Diagnose: Morbus Scheuermann - und was jetzt?

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
Rutschi
Newbie
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: Do, 11.01.2007 - 22:00
Wohnort: Erlangen

Diagnose: Morbus Scheuermann - und was jetzt?

Beitrag von Rutschi »

Hallo,

ich bin gerade eben erst auf dieses Forum gestoßen und ich dachte, dass ihr mir weiterhelfen könnt.

Mein Orthopäde hat vor einer Woche festgestellt, dass ich Morbus Scheuermann habe.
Kurz vor Weihnachten, spät abends während dem Plätzchenbacken wurde ich 2x von heftigen, kurzen Rückenschmerzen erwischt. Ich dachte mir erst nichts dabei, aber seitdem habe ich im Bereich der Lendenwirbelsäule ständig starke Schmerzen, die ich zuerst für Steißbeinschmerzen hielt. Ein paar Tage nach Weihnachten bin ich mit einer Busreise nach Kroatien gefahren, was für mich zu einer ziemlichen Leidensgeschichte wurde ... die Schmerzen wurden immer schlimmer, teilweise konnte ich nur noch liegen, nicht lange sitzen oder stehen, bis ich es schließlich nicht einmal mehr fertig gebracht habe, von der Innenstadt bis in die Pension zu laufen. Treppensteigen fiel mir auch sehr schwer, Bergsteigen ging gleich gar nicht mehr. Irgendwann kam jemand auf die Idee, dass mir ein Stock helfen könnte - und siehe da, diese Gehhilfe war wunderbar! Bloß habe ich als 187-Jährige, die am Stock geht, bestimmt nicht wenige Blicke auf mich gezogen :rolleyes:

Auf jeden Fall bin ich gleich, nachdem ich nach Hause gekommen war, zum Orthopäden gegangen, der mir eben diese Diagnose gestellt hat. Er hat mir 3x täglich 400mg Ibuprofen (!) und Krankengymnastik verschrieben. Vorgestern war ich auch bei der Krankengymnastin, aber die konnte wegen meiner hohen Schmerzempfindlichkeit, die ich trotz der Medikamente habe, kaum was machen ...

Naja, auf jeden Fall habe ich jetzt noch ein paar Fragen, die ich unbedingt loswerden will, und die mir wahrscheinlich weder mein Arzt, noch meine Krankengymnastin fachkundig beantworten können.

1.) Meine Schmerzen sind nicht nur im Rücken, sondern oft sogar mehr im Gesäß und ziehen sich die Beine hinunter. Meine Krankengymnastin hat gemeint, dass da evtl. auch noch was entzündet sein könnte. Hat sie da vielleicht Recht?

2.) Ist das, was ich habe, nur eine vorübergehende akute Phase, oder muss ich damit rechnen, dass der Zustand lange dauert?

3.) Was mache ich, wenn die Schmerzen länger andauern? Ich habe (eigentlich sobald wie möglich) vor, Kiesertraining und Schwimmen zu machen und der Empfehlung meiner Krankengymnastin nach auch wieder mit Einradfahren zu beginnen, weil das das Gleichgewicht trainiert und somit eine gerade Haltung zur Folge hat.

4.) Wie sollte ich am besten sitzen? Soll ich eine gerade Haltung auch bei Schmerzen einhalten? Ist ein Sitzball empfehlenswert?

5.) Vielleicht kann man das jetzt, da ich ja noch nicht seit längerer Zeit Beschwerden habe, noch nicht sagen ... ist eine Kur für mich empfehlenswert?


Ich hoffe, ihr habt Zeit, euch meiner anzunehmen! Ich bin zur Zeit, im Schulstress wo man ganz besonders viel sitzen muss, not very amused über meinen Befund :nein:

Ruth
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15281
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Hallo Ruth,

erst mal willkommen im Forum.

Was den Scheuermann angeht, muss erst mal eine kompetente Diagnose mit Winkelangaben gemacht werden, um die Situation genau zu bestimmen.

