Ich habe eine Frage:
wie viele der Jugendlichen, die ihr kennt, und die Skoliosen über 50 - 60° haben, brechen ihre Therapie aus Gründen unterschiedlichster Art ab und lassen sich doch operieren ?
In der Rahmouni-Liste sind ja doch auch einige Mitglieder angeführt, die mittlerweile bereits operiert wurden, oder ?(z.B. Fine)
weiters wäre auch interessant, wenn Mitglieder, so wie BZebra es bereits getan hat, ihren Erfolg bekannt geben (nach Abschluß der Korsett-Therapie) - um ein wenig einschätzen zu können, welche Verbesserungen überhaupt möglich sind (natürlich abhängig von verschiedenen Ausganssituationen).
danke
elfi
Abbruch der Korsettherapie bzw. Erfolge der Korsettherapie?
Also, Du möchtest den Bereich von ~50° bis ~60° haben.
Ich kann mal die Primärkorrekturergebnistabelle von Rahmouni http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=957
durchgehen und schreiben was ich weiß.
sweety1 (49° 8° 12 Jahre 84%): Erst angefangen.
Loewin16's Tochter (47° 10-12° 10 Jahre 74%): Wechsel zu Püttmann, dort weniger stark korrigierendes aber besser tragbares Korsett. Korrektur des neuen Korsetts hat eine weitere Verschlechterung nicht verhindern können.
Wolf's Tochter JenniferRo (62° 18° 13 Jahre 71%): Erst angefangen.
Tulear's Tochter (59° 17° 11 Jahre 71%): Komplett an Korsett gewöhnt gewesen, hat dann aufgehört es zu tragen was dann auch zu noch weiterer Verschlechterung geführt hat. Jetzt operiert.
BZebra (58° 18° damals 13 Jahre 69% 2 Jahre nach
Korsettabsch. 34% Korrektur): Abgeschlossen, keine OP.
Fiara (62° 20° 13/14 Jahre 68%): Erstes Kontrollröntgen ohne Korsett hat 50° erbracht.
Daniela (49° 17° 16 Jahre 65%): Noch dabei oder bald fertig, ziemlich wahrscheinlich keine OP.
Simone (60° 25° 13 Jahre 58%): Erstes Kontrollröntgen ohne Korsett gehabt, Verbesserung, genaues Ergebnis wissen wir noch nicht.
Soj_83's Tochter Fine (l. 60° / th. 57° l. 36° / th. 39° 13 Jahre 40% / 32%): Keine ausreichende Korrektur in einem tragbaren Korsett erreichbar gewesen. Verschlechterung und OP.
Es gibt noch 4 weitere mit 67 Grad und mehr, die habe ich jetzt rausgelassen.
Ich würde sagen, dass man anhand der Primärkorrektur, dem Alter und ob man mit dem Korsett zurecht kommt und es auch trägt schon ganz gut vorraussagen kann, ob man damit um eine Operation herum kommt, das heißt entweder eine Verschlechterung verhindern kann oder eine Verbesserung herausholen kann; vom Standpunkt der Gradzahlen her versteht sich, Schmerzen sind eine andere Sache.
Bei 50 bis 60 Grad ist es ja meistens schon ausreichend, eine Verschlechterung zu verhindern, um eine OP zu verhindern.
Die meisten Operationen im Bereich von 50 bis 60 Grad bei ausgewachsenen Skoliosen ohne Schmerzen sind die Folge von Werbung der Operateure.
Sobernheim hat mal einen Bericht veröffentlicht, umwieviel die Operationinzidenz bei den von ihnen behandelten Patienten geringer ist. Zu deren Behandlung zählt natürlich auch Aufklärung. Ein großer Teil von verhinderten OP's ist deshlab darauf zurück zu führen, dass die Patienten dann nicht mehr so naiv sind, auf die "Beratung" von WS-Chirurgen hereinzufallen. Sprich es kommt dann dort einfach nicht mehr zur Operation, wo sie ohnehin nach Maßstäben des Patienten nicht notwendig gewesen wäre, wo der Patient es nur gemacht hätte, weil ihm ein "Gott in Weiß" gesagt hat, er müsse.
