Pro und contra Korsett

Alles zur Korsett-Therapie für Jugendliche und Erwachsene bei Skoliose, Morbus Scheuermann, Kyphose ...
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo zusammen,

ich hatte gestern mal wieder so ein Korsett-Gespräch mit Dr. Steffan.
Toni kennt er nur zu gut und ist weiterhin der Überzeugung, dass in erster Linie das Schrothen zum Erfolg geführt hat und auch die ganze Einstellung und Lebensführung. Das Korsett bei Erwachsenen sieht er nur in zweiter Linie als Hilfsmittel, das aber sehr individuell zu sehen ist.
Überzeugend für mich ist die Gefahr, dass die Wirbelgelenke beim häufigen Korsett An-und Ausziehen Schaden nehmen und die dadurch verursachte strenge Disziplin bei jahrelanger Tragepflicht ziemlich entmutigen kann. Von Lebensqualität besonders im Sommer garnicht zu sprechen. Da ist es sicherlich einfacher kontinuierliche tägliche Schroth-Therapie zu machen.
Und auch gestern nachmittag habe ich bei einer Entspannungsübung mit Fango-Plättchen und dem bewussten Spüren der Pakete und schwachen Stellen festgestellt, wie stark man den Rücken durch kleine Signale formen kann.
Aber ich muss zugeben, dass meine Situation die Entscheidung gegen ein Korsett zunächst mal erleichtert hat. Die aktuelle Röntgenaufnahme hat nämlich im Vergleich ergeben, dass zwei Keilwirbel sich sozusagen repariert haben, was allerdings zu einer natürlichen Versteifung geführt hat.
Nachteil: In diesem Bereich gibt es nichts mehr zum Aufrichten
Vorteil: Eine weitere Verbiegung ist nicht mehr möglich

In den anderen Bereichen meiner LWS Kyphose ist aber mit Schroth noch so einiges zu machen, wenngleich auch in kleinen Schritten.

Gruss
Klaus
Karlson vom Dach
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Beitrag von Karlson vom Dach »

Hallo Klaus,

Du schreibst, daß Herr Dr. Steffan das Korsett nur in zweiter Linie als Hilfsmittel sieht. War das speziell auf Dich bezogen oder gilt das allgemein?
Nach meiner Wahrnehmung hilft mir das Korsett mehr als das tägliche Schrothen. Ich schrothe teilweise bis zu 10h die Woche. Als ich vor Kurzem das Korsett wegen einer offenen Stelle 5 Tage auslassen mußte, sackte ich doch wieder zusammen und, was viel schlimmer war, die Schmerzen kamen wieder und waren kaum auszuhalten. Ferner hatte mich mein Panzerchen vor der Reha bereits um 10° korrigiert. Es würde mich freuen, wenn noch weitere erwachsene Korsettträger ihre Abschätzungen hier mitteilen würden.

Was mich aber am meisten erschreckt, ist die Aussage, daß die Wirbelgelenke durch häufiges An- und Ausziehen schaden nehmen sollen. Woher hast Du diesen Punkt (auch von Herrn Dr. Steffan?)
Gibt es dazu Erfahrungen hier im Forum? Davon habe ich noch nie gehört.

Wie hat Dir die Kur gefallen? Es wäre schön, wenn Du dazu ein Bericht schreiben könntest. Wie weit hast Du Dich aufgerichtet, und kannst Du diese Korrektur halten?

Was meinst Du damit, daß sich 2 Keilwirbel repariert haben?

Viele Grüße,

Karlson
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Hallo Klaus,

ich persönlich finde, dass du kritische, nicht öffentlich geäußerte Bemerkungen von einem Forumsmitglied hier nicht schreiben solltest. Dr. Steffan liest vielleicht nicht überall mit, sonst könnte er selbst Stellung nehmen.

Ein Korsett hat Vor- und Nachteile und man muss abwägen, was für den einzelnen überwiegt.