Was Du da bezüglich Schmerzen beschreibst, sieht es ja nach einem akuten Bandscheibenvorfall aus. Das muss erst mal dringend mit entsprechenden Aufnahmen abgeklärt werden!

Notfalls musst Du mal die Ärzte wechseln.

Wenn das abgeklärt ist, kann man über weitere Massnahmen reden.
Sorry, aber es wäre vorerst wirklich nur Spekulation hier konkrete Tipps bezüglich KG und Fitness abzugeben, ausser das nicht zu machen, bevor nicht die Ursache eindeutig feststeht!!

Gruss
Klaus
Rutschi
Newbie
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: Do, 11.01.2007 - 22:00
Wohnort: Erlangen

Beitrag von Rutschi »

Danke für deine Antwort, Klaus. Das sind ja Hiobsbotschaften :/
Mein Orthopäde hat nichts von irgendeinem Winkel diagnostiziert, sondern einfach nur festgellt, dass es Morbus Scheuermann ist. Wobei das eigentlich schon ein Fortschritt ist: ich hatte vor 2-3 Jahren schon einmal massive Probleme mit meinem Rücken, weil ich einen Rundrücken habe und daher meine Brustmuskulatur verkürzt ist. Daher hatte ich im Rücken ganz schöne Schmerzen (wohl Muskelverspannungen, oder sowas). Ich vermute mal, dass der Rundrücken schon damals wegen dem Morbus Scheuermann gewesen sein könnte, aber mein Orthopäde das gar nicht rausgefunden hat ... also, beweisen kann ich es natürlich nicht, aber irgendwie liegt die Vermutung schon nah.
Richtig therapieren konnte man das damals auch nicht (Krankengymnastik hat nichts gebracht und Akupunktur auch nur bedingt) und ich habe eigentlich auch heute noch manchmal Probleme damit ...

Ich wurde letzte Woche vom Orthopäden zum Hausarzt wegen
Blutabnahme überwiesen und war heute da. Der hat mir gleich zwei Überweisungen gegeben, und zwar eine für einen Orthopäden, von dem meine Mutter erfahren hat, dass er sich mit solchen Skoliosegeschichten auskennt, und eine für einen Rheumatologen; er meint nämlich, dass die Rheumatologen sich da am besten auskennen.
Stimmt das wirklich, dass Rheumatologen sich besser als normale Orthopäden mit so etwas auskennen?
Papegöye
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 241
Registriert: Fr, 03.02.2006 - 19:08
Wohnort: Erlangen

Beitrag von Papegöye »

Hallo Rutschi,

schön, dass du als ebenfalls-Erlanger das Forum gefunden hast :)!

Ja, doch, das denke ich auch, dass dein Rundrücken durch den Scheuermann kommt.

An einem Skoliose-erfahrenen Arzt in Erlangen wäre ich ja sehr interessiert!
Ich war bei Dr. Kübel, der es zwar noch grob geschafft hat, den Kyphose-winkel auszumessen (leider ohne Wirbelsäulen-ganzaufnahme) und M.Scheuermann zu diagnostizieren, aber mich dann letztendlich doch nach Rummelsberg überwiesen hat, weil er nicht alle Möglichkeiten in z.B. der Behandlung hat (was ich dann auch gut finde).
Letztendlich bin ich ja jetzt trotzdem in Stuttgart bei Dr. Hoffmann gelandet, was sicherlich kein falscher Weg war.

Dr. Kübel hatte mir aber das "mediTrain" empfohlen - du hattest ja was von Kieser Training erwähnt.
Also damit bin ich echt super zufrieden (www.meditrain.de) und es gibt dort auch eine Schroth-therapeutin (zwar nicht super-perfekt-erfahren, aber doch sehr bemüht und nett. Bei genügend Schroth-Patienten wird das bestimmt noch).
Also falls du noch schwanken solltest mit dem Fitness-Studio, empfehle ich dir das.