Es gibt aber glaube ich ein Phänomen, was zeimlich ausschlaggebend für die Tragemotivation und -disziplin ist:
Wer ist es gewesen, der die Korsett-therapie iniziiert hat? Wer hat sich um die Qualitätssicherung gekümmert?
Hier schreiben viele Eltern mit, die ihren Kindern die perfekte Korsett-Versorgung auf einem silbernen Tablett serviert haben. Die haben oft Probleme damit, dass ihre Kinder ihr Korsette nicht tragen.
Das Problem tritt viel seltener auf, wenn es die Kinder selbst waren, die erst mal ihre Eltern dazu überreden mussten, den OT zu wechseln oder die es waren, die ihre Eltern ursprünglich mit Informationen (z.B. aus dem Forum hier) versorgt haben.
Ich denke es ist eine Sache der Wertschätzung, dessen dass man realisiert, dass es nicht ganz so selbstverständlich ist, was man da bekommen hat und auch des Wissens, wie die Konsequenzen aussehen können. Es ist schwieriger, dann den Kopf in den Sand zu stecken und die Realität auszublenden, wie das einige von ihren Eltern hier vertretene Korsett-Träger machen oder gemacht haben.
Wenn Du Dich für das interessierst, was an Verbesserung im Bereich des Möglichen liegt, wende Dich an Rahmouni. Er hat neben den Bildern die auf der Webseite stehen und in seiner Broschüre noch einen Ganzen Ordner von Vorher-Nachher-Bildern. Du könntest ihn Dir mal zeigen lassen und aufführen lassen, welches genau die Voraussetzungen waren, mit denen diese Verbesserungen möglich waren.
Gruß,
BZebra
Ich kann mal die Primärkorrekturergebnistabelle von Rahmouni http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=957
durchgehen und schreiben was ich weiß.
sweety1 (49° 8° 12 Jahre 84%): Erst angefangen.
Loewin16's Tochter (47° 10-12° 10 Jahre 74%): Wechsel zu Püttmann, dort weniger stark korrigierendes aber besser tragbares Korsett. Korrektur des neuen Korsetts hat eine weitere Verschlechterung nicht verhindern können.
Wolf's Tochter JenniferRo (62° 18° 13 Jahre 71%): Erst angefangen.
Tulear's Tochter (59° 17° 11 Jahre 71%): Komplett an Korsett gewöhnt gewesen, hat dann aufgehört es zu tragen was dann auch zu noch weiterer Verschlechterung geführt hat. Jetzt operiert.
BZebra (58° 18° damals 13 Jahre 69% 2 Jahre nach
Korsettabsch. 34% Korrektur): Abgeschlossen, keine OP.
Fiara (62° 20° 13/14 Jahre 68%): Erstes Kontrollröntgen ohne Korsett hat 50° erbracht.
Daniela (49° 17° 16 Jahre 65%): Noch dabei oder bald fertig, ziemlich wahrscheinlich keine OP.
Simone (60° 25° 13 Jahre 58%): Erstes Kontrollröntgen ohne Korsett gehabt, Verbesserung, genaues Ergebnis wissen wir noch nicht.
Soj_83's Tochter Fine (l. 60° / th. 57° l. 36° / th. 39° 13 Jahre 40% / 32%): Keine ausreichende Korrektur in einem tragbaren Korsett erreichbar gewesen. Verschlechterung und OP.
Es gibt noch 4 weitere mit 67 Grad und mehr, die habe ich jetzt rausgelassen.
Ich würde sagen, dass man anhand der Primärkorrektur, dem Alter und ob man mit dem Korsett zurecht kommt und es auch trägt schon ganz gut vorraussagen kann, ob man damit um eine Operation herum kommt, das heißt entweder eine Verschlechterung verhindern kann oder eine Verbesserung herausholen kann; vom Standpunkt der Gradzahlen her versteht sich, Schmerzen sind eine andere Sache.