Um die Wirbelgelenke zu schonen, zieht man das Korsett eben nicht so oft an und aus. ;) Außerdem, wenn man im Korsett ist, sind die Wirbelgelenke vor unnatürlichen Drehungen besser geschützt als außerhalb des Korsetts.

Dalia
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo zusammen,

also zunächst mal möchte ich anmerken, dass diese von mir auch durchaus gewollte Diskussion zum Korsett darunter leidet, dass ich keinerlei eigene Erfahrungen mit Korsetts habe. (habe selbst LWS Kyphose). Bitte werft mir das nicht an passender Stelle vor :)

Natürlich war das Gespräch mit Dr.Steffan ein persönliches, aber ich bin überzeugt davon, dass es seine Meinung ist, die er jederzeit auch öffentlich äussern würde. Die Beiträge dazu hier von ihm im Forum sprechen auch ganz deutlich von einer gewissen Skepsis gegenüber Korsetts im Erwachsenen-Alter.

An erster Stelle steht für ihn bei Erwachsenen die Schroth-Therapie und dann evtl. das Korsett. Das war ganz allgemein gesagt und nicht auf mich bezogen. Er hat aber auch gesagt, wie schon deutlich von mir geschrieben, dass individuell die Situation auch anders sein kann.
So weiss ich von einer Mitpatientin (Skoliose), dass man ihr ein Korsett angeboten hat, damit sie in eine bestimmte Haltung kommt, die sie selbst zur Zeit noch nicht einnehmen kann.

Karlson,
wenn Du das Korsett ausziehst und in Dich zusammensackst, dann gibt es natürlich 2 Möglichkeiten, wie man das sehen kann
1. Du siehst das Korsett als sehr hilfreich an
2. Deine Muskulatur kann Dich nicht halten, Du schrothest zu wenig oder evtl. falsch

Die Schroth-Therapie hat nun mal eine Modellierung des Körpers zum Ziel, die durch Atmung, Dehnung und Stärkung gekennzeichnet ist. Das Korsett kann Dich zwar in die gewünschte Modellierung bringen, aber es bedeutet ständige Abhängigkeit, wenn die Muskulatur das garnicht halten kann.

Was die Wirbelgelenke angeht (Aussage von Dr.Steffan), so habe ich damit sagen wollen, dass das Korsett so viel Stunden wie möglich getragen werden muss, um diese Manipulationen auf ein Minimum zu bringen. Und das ist schon eine Entscheidung, wenn man im Sommer gern mal öfter in der Sonne mit freiem Oberkörper sein möchte.

Zu den Keilwirbeln,
es haben sich seit 2001 2 Keilwirbel durch Knochenmasse miteinander verbunden. Das ist offenbar eine Reaktion des Körpers.
Dies ist dann eine wie eine Versteifung, die nicht durch Korsett oder Schroth korrigiert werden kann.

Der Bericht über Bad Salzungen folgt, wie schon an anderen Stellen erwähnt. Seit gestern arbeite ich mich nicht nur hier so langsam vorran.
4 Wochen sind schon eine lange Zeit.

Gruss
Klaus
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Toni
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Beitrag von Toni »

Klaus hat geschrieben: Die aktuelle Röntgenaufnahme hat nämlich im Vergleich ergeben, dass zwei Keilwirbel sich sozusagen repariert haben, was allerdings zu einer natürlichen Versteifung geführt hat.
Nachteil: In diesem Bereich gibt es nichts mehr zum Aufrichten
Vorteil: Eine weitere Verbiegung ist nicht mehr möglich
Schön wärs!
Bei Petra/Lurchi hat sich die Cobb-Krümmung der BWS in einem Jahr Trotz knöchern fixierter (Spangenbildung!) um mehr als 10° Cobb (TROTZ RAHMOUNI-Korsett das auch kaum bis gar nicht korrigiert hat wegen der Fixierung!) verschlechtert!