Eine Kur in Bad Salzungen oder Bad Sobernheim wäre natürlich super!
Sprich doch diesen Orthopäden mal drauf an, dann ist auch besser einzuschätzen, wie gut er sich wirklich auf dem Gebiet Skoliose & Co. auskennt.


LG

Anne
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15281
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Papegöye hat geschrieben:Letztendlich bin ich ja jetzt trotzdem in Stuttgart bei Dr. Hoffmann gelandet, was sicherlich kein falscher Weg war.
Ich denke, man muss eindeutig sagen, dass das meistens der einzig richtige Weg ist.

Papegöye hat geschrieben:Dr. Kübel hatte mir aber das "mediTrain" empfohlen - du hattest ja was von Kieser Training erwähnt.
Also damit bin ich echt super zufrieden (www.meditrain.de) und es gibt dort auch eine Schroth-therapeutin (zwar nicht super-perfekt-erfahren, aber doch sehr bemüht und nett.
Also ich bleibe dabei, erst mal eine kompetente Diagnose!!!

Wenn es eine Kyphose(Rundrücken) ausgelöst durch Morbus Scheuermann ist, dann ist Schroth KG angesagt und zwar eine REHA in einer der beiden Spezial Kliniken!
Dort lernst Du das richtige Körpergefühl und in Bad Salzungen auch anhand von zusätzlichen Gerätetraining die richtigen Übungen für das Fitnesstraining zuhause.
Das ist die Grundlage für ein solches Training, die nach meiner Ansicht von keinem Trainer (auch nicht Kieser) richtig eingeschätzt werden kann.

Gerade bei Kyphose sind viele ambulante Schroth Therapeuten überfordert und eine Therapeutin, die "bemüht" und "sehr nett" ist, reicht einfach nicht aus.
Man braucht die eigene Kompetenz aus einer REHA und dann, aber erst dann kann die "nette" Therapeutin eine gute Hilfe sein.

Gruss
Klaus
Rutschi
Newbie
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: Do, 11.01.2007 - 22:00
Wohnort: Erlangen

Beitrag von Rutschi »

@Papagöye:

Jaja, da meint man, man lebt in Erlangen quasi in der Hauptstadt der Medizin ... aber einen besonders spezialisierten Arzt findet man in der Richtung dann doch nicht (-;
Also falls es dich interessiert, die Freundin von meiner Mutter hat mir den Herrn Dr. Schramm empfohlen, der ist in einer Gemeinschaftspraxis in dem Ärztehaus in der Michael-Vogel-Straße.
Habe aber bis jetzt noch keinen Termin ...

Gibt es beim Kiesertraining sicher keinen Schroththerapeuten? Das Praktische ist halt, dass mein Papa auch dahin geht, dann kann ich gleich mit ihm fahren ...

Eine Reha wäre ideal!!! Vor allem, da in Bad Salzungen auch Allergiker behandelt werden, und ich bin hochallergisch, was Tierhaare und Hausstaubmilben anbetrifft ... was mir das Leben im Moment, da ich viel in meinem Zimmer liegen muss und gleichzeitig auch wegen der Schmerzen nicht viel gegen den Staub tun kann, noch schwerer macht ...

Zu meinem alten Orthopäden gehe ich wegen der Sache nicht mehr ... der ist gut, wenn man kurzfristig behandelt werden will, aber wehe, du fragst deine Fragen nicht gleich und vergisst, irgendwelche Sympthome zu schildern ... genauso schnell, wie man da einen Termin kriegt, ist man auch schon wieder aus dem Sprechzimmer draußen ;)
Ich versuche mein Glück nächste Woche dann mal bei den beiden Ärzten, zu denen ich überwiesen worden bin, und frage da mal nach einer Reha ... wobei das für mich, wenn das tatsächlich drei Wochen dauert, auch nur in den großen Ferien in Frage kommt - was anderes kann man sich als Schüler ein Jahr vor dem Abi ja kaum noch leisten ...

