Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrigier?

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Alex_activitas
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Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig

Beitrag von Alex_activitas »

skoliose-gondelsheim hat geschrieben:die Unterscheidungsmerkmale der Fehlhaltung gegenüber einer Skoliose sind aktive Korrigierbarkeit und Torsion.
skoliose-gondelsheim hat geschrieben:Eine anständige Befundung seitens des Arztes wurde häufig nicht vorgenommen, die machen stattdessen wir.
Und zu einer "anständigen Befundung" gehört in jedem Fall eine Röntgenaufnahme, idealerweise Ganzsaufnahme frontal und seitlich. Ohne diese ist eine Beurteilung der Torsion nicht möglich.
Ich kenne aus der eigenen Praxis etliche Fälle, in denen der Sicht- und Tast- sowie Funktionsbefund vom Röntgenbefund in eklatanter Weise abweicht. Und in den seltensten Fällen in eine positive Richtung für den Patienten.
skoliose-gondelsheim hat geschrieben:Meiner Erfahrung nach macht es dann auch meistens (je nach Arzt) keinen Sinn, die Ärzte mit unserem Untersuchungsergebnis zu konfrontieren und ein aussagekräftiges Röntgenbild einzufordern, schon gar nicht, wenn es eines der gesamten WS sein sollte. Viele Ärzte fühlen sich dann auf den Schlips getreten oder bevormundet. So etwas macht man einmal und dann nicht mehr :nein: . Wir schöpfen in solchen Fällen dann so weit es geht die HMR aus und schulen die Patienten so gut es geht.
Ich würde an Eurer Stelle Euer Vorgehen nochmal überdenken. Meiner Erfahrung nach kann man mit vielen Ärzten gut kommunizieren und gemeinsam einen positiven Weg für die Patienten erreichen.

Auch bei uns kommen Patienten an, die nichts davon wissen, dass sie eine Skoliose und/oder Hyperkyphose o.ä. haben. Wenn unser Befund diesbezüglich Hinweise ergibt, teilen wir das dem Patienten und dem behandelnden Arzt mit. In den allermeisten Fällen geht dann die weitere Behandlung - ggf. nach erfolgter Röntgendiagnostik - in die richtige Richtung.

Gruß,
Alex
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Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig

Beitrag von skoliose-gondelsheim »

Du hast sicher Recht, was die Bedeutung des Röntgenbildes betrifft. Natürlich regen wir das an, und oft bringen die Patienten ja gleich Röntgenbilder mit, vor allem, wenn eine Skoliose bekannt ist.

Zur Kommunikation mit Ärzten ist es manchmal ein gangbarer Weg, die Patienten nicht gleich zum Orthopäden zurück zu schicken. Viele Hausärzte sind in dieser Hinsicht einsichtiger und kooperativer.
Und wenn der Vorschlag zum Röntgen vom Hausarzt kommt, hat das Ganze ein ganz anderes Gewicht. Allerdings muss der Patient dann bereit sein, noch einmal zwei Ärzte aufzusuchen. Auch das ist nicht immer der Fall.
Deshalb gibt es leider immer wieder Fälle, bei denen man die Sache ohne Röntgenbild angehen muss. Und dann macht man halt das Beste draus...

LG
Karin
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Klaus
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Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig

Beitrag von Klaus »

Hallo Karin,
skoliose-gondelsheim hat geschrieben:Ja, mich wunderte auch, dass eine derart geringe Ausprägung der Skoliose (übrigens tatsächlich ohne Kyphose/Lordose sondern in Kombination mit einem Flachrücken) ausreicht, um eine Reha zu bekommen.
Also wenn ein Flachrücken besteht, kann ich mir nicht so richtig vorstellen, dass eine geringe Skoliose so etwas durch Torsion hervorrufen kann. Da sind die Skoliose-Spezialisten gefragt. ;) Nur durch ein Röntgenbild kann man das sehen, und auch feststellen, ob da nicht evtl. andere seitliche Fehlstellungen eine Rolle spielen.

Auf jeden Fall sind dann solche Aussagen:
Und was ich dort auch erfahren habe ist, dass geringgradige Skoliosen sehr häufig mehr Beschwerden machen als solche mit höheren Gradzahlen.
immer ganz genau zu differenzieren. Wenn jemand hier im Forum von geringer Skoliose spricht, sollte man schon aufgrund der Statistik solcher Fälle auch nach den seitlichen Fehlstellungen fragen, die sich in vielen Fällen dann auch bestätigen und das eigentliche Problem sind!

Gruß
Klaus
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Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig

Beitrag von skoliose-gondelsheim »

Hallo Klaus,

was genau meinst du mit "seitlichen Fehlstellungen"? Vielleicht reden wir ja die ganze Zeit aneinander vorbei, weil wir nicht das Gleiche meinen :cool: .

Mein Eindruck ist auch, dass wir ebenfalls nicht das Gleiche meinen, wenn wir von Torsion sprechen.
Für mich bedeutet es, dass sich die Dornfortsätze jeweils zur Konkavität hin drehen, und für dich?

Beide Patientinnen waren eingestuft als 4BHTS rechts mit dezentem Lendenwulst, sie wiesen im thorakalen Bereich eine nahezu symmetrische Stellung auf. Die Einteilung in "thorakal symmetrische" Skoliosen ist relativ neu (meines Wissens seit etwa zwei Jahren verwendet) und führte auch zu einer entsprechenden Anpassung der Schroth-Übungen sowie der Unterlagerung.

Als Therapeutin war für mich die Aussage, dass geringe Skoliosen häufig starke Beschwerden machen elementar. Allzuoft ist man geneigt, solche Patienten nicht ernst genug zu nehmen, vor allem, wenn sie wie in Salzungen im direkten Vergleich mit deutlich sichtbaren Skoliosen stehen. Ich fand es erfreulich, wie ernst die beiden dennoch genommen wurden.

LG
Karin
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Klaus
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Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig

Beitrag von Klaus »

Hallo Karin,
was genau meinst du mit "seitlichen Fehlstellungen"? Vielleicht reden wir ja die ganze Zeit aneinander vorbei, weil wir nicht das Gleiche meinen :cool: .
Fehlstellungen seitlich gesehen ;) :
Rundrücken (BWS Hyperkyphose) / Flachrücken (BWS "Hypo"kyphose) / Hohlkreuz (LWS Hyperlordose) / Steilstellung der HWS (HWS Kyphose), sowie alle Zwischenformen, die sich durch die unterschiedlichsten Scheitel Positionen der natürlichen Lordose/ Kyphose in der LWS/BWS/HWS ergeben können. Und natürlich alle Situationen, wo man seitlich gesehen nicht im Lot steht. (grob gesagt, Kopf nicht in Achse mit Knie)

Gruß
Klaus
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Re: Geringe Skoliose bis 10% im Erwachsenenalter noch korrig

Beitrag von skoliose-gondelsheim »

Vielen Dank für die Erläuterungen, jetzt weiß ich, was du meinst.

LG
Karin
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