Viele knöchern verwachsene WS verschlechtern sich weiter, weil die Verkürzungstendenz der Muskulatur und die Schwerkraft immer weiter auf die konkaven Seiten drücken und sich durch diesen Druck auch weiter Knochenmasse abbaut.

Es wäre sehr schön, wenn das Zusammenwachsen von WK, wenn die Osteochondrose soweit fortgeschritten ist, daß kaum mehr Knorpelmasse da ist, zu einem Stillstand der Deformationen führen würden.
Aber eher das Gegenteil ist der Fall, insbesondere wenn in unserem Alter langsam Osteoporose hinzukommt!

Dazu kommt daß zusammengewachsene WK automatisch zu einer Mehrbelastung der noch nicht zusammengewachsenen "Rest-Bandscheibchen" führen, die dann um so schneller an Früharthrose degenerieren.

Ein Korsett kann das durch Streckung, Ruhigstellung, Entlastung und Bekämpfung der Fehlstatik zumindest stoppen.

Ich bin ebenso ein SCHROTH-Fan wie Du, aber bin der Meinung, daß sich ein GUTES Korsett und SCHROTH optimal ergänzen.

Karlson macht mit 10 h pro Woche sicher nicht zu wenig Schroth und er war ebenfalls in Salzungen wie Du und ich, so macht er zumindest keinen grundsätzlich falschen Schroth.

Es ist nach meiner Erfahrung nicht möglich im Alltag und schon gar nicht im Schlaf ununterbrochen weiterzuschrothen.
Aber mit Korsett ist es möglich!
Man behält auch ohne ständig drandenken zu müssen automatisch die richtigen Beckenkorrekturen bei, kann nur noch in die richtigen Atemstellen reinatmen und bekommt genau da ständig optimal dosierten Druck drauf, wo die Reissäckchen liegen und wo man was "raffen" soll.
Man rekelt sich ständig aktiv aus dem Korsett raus und benutzt das Korsett ständig als isometrischen Gegenhalt.

Dr. Hoffmann hat am Skoliosentag die Frage gestellt wieviel Muskelmasse man/frau/kind durch das Tragen einer Rumpforthese verliert:
Antwort wissenschaftlich untersucht: NULL!

Im Gegensatz zu eingegipsten Extremitäten findet an der Rumpfmuskulatur KEINE Muskuläre Atrophie statt- IM GEGENTEIL!

Ich kann das bestätigen, da ich so wie gestern auf einer schwierigen Baustelle ganztägig auf mein Korsett verzichtet habe und KEINE Probleme damit hatte, aber saufroh war mich zm Feierabend wieder in meine "Osteopathie zum Umschnallen" festzurren konnte.

So ginmg es mir auch schon in BaSa.
Wo die unbracten Mitpatienten abends total overschothet waren und wie organische Fragezeichen schlaff in den Sesseln hingen, haben wir, Netkitty und ich uns in "Amors Umarmung" geschnallt und die den ganzen Tag über antrainierte Schroth-Haltung mühelos weiter optimiert und bewahrt, bis es am nächsten Tag wieder los ging. Die überreizten Muckis konnten sich im Korsi entspannen ohne daß wir dabei auch nur eine Sekunde in die alte Fehlstatik zurückgesackt sind.

Wer noch nie Korsett getragen hat, kann sich tatsächlich nicht vorstellen, wie angenehm das sein kann.

Schade daß Du den Bericht von Dr. Hoffmann letzten Samstag über "seine " Erfolge und z.T. SEHR POSITIVEN Erfahrungen in der Adultversorgung nicht gehört hast.

Da man als Erwachsener eh keine Tragezeitvorschriften erhält kannst Du es an heißen tagen auch weglassen und Deine Tragzeiten entsprechend Deinem eigenen Willen dosieren.

