen, welchen Kyphosewinkel könnte ich erreichen? Habe ich mit fast 19 noch M. Scheuermann oder schon Zustand nach?
Ich will wirklich keine Operation, aber das hat mich heute so sehr getroffen, dass ich tatsächlich darüber nachdachte...
Ich freue mich auf eure Antworten und hoffe ihr seid nicht zu genervt von noch einem Newbie der Panik hat :P
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Kaffeetrinker
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Re: Kyphose 80° und allgemeine Unsicherheit

Beitrag von Kaffeetrinker »

Erstmal ein Hallo zurück :D


Also wenn dein Hausarzt schon so einer auf "schlau" macht, warum hat er früher nix gesagt...... :rolleyes:

Mit mir hat er auch über die OP geredet, habe aber dankend abgelehnt nachdem er mir ein paar Bilder gezeigt hat......
Hat er dir KG verschrieben , oder ne Reha empfohlen?

Dein Scheuermann wird wahrscheinlich schon "durch" sein, wüßte jetzt aber auch ned was man dagegen machen kann wenns noch aktuell wäre......


Gruß
Keks
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Re: Kyphose 80° und allgemeine Unsicherheit

Beitrag von Keks »

Danke für deine Antwort!

Also als ich meinem Hausarzt sagte, dass mein Kyphosewinkel 80° sei, war er erstmal baff, er meinte, dass er sich bei mir dachte, ich hätte jetzt nicht die beste Haltung, aber es sehe von außen bei weitem nicht so übel aus... Mein Hausarzt war übrigens der einzige Arzt, vor Herrn Hoffmann, der etwas für meine Haltung unternommen hat: Er gab mir Tipps und verschrieb mir Rehasport.

Herr Hoffmann verschrieb mir (nur) Krankgengymnastik und ein Korsett (bei dem bin ich mal gespannt, was die Krankenkasse sagt).

Viele Grüße
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Kaffeetrinker
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Re: Kyphose 80° und allgemeine Unsicherheit

Beitrag von Kaffeetrinker »

Moin,

Welche Tipps gab dir der Hausarzt?
Also eins kann ich dir jetzt schon sagen den Rehasport kannste vergessen, das ist für die Katz.
Ich habe Ende 2009 eine Reha gemacht, leider nicht nach Schroth, war nur ne stinknormale wo 90% Bandscheibenschäden da waren, und es hat nix gebracht.Bin ja leider erst später zu Dr. Hoffmann gekommen.Werde dann nächstes Jahr dir Schroth-Reha beantragen.
Frag bitte bei deinem Physio nach ob sie nach Schroth machen, dürftest ja bestimmmt schon hier davon gelesen haben, und dann immer wieder fleißig die Rezepte holen, wenn möglich durchgehend.

Bei welcher KK bist du wegen dem Korsett?

Hat Dr. Hoffmann nix von ner Reha erwähnt?Würde da nochmal nachhaken.....


Gruß
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Klaus
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Re: Kyphose 80° und allgemeine Unsicherheit

Beitrag von Klaus »

Keks hat geschrieben:Jetzt wollte ich mal euch fragen, weil ihr ja einiges an Erfahrung habt: Kann ich meine BWS Kyphose wieder einigermaßen in den Griff kriegen? Und so pi mal Daumen, welchen Kyphosewinkel könnte ich erreichen? Habe ich mit fast 19 noch M. Scheuermann oder schon Zustand nach?
"In den Griff kriegen" ist eine ganz individuelle Geschichte, weil Dir keiner sagen kann, welchen Winkel Du erreichen kannst und was das für Dich dann bedeuten könnte. Immerhin schreibst Du nichts über Beschwerden bzw. Schmerzen, deren Reduzierung oder sogar Beseitigung ein ausreichendes Maß einer Korrektur wäre.

Ist es "nur" die optische Komponente, die Dein Problem ist, so kannst Du sicherlich von einer guten Korrektur ausgehen, die Du als persönlichen relativen Erfolg werten kannst. Und eine weitere Verschlechterung wird verhindert, was bei dieser hohen Gradzahl sehr wahrscheinlich ist, wenn man nicht entgegenwirkt.

Auch wenn Du erst 19 bist, wirst Du Dich mit dem Korsett vermutlich dauerhaft arrangieren müssen, das bedeutet auch die parallele KG nach Schroth, die man unbedingt in einer stationären REHA erlernen muss. Da muss man wohl ab und zu Dr. Hoffmann auf die Sprünge helfen. :)
Insgesamt hast Du aber mit 19 noch gute Chancen mit einer konservativen Therapie, das solltest Du auf jeden Fall ohne Rücksicht auf eine Spekulation zur Korrekturhöhe intensiv durchziehen, eine OP ist notfalls später eine Option, die man allerdings bezüglich hoher Risiken ganz hinten anstellen sollte.

Ich kenne einen Fall aus meiner REHA in 2005, der bei 90 Grad Hyperkyphose innerhalb von 4 Wochen auf 80 Grad gekommen ist, allein durch die KG. Von einem Korsett, das mit Sicherheit wesentlich mehr schafft, wollte der damals erst einmal nichts wissen, geschweige denn von einer OP. Es ist also auch eine ganz persönliche Einschätzung, was man so als Erfolg bezeichnet und wie man sich dabei fühlt.

Gruss
Klaus
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Re: Kyphose 80° und allgemeine Unsicherheit

Beitrag von Keks »

Danke, das klingt ja schon mal ziemlich positiv :)
Wie stark wird denn das Korsett meine Haltung korrigieren (so um wie viel Grad)?

