ich hatte heute meinen sehnsüchtig erwarteten Termin bei Dr. Hoffmann. Ich habe die erweiterte Erstberatung in Anspruch genommen.
Bin sofort drangekommen, erst Röntgen und dann durch zum Doc. Nach Erhebung der Vorgeschichte/Beschwerden schaute er auf die Röntgenbilder und maß den Kyphosewinkel, der lag bei 50° n. Stagnara. Dazu kommt noch eine kompensatorische Hyperlordose und ein reflektorisch stark vorgestreckter Kopf. Die Wirbelsäule stehe von vorne aber fast Lotrecht, die (wirklich minimale Begleit-)Skoliose wurde also nicht vermessen. Danach wurde noch die Rotation bestimmt, die lag glaube ich bei 7/4°. Die Wirbel seien (noch) nicht beschädigt/verformt.
Dazu muss ich sagen, dass ich trotz der nicht allzu dramatischen Gradzahl leider sehr starke Beschwerden habe. Ich habe auf Empfehlung meiner früheren Orthopäden sehr ehrgeizig Krafttraining betrieben und die Situation dadurch natürlich noch stark verschlimmert. Es geht also weniger um Vorbeugung oder Optik, sondern um eine Besserung der Beschwerden. Da die Sehnen/Bänderstrukturen im Moment zu stark verkürzt seien, wurde ein Krafttraining erst einmal untersagt.
Kann seit einigen Monaten aber schmerzbedingt sowieso nicht mehr viel machen, außer vorm Rechner oder TV zu sitzen.
Nach Anblick des Röntgenbildes (ohje, ist das wirklich mein Rücken...?) und Diagnose war ich erstmal ziemlich geschockt und hoffe ich habe auch alles richtig verstanden was Dr. Hoffmann mir gesagt hat.
Dr. Hoffmann hat mir jedenfalls folgende Maßnahmen empfohlen:
- Krankengymnastik mit Fokus auf Dehnung/Lockerung(+Rezept und weitere Rezepte wird er mir ebenfalls ausstellen)
- korrigierendes Rahmouni-Korsett, Tragezeit nur nachts (+Rezept)
- eine Reha haben wir uns für später vorbehalten (Meine KK ist sowieso schon sehr, sehr unentspannt)
- habe einen Zettel mit Übungen bekommen die ich machen soll. Fokus auch hier Lockerung/Dehnung.
Dr. Hoffmann wies nachdrücklich daraufhin, dass mit dem Korsett eine zügige Beschwerdelinderung erreicht werden kann. Erklärtes (und zu erwartendes) Ziel wäre Beschwerdefreiheit. Dass ich es dafür nur nachts tragen soll/muss, hat mich natürlich angenehm überrascht.
Ich habe im Anschluss einen Termin bei Herrn Rahmouni bekommen. Ich sollte dort eigentlich direkt eingegipst werden. Habe aber (zum Glück) vorher bei der KK angerufen und eine Abfuhr kassiert, als ich den Preis nannte. Die KK wird jetzt Kostenvoranschläge von anderen Anbietern einholen und vergleichen...
Ich habe trotzdem eine längere Unterhaltung mit Herrn Rahmouni gehabt. Bisher war es für mich undenkbar, das irgendjemand aus dem medizinischen Sektor unentgeltlich mit mir redet, und das auch noch länger als 2 Minuten
Herr Rahmouni hat mein Angebot, das Korsett selber zu bezahlen abgeschlagen (was ihn meiner Meinung nach ehrt) und mir empfohlen der Krankenkasse die nötigen Infos zukommen zu lassen und um die Übernahme zu kämpfen. Ich vermute das wird schwierig, aber ich bin nicht bereit irgendwelchen nicht-korrigierenden Plastikmüll zu tragen, damit die KK ein paar Hundert Euro spart. Ich werde dazu später noch einen Thread verfassen, da diese Diskussion hier nicht reingehört.
Fazit (vor allem für Leute, die es sich auch überlegen Hoffmann/Rahmouni aufzusuchen):
- Der Weg nach Leonberg ist es wert.
- Sowohl bei Dr. Hoffmann als auch bei Rahmouni wurde ich sehr umfassend und individuell beraten und wusste sofort, das ich hier in den richtigen Händen bin
- Der Kampf um die Diagnose ist vorbei, jetzt beginnt der Kampf um die Kostenübernahme...
Eine Frage habe ich vergessen zu stellen: Gibt es Unterschiede zwischen Korsett und Nachtkorsett? Auf dem Rezept stand jedenfalls nichts von "Nacht". Oder ist es einfach eine Frage der Tragezeit?
Wer von euch ähnliches erlebt hat (vielleicht mit vergleichbarer Gradzahl) ist herzlich dazu eingeladen mir seine Erfahrungen zu schildern.
Gute Nacht!