Bei 50 bis 60 Grad ist es ja meistens schon ausreichend, eine Verschlechterung zu verhindern, um eine OP zu verhindern.
Die meisten Operationen im Bereich von 50 bis 60 Grad bei ausgewachsenen Skoliosen ohne Schmerzen sind die Folge von Werbung der Operateure.
Sobernheim hat mal einen Bericht veröffentlicht, umwieviel die Operationinzidenz bei den von ihnen behandelten Patienten geringer ist. Zu deren Behandlung zählt natürlich auch Aufklärung. Ein großer Teil von verhinderten OP's ist deshlab darauf zurück zu führen, dass die Patienten dann nicht mehr so naiv sind, auf die "Beratung" von WS-Chirurgen hereinzufallen. Sprich es kommt dann dort einfach nicht mehr zur Operation, wo sie ohnehin nach Maßstäben des Patienten nicht notwendig gewesen wäre, wo der Patient es nur gemacht hätte, weil ihm ein "Gott in Weiß" gesagt hat, er müsse.
Es gibt aber glaube ich ein Phänomen, was zeimlich ausschlaggebend für die Tragemotivation und -disziplin ist:
Wer ist es gewesen, der die Korsett-therapie iniziiert hat? Wer hat sich um die Qualitätssicherung gekümmert?
Hier schreiben viele Eltern mit, die ihren Kindern die perfekte Korsett-Versorgung auf einem silbernen Tablett serviert haben. Die haben oft Probleme damit, dass ihre Kinder ihr Korsette nicht tragen.
Das Problem tritt viel seltener auf, wenn es die Kinder selbst waren, die erst mal ihre Eltern dazu überreden mussten, den OT zu wechseln oder die es waren, die ihre Eltern ursprünglich mit Informationen (z.B. aus dem Forum hier) versorgt haben.
Ich denke es ist eine Sache der Wertschätzung, dessen dass man realisiert, dass es nicht ganz so selbstverständlich ist, was man da bekommen hat und auch des Wissens, wie die Konsequenzen aussehen können. Es ist schwieriger, dann den Kopf in den Sand zu stecken und die Realität auszublenden, wie das einige von ihren Eltern hier vertretene Korsett-Träger machen oder gemacht haben.
Wenn Du Dich für das interessierst, was an Verbesserung im Bereich des Möglichen liegt, wende Dich an Rahmouni. Er hat neben den Bildern die auf der Webseite stehen und in seiner Broschüre noch einen Ganzen Ordner von Vorher-Nachher-Bildern. Du könntest ihn Dir mal zeigen lassen und aufführen lassen, welches genau die Voraussetzungen waren, mit denen diese Verbesserungen möglich waren.
Gruß,
BZebra
Hallo Bzebra,
danke für Deine Infos.
Meine Tochter gehört wohl zu denen, de sich nicht selbst in diesem Forum informieren, die aber konsequent ihr Rahmouni-Korsett trägt, um ja nicht operiert zu werden.
Nur vom Orthopäden in Ö wird weiterhin die Operation empfohlen. Ihre Phsyiotherapeutin hat ihr gerade gestern von einem Mädchen erzählt, welches nun operiert wurde (mit 66°, sie selbst hat 61°).
Da sie nun 15 ist, hoffe ich trotzdem, dass sie ihren Willen behält und weiterhin so konsequent ist, auch wenn es jetzt im Freundeskreis immer schwieriger ist.
liebe Grüße
elfi
danke für Deine Infos.
Meine Tochter gehört wohl zu denen, de sich nicht selbst in diesem Forum informieren, die aber konsequent ihr Rahmouni-Korsett trägt, um ja nicht operiert zu werden.
Nur vom Orthopäden in Ö wird weiterhin die Operation empfohlen. Ihre Phsyiotherapeutin hat ihr gerade gestern von einem Mädchen erzählt, welches nun operiert wurde (mit 66°, sie selbst hat 61°).