Viele Grüße
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Kaffeetrinker
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Re: Kyphose 80° und allgemeine Unsicherheit

Beitrag von Kaffeetrinker »

Also bei mir bis 36° quasi Normalzustand :D , wenn dein WS beweglich ist wie meine sehe ich da kein Problem drin auch annähernd diese Werte zu erreichen.Und das beim ersten Mal :D


Gruß
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Klaus
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Re: Kyphose 80° und allgemeine Unsicherheit

Beitrag von Klaus »

Keks hat geschrieben:Wie stark wird denn das Korsett meine Haltung korrigieren (so um wie viel Grad)?
ich kann ja verstehen, dass Du nicht zufrieden bist, wenn ich sage, dass Dir keiner eine konkrete Korrektur vorhersagen kann.
Kaffeetrinker hat geschrieben:Also bei mir bis 36° quasi Normalzustand :D , wenn dein WS beweglich ist wie meine sehe ich da kein Problem drin auch annähernd diese Werte zu erreichen.Und das beim ersten Mal :D
Keks, das wolltest Du wohl hören :) . Aber das ist wirklich ein sehr positiver Einzelfall, den Du lediglich als erforderliche persönliche Motivation sehen solltest. Jede Wirbelsäule ist anders!

Ich trage kein Korsett, denke aber trotzdem, dass ich die durchaus zu hohen Erwartungshaltungen bei den Newbies kommentieren muss.

Gruss
Klaus
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Re: Kyphose 80° und allgemeine Unsicherheit

Beitrag von Outlaw »

Das mit dem hausarzt kenne ich. Ich hatte fast das Gefühl, er wollte mir von einer OP abraten und konnte im Prinzip mit allem wenig anfangen. Eigentlich war ich nur dort, um die Blutwerte mit zur OP zu nehmen.

Letztendlich bin ich nun operiert (seit ca. 4 Wochen) und bis jetzt wendet sich alles zum Guten, auch wenn ich noch sehr eingeschränkt bin und Schmerzmittel benötige. Der Heilungsprozess dauert halt.

Ich hatte knappe 80 Grad, ne leichte Skoliose und alles, was noch zu Scheuermann gehört.

Korsett wurde mir auch empfohlen aber ich hatte mehr Bammel vor nem Korsett als vor ner OP, zumal - wenn Korsett dauerhaft evtl. bei mir nix gebracht hätte - ich dann noch weitere Zeit verloren hätte und trotzdem ne OP bräuchte.

Letztendlich trieben mich meine extremen Schmerzen zur OP, KG und Reha hatte ich vorher zur Genüge und einfach keine Kraft mehr.

Rein für mich war die OP bisher der richtige Weg aber jeder ist anders und sollte nach seinem Gusto entscheiden und sich auch mehrere Meinungen einholen, da bei diversen Orthos der Wissensstand gem. Rücken doch sehr dürftig ist. Dr. Hoffmann zähle ich aus eigener Erfahrungen zu den Besten, die ich bisher kennengelernt habe aber Du wirst hier im Forum sicherlich auch noch von anderen Spezialisten lesen.
;) Gruß Outi :D
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Re: Kyphose 80° und allgemeine Unsicherheit

Beitrag von Keks »

Danke für eure Antworten :)
Ich weiß nicht wie ich zu einer OP stehe. Einerseits wünsche ich mir nichts sehnlicher, als einen geraden Rücken und Schmerzfreiheit, andererseits weiß ich ja auch nicht, was eine OP bei mir bringen würde, wie krass der Eingriff ist usw.

@ kaffeetrinker: Ich bin bei der BKK BMW, übernehmen die die Korsettkosten?
@ outlaw: Wie war denn die OP? Wie sieht dein Rücken jetzt aus?
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Re: Kyphose 80° und allgemeine Unsicherheit

Beitrag von die_olle_Ente »

Hallo Keks,

ich wollte mal nachfragen wie bei Dir der Stand der Dinge ist.

Hat die KK das Korsett genehmigt?

LG,

die Ente
BildIch bin nicht die Signatur - ich putz hier nur! Bild



Hyperkyphose 103 °

Die Ente hat ein Quetschie



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Re: Kyphose 80° und allgemeine Unsicherheit

Beitrag von Outlaw »

Hallo Keks,

sorry für die sehr späte Antwort, war lange Zeit weg.

Ich möchte Dir natürlich trotzdem antworten, ich hoffe, es hilft Dir trotzdem.

Mein Rücken ist im Vergleich zu vorher ein Traum. Klar, er ist nicht perfekt, denn Skoliosen und Hyperkyphosen hinterlassen Spuren. Gerade bei Hyperkyphosen sieht man es manchmal, dass der Brustbau doch etwas anders ist. Es hängt aber auch stark von der Statur und der Größe des Eingriffs ab, wie gut das Ergebnis hinterher aussieht.

Aber lass Dir kurz mein Fazit sagen: Für mich hat es sich definitiv gelohnt.

Zum einen sind die abartig üblen Schmerzen weg (sind immer noch welche da aber das ist klar, nach so nem Eingriff, das dauert halt ein wenig) und zum anderen ist man eben "gerader". Ich fine meinen Rücken jetzt super. Man hat ein ganz anderes Lebensgefühl.

Ich hoffe, Du kannst da ein wenig für Dich herausziehen.
;) Gruß Outi :D
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