Beschwerden durch Skoliose?

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Daniel_W
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Beschwerden durch Skoliose?

Beitrag von Daniel_W »

Hallo ans Forum,

vielleicht kann mir hier jemand eine Einschätzung geben, ob ich Beschwerden verursacht durch Skoliose habe oder nicht? Habe da leider verschiedene Meinungen mitgeteilt bekommen, ich würde mich sehr freuen...

Ich habe seit ca. 2-3 Jahren Beschwerden, ausschließlich wenn ich sitze. Allerdings dann sowohl im Lendenwirbelsäulenbereich, wenn ich versuche mich an Stühle einige Zeit anzulehnen, als auch, wenn ich versuche die Haltung nach Brügger einzunehmen, dann das Gefühl, als wenn mich mein Bauch nach vorne weg zieht. ( Alter: 29, Größe, 183 m, 74 kg)

Vor ca 1 1/2 Jahren ist bei mir aufgrund angehängter Röntgenbilder eine rechtskonvexe Thorakolumbalskoliose festgestellt worden, aufgrund derer ich seitdem regelmäßig Krankengymnastik (sowohl Gerätetraining als auch gezeigte Eigenkörperübungen) betrieben habe, leider aber ohne Erfolg. Ein MRT ist durchgeführt worden, allerdings ohne Auffälligkeiten.
Zuletzt wurde mir aber von einem Spezialisten gesagt, das ich gar keine Skoliose hätte und die Beschwerden deshalb auch nicht dadurch bedingt sein könnten. Es handele sich wohl um eine Blockade.

Ich hoffe mal ich schreibe hier nicht an falscher Stelle bzw. verstoße ansonsten gegen Forenregeln, dann bitte löschen und Entschuldigung für die Mühe drüberzuschauen...

http://www.bilder-upload.eu/show.php?fi ... 967631.jpg
http://www.bilder-upload.eu/show.php?fi ... 967731.jpg
http://www.bilder-upload.eu/show.php?fi ... 967776.jpg
http://www.bilder-upload.eu/show.php?fi ... 969215.jpg
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Klaus
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Re: Beschwerden durch Skoliose?

Beitrag von Klaus »

Hallo Daniel,

also eine Skoliose ist auf jeden Fall vorhanden.
Und möglicherweise auch eine Hyperkyphose (Rundrücken) 1. Bild.
aufgrund derer ich seitdem regelmäßig Krankengymnastik (sowohl Gerätetraining als auch gezeigte Eigenkörperübungen) betrieben habe, leider aber ohne Erfolg.
Normale KG? KG nach Schroth? Gerätetraining ist immer kritisch zu sehen, wenn nicht kompetent genug angeleitet wird. Kompetenz bei Fehlstellungen ist leider Mangelware. Ingesamt muss grundsätzlich ganz individuell und gezielt vorgegangen werden.
Zuletzt wurde mir aber von einem Spezialisten gesagt, das ich gar keine Skoliose hätte und die Beschwerden deshalb auch nicht dadurch bedingt sein könnten. Es handele sich wohl um eine Blockade.
Was für ein Spezialist?
Wirkliche Spezialisten findest Du hier:
viewtopic.php?f=25&t=6472
Ich hoffe mal ich schreibe hier nicht an falscher Stelle
Das wird sich erst mit konkreter Diagnose herausstellen, ob eine Skoliose oder eher eine Hyperkyphose das Problem ist. ;)

Beides sind Fehlstellungen, die Beschwerden hauptsächlich durch Überlastung der Strukturen auslösen können.

Gruß
Klaus
Daniel_W
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Re: Beschwerden durch Skoliose?

Beitrag von Daniel_W »

Hallo Klaus,

danke sehr für deine ausführliche Antwort.

Der Spezialist, den ich diesbezüglich zuletzt aufgesucht habe, ist Dr. Colemont in Bochum. Er macht einen sehr sympathischen und engagierten Eindruck. Allerdings hat er gemeint, es wäre keine Skoliose, sondern eher eine Fehlhaltung.
Die genaue Diagnose: Beckenschiefstand re; Schultertiefstand re; Beinverkürzung re.; ISG-Blockierung
Er hat mir eine Schuheinlage rechts i. H. v. einen 1 cm. verschrieben.