Ruth

P.S.: Habe mir gestern beim Aldi einen Sitzball gekauft, aber das tut irgendwie weh, weil man da ja ein bisschen einsinkt, und dann drückt das etwas auf die Wirbelsäule ...
Papegöye
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 241
Registriert: Fr, 03.02.2006 - 19:08
Wohnort: Erlangen

Beitrag von Papegöye »

@ Klaus: sorry, dass ich mich nur so wage ausgedrückt hab.
Ich kann deinen Verbesserungen meines Beitrags voll und ganz zustimmen :ja:.

@ Rutschi:

da bin ich ja mal gespannt, was du dann von Herrn Schramm zu berichten hast (falls du hingehst)!
Mir war damals, als ich vergeblich in Erlangen nach einem guten Orthopäden rumgesucht habe, schon positiv in seiner Praxis aufgefallen, dass sie dort anscheinend Wirbelsäulen-ganzaufnahmen machen können. Außerdem hat er sich scheinbar auch schon mit dem Thema Skoliose auseinandergesetzt (http://www.ortho-docs.de/dr_schramm/index.htm ---> Publikationen).

LG

Anne
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15281
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Papegöye hat geschrieben:@ Klaus: sorry, dass ich mich nur so wage ausgedrückt hab.
Ich weiss doch aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, Leute von einem Weg zu überzeugen, der überhaupt nicht einleuchtend erscheint.
Und da korrigiere ich schon, wenn ich merke, wenn da Wege besprochen werden, die nicht nebeneinander sondern hintereinander laufen müssen, um weiter zu kommen.

Wieso muss ich so weit zu einem kompetenten Orthopäden fahren, der ausgesuchte Orthopäde vor Ort hat 2 Monate Wartezeit, der muss doch kompent sein, sonst würden doch nicht so viele Patienten dahin gehen?

Wieso ist ein Kieser Training nicht die beste Wahl, wo die doch so viel Werbung mit medizinischem Aufbautraining machen und da wirkt sogar ein Arzt mit?


Der Weg zum mündigen Patienten ist bei Skoliose/Kyphose erst mal durch einen grossen Stein blockiert, den man getrost von anderen wegschieben lassen kann, die teilweise leider sehr lange Erfahrungen damit hatten. Auch wenn das schulmeisterisch wirkt und schon deshalb ungern übernommen wird. :)

Es gibt dann noch genügend andere Dinge, die man in Eigenverantwortung tun muss, ohne sich den Vorwurf zu machen, man würde nur noch fremdbestimmt durch die Welt laufen. :)

Gruss
Klaus
Rutschi
Newbie
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: Do, 11.01.2007 - 22:00
Wohnort: Erlangen

Beitrag von Rutschi »

Besonders einfach kommt man nach Leonberg aber auch nicht gerade ... also, ich habe gerade das Forum durchsucht und da steht was von langen Anmeldezeiten, außerdem müsste meine Mutter auch einverstanden sein, zu fahren - ansonsten käme halt der Zug in Frage, aber das sind Verbindungen, die alle ca. 4 Stunden dauern! Und einen Schultag müsste ich höchstwahrscheinlich auch dafür opfern ... zumal ich bis jetzt ja lediglich weiß, dass ich Morbus Scheuermann habe, aber nicht, welcher Schweregrad das ist, ob auch noch eine Entzündung vorliegt ... und zumindest letzteres kann ja jeder Arzt durch einen Bluttest herausfinden, oder?