Da sie nun 15 ist, hoffe ich trotzdem, dass sie ihren Willen behält und weiterhin so konsequent ist, auch wenn es jetzt im Freundeskreis immer schwieriger ist.
liebe Grüße
elfi
Ja Gott, natürlich empfehlen Leute die keine Ahnung haben von einer Sache dann auch falsche Dinge, wie soll es auch anders sein. Die meisten Orthopäden sind bei der Skoliose-Behandlung nur als Rezeptblock zu gebrauchen. Nicht umsonst kommen wir bei dieser Umfrage hier http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=5016 zu solch einem Ergebnis.elfi hat geschrieben:Nur vom Orthopäden in Ö wird weiterhin die Operation empfohlen.
Ich war seit ich das erste mal in Sobernheimar und von dort aus dann mit einem Rahmouni-Korsett versorgt wurde absolut auf mich alleine gestellt. Es hat seitdem niemals einen Arzt mehr für mich gegeben, der mir irgendeine Empfehlung hat geben können, die ich entweder nicht selbst schon wusste oder die ich andernfalls als ernstzunehmend betrachten konnte.
Man ist mit einer Rahmouni-Korsett-Therapie in dem Gradzahlbereich alleine. Das ist zu anspruchsvoll für alle Ärzte die nicht unmittelbar genau mit diesem Korsett zu tun haben.
Mein eigener Orthopäde hat bei 58 Grad zunächst auch gesagt, das würde noch schlechter und das müsse ganz sicher operiert werden (meiner Mutter beim Abholen des Rezepts für mein erstes Korsett; kannst Dir sicher vorstellen wie verunsichert sie war).
Als er das erste mal dann das fertige Korsett gesehen hat, kam dann aber garnichts mehr von ihm, garkein Kommentar, jahrelang!
Irgendwann später während einer Untersuchung hat er festgestellt, dass meine WS durch das Korsett steifer geworden war. Das war dann plötzlich eine Katastrophe für ihn, müsse man unbedingt mobil halten, sonst entstünden an anderer Stelle Überbelastungen und vorzeitiger Verschleiß.
Auf die Frage hin, wieso er das jetzt für so schlimm hält, obwohl er mir noch vor ein paar Jahren dringend zu einer OP geraten hat, fing er an rumzustammeln "Ja, er hätte das sich ja garnicht vorstellen können, dass es solche Korsette gibt. Das hätte er doch noch nie vorher gesehen gehabt...". Wie ein und der selbe Arzt doch so mit zweierlei Maß messen kann.
Eine Vojta-Physiotherapuetin, die Skoliosen behandelt, sagte mir, ein so stark korrigierendes Korsett seie noch schlechter als garkeins zu tragen, weil durch den großen Wechsel von "korrigiert im Korsett" und "nicht korrigiert ohne Korsett" die Verschlechterung noch schneller stattfinden würde.
Man muss wirklich das Selbstbewusstsein entwickeln den Rat von angeblichen Spezialisten links liegen zu lassen und sie als das betrachten was sie sind, nämlich auf diesem Gebiet schlechter ausgebildete Leute als man selbst.
Wenn es um eine persönliche OP-Entscheidung bei einer Rahmouni-Korsett versorgten 60 Grad Skoliose geht, bei der eine Verschlechterung unwahrscheinlich ist, solange das Korsett getragen wird, dann kann man sich einfach überlegen ob die Skoliose so wie sie jetzt ist, schlimm genug ist, um eine OP Wert zu sein, oder ob man sagen kann "ist mir eigentlich egal, hab keine Probleme damit, soll nur nicht schlimmer werden".
Ich war mit meinen knapp 60 Grad damals ganz und garnicht begeistert, wegen für mich NICHTS operiert werden zu sollen. Keine Schmerzen, keine Bewegungseinschränkung, meine herausstehende Hüfte empfand ich auch nicht als ein optisches Problem. Nur weil sich andere Leute an der Form meiner WS störten sollte ich mich operieren lassen?!
Es ist nicht was andere Leute denken, tun und sagen, was wichtig ist. Es ist nur wichtig, was man selbst will.
Gruß,
BZebra