Das Gerätetraining vorher wurde überwiegend unter Aufsicht von Therapeuten durchgeführt. In der manuellen Therapie wurden mir unter anderem Übungen im Vierfüßlerstand gezeigt, ob diese allerdings zu den Schrothübungen zählen, weiß ich nicht.

Ob ich einen Rundrücken habe, weiß ich auch nicht, ich kenne mich noch nicht gut genug aus. Allerdings ist mir von einem Oberarzt vorher schon mal gesagt worden, ich hätte eher einen Flachrücken, weniger ein Hohlkreuz.

Wie dem auch sei, weiß ich jetzt schon mal das Skoliose zumindest vorhanden ist. Dankeschön!

Beste Grüße,
Daniel
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Klaus
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Re: Beschwerden durch Skoliose?

Beitrag von Klaus »

Hallo Daniel,
Der Spezialist, den ich diesbezüglich zuletzt aufgesucht habe, ist Dr. Colemont in Bochum. Er macht einen sehr sympathischen und engagierten Eindruck. Allerdings hat er gemeint, es wäre keine Skoliose, sondern eher eine Fehlhaltung.
Bezüglich Diagnose sollte er eigentlich kompetent sein.
Deine Skoliose kann durchaus eine skoliotische Fehlhaltung sein, weil sie gering ist und ich nicht gut beim Ausmessen bin. :D
Eine Skoliose fängt per Definition erst bei 10 Grad an. Aber das hätte Dr. Colemont eigentlich auch gradmässig aufführen können.
Die genaue Diagnose: Beckenschiefstand re; Schultertiefstand re; Beinverkürzung re.; ISG-Blockierung
Das mit dem Beckenschiefstand ist so eine Sache. Wenn es tatsächlich eine Beinverkürzung gibt, machen Einlagen schon Sinn. Andere Spezialisten sagen, dass eine Beinverkürzung in der Regel selten vorkommt.
Das Gerätetraining vorher wurde überwiegend unter Aufsicht von Therapeuten durchgeführt.
Also vor Dr. Colemont?
Therapeuten sind nicht immer der Garant dafür, dass bei Fehlstellungen/haltungen alles richtig laufen muss.
In der manuellen Therapie wurden mir unter anderem Übungen im Vierfüßlerstand gezeigt, ob diese allerdings zu den Schrothübungen zählen, weiß ich nicht.
Nein!
Ob ich einen Rundrücken habe, weiß ich auch nicht, ich kenne mich noch nicht gut genug aus. Allerdings ist mir von einem Oberarzt vorher schon mal gesagt worden, ich hätte eher einen Flachrücken, weniger ein Hohlkreuz.
Du meinst mit Flachrücken tatsächlich den BWS Bereich, wo dann die normale BWS Kyphose abgeschwächt ist?
Ich habe seit ca. 2-3 Jahren Beschwerden, ausschließlich wenn ich sitze. Allerdings dann sowohl im Lendenwirbelsäulenbereich, wenn ich versuche mich an Stühle einige Zeit anzulehnen, als auch, wenn ich versuche die Haltung nach Brügger einzunehmen, dann das Gefühl, als wenn mich mein Bauch nach vorne weg zieht. ( Alter: 29, Größe, 183 m, 74 kg)
Das spricht schon ein bischen dafür, dass seitlich gesehen etwas nicht stimmt. Ich sehe keine besonderen Auffälligkeiten im Röntgenbild, aber das muss nichts heißen. Eigentlich werden solche Aufnahmen auch per Programm entsprechend ausgemessen, sodass man anhand der Gradzahlen eine bessere Einschätzung hätte. Bild 1+4 müssten aneinandergefügt werden.
Wie dem auch sei, weiß ich jetzt schon mal das Skoliose zumindest vorhanden ist. Dankeschön!
Nein, wie oben schon gesagt, dieses Fazit kannst Du nicht unbedingt ziehen. An Deiner Stelle würde ich beim Spezialisten
viewtopic.php?f=25&t=6472
eine 2. Meinung einholen, um zumindest den Auslöser für die Beschwerden einzugrenzen.
Zuletzt wurde mir aber von einem Spezialisten gesagt, das ich gar keine Skoliose hätte und die Beschwerden deshalb auch nicht dadurch bedingt sein könnten. Es handele sich wohl um eine Blockade.
Eine Blockade (vermutlich ISG) kann man lösen, nur wenn der Auslöser für die Blockade weiter bestehen sollte, bringt das nicht weiter.