Im Moment kann ich sowieso weder Meditrain, noch Kieser, noch sonst irgendwas machen ... nicht mal den Führerschein kann ich im Moment zu Ende machen :|

Vorerst möchte ich schon zum Dr. Schramm gehen, ich meine, meinen Rücken wird er schon nicht kaputt machen und wenn ich am Ende auch nur eine Überweisung zur Krankengymnastin habe - dann weiß ich eben, dass es nichts gebracht hat ...
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15281
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Hallo rutschi,

in Deinem Fall hatte ich ja geraten, doch erst mal einen möglichen Bandscheibenvorfall abzuklären. Dazu sollte eigentlich ein Orthopäde mit entsprechenden Aufnahmen in der Lage sein.
Die Schmerzen, die Du beschrieben hast, sind nicht unbedingt typisch für eine Kyphose, es kann aber durch ungünstige Lage einer Kyphose durchaus Nervenprobleme geben.

Ich hatte ja versucht, zu erklären, warum ich hier zu einem bestimmten Weg bei Kyphose rate. Das ist nicht nur meine eigene Erfahrung, sondern auch die vieler anderer, die ich seit über 2 1/2 Jahren intensiv verfolge.

Wenn man das nicht glauben möchte, sollte man diesen langen Erfahrungsweg durchaus gehen. Wir wollen hier wirklich nur alles dafür tun, dass dieser Weg so kurz wie möglich ist.

Eine Fahrt nach Stuttgart ist bei weitem nicht so aufwendig, wie der Gesamt-Aufwand für die erfolglosen Ärzte-Odyseen.

Bei mir war es zwar nur die kürzere Fahrt nach Bad Salzungen, aber einen ganzen Tag musste ich auch einplanen. Dafür hatte ich dann endlich meinen "Durchbruch", nach über 20 Jahren mit 5 Orthopäden. Ganz abgesehen von der Zeit davor, die allerdings aufgrund der geringen Beschwerden nicht so ins Gewicht fielen.

Gruss
Klaus
Rutschi
Newbie
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: Do, 11.01.2007 - 22:00
Wohnort: Erlangen

Beitrag von Rutschi »

Ja, also wir werden sehen, was rauskommt ... ich habe jetzt 2 Termine für diese Woche, einen beim Orthopäden und den anderen beim Rheumatologen.
Zu Hause - ich sitze jetzt auf meinem Sitzball mit einem Wärmekissen drauf - bin ich im Moment, Gott sei Dank, relativ schmerzfrei. Aber in der Schule ist es heftig, ich habe mich heute schon wieder für eine Stunde vom Unterricht befreien lassen. Ich glaube, das könnte daran liegen, dass man in der Schule so tief sitzt ... dagegen tun kann ich aber auch nicht wirklich was, weil wir ja kein Klassenzimmer haben ... höchstens den Ball, vielleicht in so einer Art Murmelnetz, von Klassenzimmer zu Klassenzimmer hinter mir herzuziehen :juggle:. Und den dazu passenden Tisch lasse ich mir dann hinterher tragen :cool:
Gast

Beitrag von Gast »

Also, ich war jetzt diese Woche beim Rheumatologen und beim Orthopäden (Dr. Schramm).