Meine Frau z.B. trägt ihr Rahmouni gerne, aber nur wenn ihr danach ist. bei bestimmten Arbeiten (bügeln, div. Hausarbeiten usw...) mag sie es sogar sehr gerne, da sie bei manchen Tätigkeiten trotz Schroth das Gefühl hat innerlich fast abzubrechen und dann Schmerzen kommen.

Sie würde trotz wesentlich geringerer Tragezeiten trotzdem nie mehr auf die Möglichkeit verzichten wollen, bei Bedarf und nach Gefühl ins Korsett schlüpfen zu können.

Eine Seite in meinem Vortrag "Die Bescheuerte Wirbelsäule" lautet:

Welche Chance hat ein Erwachsener mit einem Korsett?
GAR KEINE!!!
....wenn er es damit nicht versucht!

Das mit den kleinen Wirbelgelenken kann ich aus meiner Erfahrung heraus nicht bestätigen. Ich hatte M.Baastrup, was auch eine Erkrankung der kl. Wirbelgelenke ist und heftige Blockaden. Seit ich Korsett-trage ist das gar kein Thema mehr.

Ich kann FÜR MICH bisher nur eine absolut positive Bilanz FÜR ein gutes Korsett auch im Erwachsenen-Alter ziehen:

" Der menschliche Körper ist formbar bis zum Tode.
Alles was sich deformiert, kann auch positiv geformt werden!"
(Zitat Amor Rahmouni)
RECHT HAT ER!
Gruß Toni
Zuletzt geändert von Toni am Do, 28.04.2005 - 22:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Klaus »

Hallo Toni,

Du bringst mich immer wieder ins Grübeln. Na ja, mein Entschluss erst mal ohne Korsett zu leben ist sicherlich zur Zeit nicht endgültig.

Das mit den Keilwirbeln werde ich also von Zeit zu Zeit kontrollieren lassen. Welche Abstände sind optimal?

Osteoperose ist im Augenblick noch kein Thema.

Gruss
Klaus
csaba

Beitrag von csaba »

Hallo kannst mir ja auch mal schreiben. :P
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Beitrag von Toni »

csaba hat geschrieben:Hallo kannst mir ja auch mal schreiben. :P
Hallo Csaba, meinst Du mich???
Was soll ich Dir denn schreiben?
Ich weis doch gar nichts über Dich und was Du für Probleme oder Schmerzen hast?
Wenn Du nicht angemeldet bist, dann kann man auch nicht nachschauen und suchen, was Du schon alles geschrieben hast....
Gruß Toni
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Beitrag von Dalia »

Hallo csaba,

du kannst nicht erwarten, dass andere dir schreiben, wenn du rein gar nichts von dir erzählst... :rolleyes:

Dalia
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Achilles
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Beitrag von Achilles »

Hallo Klaus,

So weiss ich von einer Mitpatientin (Skoliose), dass man ihr ein Korsett angeboten hat, damit sie in eine bestimmte Haltung kommt, die sie selbst zur Zeit noch nicht einnehmen kann
Dieser Beitrag von Dir veranlasste mich per pn bei DrSteffan nachzufragen, mit Aussage falls eins erforderlich wäre (Schmerzen) würde dieses dort gebaut, hat Ihr denn das Korsett bezüglich haltungseinnahme geholfen, was war das für ein Korsett, wie waren die Tragezeiten, hoffe Du kannst mir hierzu Auskunft geben, mit bestem Dank im voraus.

Gesundheitlichen Gruss: Achilles
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Beitrag von Klaus »

Hallo Achilles,

ich hatte folgendes geschrieben:
....dass man ihr ein Korsett angeboten hat, damit sie....
Dieses Angebot hat sie aber erst kurz vor Ende der REHA bekommen, weil es sich erst im Laufe der REHA herausgestellt hat, sozusagen als Empfehlung für die Zeit nach der REHA.
Ich weiss nur, dass sie am Abfahrtstag von der Idee noch nicht voll überzeugt war. Weiter kann ich leider nichts sagen.

Gruss
Klaus
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