Gruß
Klaus
Daniel_W
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Re: Beschwerden durch Skoliose?

Beitrag von Daniel_W »

Hallo Klaus,

danke sehr noch einmal für die vielen Ratschläge. Allein durch den Hinweis, dass Bild 1+4 zusammengehören, kann ich mir die Sache zumindest optisch schon besser vorstellen. (Wahrscheinlich sind diese Bilder zusammengefügt die S-förmige Krümmung der Wirbelsäule, wenn sie denn normal ausschaut...)

Ob ich das Training an den Geräten richtig ausgeführt habe, bevor ich Dr. Colemont aufgesucht habe, bezweifel ich zumindest bei den ersten Versuchen auch, da ich anfangs nichts von der natürlichen Krümmung der Wirbelsäule gewusst habe und immer nur ein Therapeut bei mehreren Personen zugesehen bzw. kontrolliert hat.

Mit Flachrücken wurde vermute ich der BWS Bereich gemeint, zumindest sieht es für mich als Laie so aus, wenn ich mich seitlich vor den Spiegel stelle. Therapeuten haben allerdings auch gesagt, dass die Haltung relativ normal wäre, weiß deshalb nicht, ob das ein Anhaltspunkt ist.

Übungen nach Schroth habe ich dann höchstwahrscheinlich bisher nicht gemacht, werde mich schlau machen, wo das in meiner Umgebung gut möglich ist.

Beste Grüße,
Daniel
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Re: Beschwerden durch Skoliose?

Beitrag von Klaus »

Hallo Daniel,
(Wahrscheinlich sind diese Bilder zusammengefügt die S-förmige Krümmung der Wirbelsäule, wenn sie denn normal ausschaut...)
Richtig. Von unten nach oben:
LWS natürliche Lordose (Normalwert 35-55 Grad)
BWS natürliche Kyphose (Normalwert 25-40 Grad)
HWS natürliche Lordose Normalwert kenne ich nicht.
Wobei die "Normalwerte" nur Orientierungswerte sind. Auch ausserhalb dieser Werte kann aufgrund der Gesamt-Situation der Wirbelsäule ein "Normalzustand" ohne Beschwerden herrschen.
...und immer nur ein Therapeut bei mehreren Personen zugesehen bzw. kontrolliert hat.
Wahrscheinlich auch mit weiter Sportbekleidung, wo der Rücken kaum einzuschätzen ist. Ich habe auch deshalb nach "vor Dr. Colemont" gefragt, weil der dann gern auf Novotergum hinweist, wo angeblich erfahrene Therapeuten zielgerichtet an Geräten vorgehen würden. In einer lebhaften Diskussion hier im Forum mit einem Therapeuten hat sich bei mir aber ein anderer Eindruck herausgestellt.
Gerätetraining ist wirklich ein ganz besonderes Thema, hier gibt es immer wieder neue und auch sehr ausführliche Diskussionen, die sich durchaus bis zum Expertenaustausch entwickeln. :ja:
Mit Flachrücken wurde vermute ich der BWS Bereich gemeint, zumindest sieht es für mich als Laie so aus, wenn ich mich seitlich vor den Spiegel stelle. Therapeuten haben allerdings auch gesagt, dass die Haltung relativ normal wäre, weiß deshalb nicht, ob das ein Anhaltspunkt ist.
Deshalb muss man auch die entsprechenden Winkel ausmessen!
Übungen nach Schroth habe ich dann höchstwahrscheinlich bisher nicht gemacht, werde mich schlau machen, wo das in meiner Umgebung gut möglich ist.
Trotzdem solltest Du eine konkrete Diagnose anstreben.

Gruß
Klaus
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