Nach dem Besuch beim Rheumatologen, oder besser gesagt, schon nach der halbstündigen Busfahrt dorthin, hat sich mein Zustand ziemlich verschlechtert. Der Termin war vormittags und ich dachte, ich könnte danach wieder in die Schule, aber nix war - die Schmerzen waren so groß, dass ich's danach erst einmal nur im Liegen ausgehalten habe.
Vorgestern, der Tag, an dem ich Matheklausur hätte schreiben sollen, hatte ich schon in der Früh solche Schmerzen, dass es schon überhaupt nicht mehr in Frage gekommen wäre, in die Schule zu gehen.
Und gestern schließlich (war ja eh schulfrei wegen Sturmwarnung :) ) war ich beim Orthopäden. Davor ging es mir nicht besonders gut. Aber jetzt bin ich echt begeistert und erleichtert. Die Diagnose ist, dass ich eine scheuermannsche Kyphose (oder ein kyphotisches Scheuermannsyndrom, ich weiß nicht so genau ...) habe, aber ohne Wirbelverformung. Ist außerdem ganz gut, dass er ziemlich direkt war ... er hat gemeint, dass ich unsportlich bin (stimmt) und dass ich abnehmen sollte (stimmt auch ;) ). Im Moment kann man jetzt aber mit Krankengymnastik noch nicht anfangen, deshalb kriege ich jetzt erst einmal so eine Wärme-Massage-Krankengymnastik ... und Akupunktur.
Gestern hatte ich schon meine erste Akupunkturbehandlung. Ich muss dazu sagen, dass ich jetzt im ersten Moment der Akupunktur etwas skeptisch gegenüberstand, da ich bei meinen früheren Problemen schon einmal Akupunktur hatte, und das so gut wie nix gebracht hat. Naja, auf jeden Fall - und ich sehe das wirklich nur im Zusammenhang mit der Akupunktur - konnte ich gestern, nachdem ich 2 Stunden Nachhilfe gegeben hatte, in der Stadt war und wegen alldem sehr viel Bus fahren musste, einfach so wieder quietschfidel durch die Wohnung turnen :D :D :D
(naja gut, vielleicht ein bisschen übertrieben ... aber im Vergleich zu meinem vorherigen Befinden passt die Beschreibung ...)

Also gut, das war's dann auch schon, was ich zu sagen hatte ;)

Ruth
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15281
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Die Diagnose ist, dass ich eine scheuermannsche Kyphose (oder ein kyphotisches Scheuermannsyndrom, ich weiß nicht so genau ...) habe, aber ohne Wirbelverformung.
Eine Kyphose bedeutet auch im "medizinischen Umgangston" eigentlich Hyperkyphose, also Abweichung von dem normalen kyphotischen Verlauf in der BWS, also Verbiegung oder Verkrümmung, die am besten mit Schroth und evtl. Korsett zu behandeln ist.
Hierbei können natürlich auch Nerven betroffen sein, die Deine Beschwerden erklären können. Du hast aber leider keine Aussage darüber gemacht, ob nicht ein evtl. Bandscheibenvorfall als Hauptursache nun ausgeschlossen werden kann.

Ohne Wirbelverformung kann eigentlich nur heissen, dass sich keine Keilwirbel gebildet haben. Das ändert aber nichts daran, dass man hier mit Schroth und evtl. Korsett behandeln muss!!

Abgesehen davon, dass keine Winkel ermittelt worden sind, bekomme ich das "kalte Grausen", wenn ich von den altbekannten völlig inkompetenten Maßnahmen, wie Wärme, Massagen und Akupunktur höre.

Das sind alles nur kurzfristig wirkende Dinge, die Dich überhaupt nicht weiterbringen. :nein:

Aber wir können hier ja nur dringende Empfehlungen geben, es bleibt jedem überlassen, seinen Leidensweg zu verlängern.
Sorry, aber das man muss man mal deutlich so aussprechen.

Gruss
Klaus
gauklerdavid
Vielschreiber
Vielschreiber
Beiträge: 513
Registriert: Di, 18.02.2003 - 09:40

Beitrag von gauklerdavid »

Hallo Ruth

Prima dass deine Schmerzen wieder besser geworden sind.
Akupunktur und Waerme helfen aber leider eher kurzfristig gegen den Schmerz.
Auf mittelfristige und lange Sicht ist das aber keine Loesung, da der Schmerz normalerweise wieder kommt. (Meine Erfahrung und die vieler anderer auch.)
Da ist dann spezifische Dehnung und Kraeftigung der Stuetzmuskuluatur angesagt, sowie maximal moegliche Selbstkorrektur der Haltung durch die entwickung eines guten Koerpergefuels.

Du musst wissen wie stark deine Kyphose und deine Lordose ist ausgemessen an einer seitlichen Roengenaufnahme der gesamten WS im stehen.
Sobald bei die eine deutliche Kyphose vorhanden ist dann wird Schroth Gymnastik ein unmissbarer und erstmal der wichtigste Bestandteil deiner weiteren Behandlung werden.

Nur wenn du so ein gutes Koerpergefuel hast und deine WS so flexibel ist, dass du ohne Muehe deine gesamte WS in eine relativ physiologische Haltung bringen kannst, dann wuerde ich anfangen mit Kiesser Trainig oder aehnlichem. Sobald aber eine deutliche Fehlkruemmung deiner WS vorliegt ist meine Empfehlung ganz eindeutig (erstmal) Schroth.

Die Diagnose ist, dass ich eine scheuermannsche Kyphose (oder ein kyphotisches Scheuermannsyndrom, ich weiß nicht so genau ...) habe, aber ohne Wirbelverformung
Was ist damit gemeint? Bei einer Scheuermann Erkrankung sind per Definition immer VERANDERUNGEN an den Wirbeln vorhanden, anders isses kein Scheuermann. Schmorlsche Knoten und Unregelmaessige Deckplatten die typischen Veraenderungen die auf dem Roentgenbild zu sehen sein muessen. Keilwirbel koennen dazu kommen.
Es kann also ein dass kaum Keilwirbel vorhenden sind aber wohl starke Schmorlsche Knoten. Hat dein Orthopaede das gemeint?


Gruss
David
Rutschi
Newbie
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: Do, 11.01.2007 - 22:00
Wohnort: Erlangen

Beitrag von Rutschi »

Das sind ja schöne Nachrichten :eek:

Also, vielleicht hilft es euch, wenn ihr wisst, wie meine Wirbelsäule aussieht, hier hab ich 2 Röntgenbilder von meinem ersten Arztbesuch vor 2 Wochen:

Bild Bild

Man sieht auf dem 2. Foto auch, dass ich eine ganz leichte Skoliose habe. Wenn ich ganz normal gehe oder sitze habe ich eigentlich überhaupt keine auffällig krumme Haltung (also zumindest ist es bis jetzt noch niemandem außer Ärzten aufgefallen).

Ja, ich habe tatsächlich gemeint, dass keine Keilwirbel sind! Aber von Schmorlschen Knötchen haben meiner Erinnerung nach beide Orthopäden gesprochen ...
Ich habe dem Rheumatologen gefragt, ob es ein Bandscheibenvorfall gewesen sein könnte ... er hat gemeint, dass das eher unwahrscheinlich ist, da man nach einem Bandscheibenvorfall stärkere Schmerzen hat.

So, das war's für heute früh, ich komme gerade von weit her und leg mich jetzt erst mal schlafen :zzz:

Ruth
Benutzeravatar
Toni
Profi
Profi
Beiträge: 4388
Registriert: Sa, 20.04.2002 - 19:07
Geschlecht: männlich
Diagnose: M. Scheuermann Kyphose (urspr. 68°)
M. Baastrup
Therapie: 1 Boston B.O.B.
1 Milwaukee
2 Rahmouni´s
1 TüKO
Und SCHROTHen bis bis die Sprossenwand qualmt und sich die Spiegel krümmen!
Wohnort: Allgäu

Beitrag von Toni »

Hallo Rutschi
LEIDER sind Deine Röbis zur Beurteilung des Zustandes Deiner WS und zur Scheuermann-Diagnostik UNBRAUCHBAR! Nur GANZ-WS-Röntgenaufnahmen sind dazu geeignet. Am Übergang zur BWS sieht es ein bischen nach Scheuermanntypischen Deckplatten aus, aber genau dort wo es in Richtung BWS spannend wird, hört das Röbi auf.
Jedenfalls hast Du keine Hyperlordose der LWS aber recht geringe Wirbelkörperdistanzen in der LWS.
Schmorlsche Knoten kann ich in diesen Aufnahmen keine erkennen.
Wurden die Aufnahmen im Liegen oder im Stehen gemacht?
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
Gast

Beitrag von Gast »

Die Aufnahmen wurden im Liegen gemacht. Ich habe leider nur diese beiden Röntgenbilder - die beiden Ärzte, bei denen ich nach meiner Diagnose war, wollten auch nur diese Bilder sehen. Deshalb hab ich sie auch auf CD-Rom und konnte sie ins Netz stellen.
Also, ich bin zwar echt der Meinung, dass die Ärzte was von Schmorlschen Knötchen gesagt haben, aber 100% bin ich mir auch nicht sicher.
Aber ganz abgesehen davon: zu einem Spezialisten zu fahren, und auch wenn es nur um eine vollständige Diagnose geht, wird meine Mutter erst bereit sein, wenn die Therapiemaßnahmen tatsächlich nichts genützt haben.

Noch ne ganz andere Frage:
Wie wirkt sich Ibuprofen über einen längeren Zeitraum auf die Gesundheit aus? Ich dosiere im Moment nach wie vor hoch, also 2-3x 400mg pro Tag ...
Rutschi
Newbie
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: Do, 11.01.2007 - 22:00
Wohnort: Erlangen

Beitrag von Rutschi »

Naja, also das oben stehende bin ich ^

Und entgegen aller Angaben, die da oben drin stehen: nein, ich bin nicht 52 ;)
Langsam krieg ich's ja nicht mehr: Ich logge mich jedes Mal ein und tu einen Haken bei "Angemeldet bleiben" (oder wie auch immer das heißt) rein - und immer muss ich mich trotzdem wieder einloggen - und logge mich dann versehentlich dadurch, dass ich im Browser zurückgehe, wieder aus.
Ist das ein allgemeines Problem in dem Forum hier?! Oder bin ich nur zu blöde ...
Benutzeravatar
Toni
Profi
Profi
Beiträge: 4388
Registriert: Sa, 20.04.2002 - 19:07
Geschlecht: männlich
Diagnose: M. Scheuermann Kyphose (urspr. 68°)
M. Baastrup
Therapie: 1 Boston B.O.B.
1 Milwaukee
2 Rahmouni´s
1 TüKO
Und SCHROTHen bis bis die Sprossenwand qualmt und sich die Spiegel krümmen!
Wohnort: Allgäu

Beitrag von Toni »

Anonymous hat geschrieben:Die Aufnahmen wurden im Liegen gemacht.
Dann sind die Aufnahmen leider fast völlig wertlos.
Im Liegen und keine Ganz-WS. Damit disqualifizieren sich Deine bisherigen Orthopäden als eindeutig inkompetent in Sachen Kyphose/Scheuermann
Anonymous hat geschrieben: Noch ne ganz andere Frage:
Wie wirkt sich Ibuprofen über einen längeren Zeitraum auf die Gesundheit aus? Ich dosiere im Moment nach wie vor hoch, also 2-3x 400mg pro Tag ...
Wahnsinn! das geht auf Dauer auf die Magenschleimhaut bis hin zu blutenden Magengeschwüren, macht die Nieren kaputt und greift auch dein Immunsystem an!
Das ist nur ein kurzzeitig anzuwendendes Notfallmedikament und sollte auch nur mit gleichzeitigem Magenschleimhautschutz ( ebenso wie Diclophenac!) verabreicht werden!
Du musst das zeug unbeding bald wieder los werden!!!!
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
Benutzeravatar
Lynn
Vielschreiber
Vielschreiber
Beiträge: 782
Registriert: Mo, 03.01.2005 - 01:45
Wohnort: Stuttgart

Beitrag von Lynn »

Kleiner Trick am Rande: Lakritze als natürlicher Magenschleimhautschutz wirkt normalerweise Im Zusammenhang mit Ibu oder Diclo auch sehr gut! Obwohl ich das bei solchen Dosen nicht mehr unbedingt beschwören würde... aber so allgemein hab ich die positive Wirkung schon am eigenen Leib erfahren.
~ ehemals Ulaschatz ~
Antworten