Skoliose mit 22 "wiederentdeckt!

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crystal
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Skoliose mit 22 "wiederentdeckt!

Beitrag von crystal »

Hallo ihr lieben,

ich hoffe ihr könnt mir helfen!
Ich bin 22 Jahre alt und mit 9 Jahren wurde bei mir (damals noch in Russland) eine Skoliose 1 bis 2 Grades im Brust und Lendenwirbelbereich festgestellt. Damals war ich bei der Krankengymnastik und trug eine Zeit lang ein Korsett. Wurde aber nie über die Risiken etc. aufgeklärt.

Dann sind wir nach Deutschland umgesiedelt. Da ich nie Probleme mit der Skoliose hatte (Rückenschmerzen o.ä.) habe ich diese weitesgehend verdrängt. Ich weiß, es war ein Fehler doch rückgängig machen lässt es sich nun mal nicht.

Da ich nun einen Formular für eine Berufsunfähigkeitsversicherung ausfüllen musste, habe ich mich durch eine Internetrecherche mit der Skoliose auseinandergesetzt.. Bin nun völlig geschockt, was da alles passieren kann. Wahrscheinlich ist die Skoliose bei mir nun auch schon weit fortgeschritten und lässt sich nur noch operativ behandeln? Ich habe solche Angst... :(

Nun will ich so schnell wie möglich einen Termin beim Orthopäden machen.
Könnt ihr mir vielleicht Tipps geben, woran man selbst erkennen kann, wie weit die Skoliose fortgeschritten ist? Ich will im Voraus wenigstens ein wenig Gewissheit darüber haben, wie schlimm es ist.. Bin wie gesagt total geschockt..

Viele Grüße
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Dolphingirl94
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Re: Skoliose mit 22 "wiederentdeckt!

Beitrag von Dolphingirl94 »

Hallo,
Erst mal :welcome:
Ohne Röntgenbild lässt sich leider nicht wirklich sagen, wie deine Skoliose aussieht.
Was du von außen siehst, ist leider wenig aussagekräftig, denn es gibt große Skoliosen, die man gar nicht sieht und kleine die umso mehr auffallen.
Wo in Deutschland wohnst du denn jetzt? Es gibt leider nur wenig Orthopäden, die sich mit Skoliose (ins besondere, wenn man ausgewachsen ist) auskennen (wenn du hier suchst, wirst auf einige Namen stoßen) Besteh auf jeden Fall :!: darauf, dass ein Röntgenbild der ganzen Wirbelsäule gemacht wird, alles andere hilft nicht, damit du eine vernünftige Diagnose bekommst.
LG, Dolphingirl
Was die Raupe das Ende der Welt nennt, nennt der Rest der Welt Schmetterling. (Laozi)
Aktueller Thread: Kontrolle in Bad Sobernheim
crystal
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Re: Skoliose mit 22 "wiederentdeckt!

Beitrag von crystal »

Vielen Dank! Ich komme aus dem Norden.. Werde dann morgen einen Termin beim Orthopäden ausmachen. Habe vorhin BIlder von meinem Rücken gemacht, darauf erkennt man meiner Meinung nach nichts..
minimine
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Re: Skoliose mit 22 "wiederentdeckt!

Beitrag von minimine »

Hallo crystal,

herzlich willkommen hier im :forum:

Typische Anzeichen einer Skoliose sind ungleiche Taillendreiecke, unterschiedlich hohe Schultern und beim Vornüberbeugen der Rippenbuckel im Bereich der Brustwirbelsäule und der Lendenwulst im Bereich der Lendenwirbelsäule. Jede Skoliose hat mehr oder weniger diese Anzeichen. Es kann aber tatsächlich sein, dass man die Skoliose nicht so deutlich sieht (v.a. wenn die Rotation gering ist oder wenn du ein wenig mehr Körperfett hast) und sie trotzdem deutlich ausgeprägt ist. Deshalb ist eine Wirbelsäulenganzaufnahme unbedingt notwendig. Mach also nur einen Termin bei einem Arzt, der solche Aufnahmen machen kann. Es ist aber eher relativ selten, dass ein Arzt diese machen kann, so dass man auch durchaus mal ein wenig weitere Wege in Kauf nehmen muss!! Insbesondere gilt das für Behandlungsmöglichkeiten.

Zur Berufsunfähigkeitsversicherung: Ich habe das auch mal versucht, damals hatte ich noch "nur" 27° und ich bin nicht mehr reingekommen!!! D.h. ich wäre schon reingekommen, aber sämtliche Rückengeschichten wurden ausgeschlossen, inkl. alles was irgendwie damit in Verbindung gebracht werden kann. Beispiel: Du brauchst ein neues Hüftgelenk und wirst danach Berufsunfähig. Die verstärkte Abnutzung der Hüfte kann wieder auf die Wirbelsäule geschoben werden, so dass das auch rausfallen würde.
Ich habe das Thema dann sein lassen und die Versicherung nicht abgeschlossen.

LG
Minimine
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Minimine

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Raven
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Therapie: OP: 1997 mit 13 Jahren Versteifung Th3 - L5 / Hessing-Klinik Augsburg; kaum Restgrade

Re: Skoliose mit 22 "wiederentdeckt!

Beitrag von Raven »

Hallo crystal,

ich kann minimine bzgl. der Sichtbarkeit einer Skoliose nur zustimmen.
Es gibt Skoliosen, die man kaum sieht - geringe Rotation, etwas mehr verdeckendes Körperfett oder Muskelmasse...
Was auch nicht zu vernachlässigen ist: Manchen fällt die Skoliose nicht auf, weil sie sich an ihr eigenes Aussehen gewöhnt haben.
So ging es auch mir; ich wusste jahrelang (auch, als die Skoliose schon diagnostiziert war) gar nicht, was typische Anzeichen dafür sind - erst Jahre später erfuhr ich, dass
die ungleichen Schultern und die an einer Seite mehr als an der anderen Seite sichtbaren Rippen dafür typisch und keineswegs ein "individuelles Merkmal" meinerseits sind.
Manchmal merken das auch außenstehende Personen nicht; letztens sprach ich mit einer Freundin darüber, was Merkmale einer Skoliose sind, und sie meinte zu mir: "Aber das sehe ich bei dir ja gar nicht, du hast doch keine schiefen Schultern" (... sie wollte mir nicht etwa schmeicheln, sondern es ist ihr wirklich nicht aufgefallen).

Selber kann man seine Skoliose nicht wirklich einschätzen.
Eine Röntgenaufnahmen (unbedingt Ganzaufnahme!) ist deshalb sehr wichtig! Und danach eine passende Behandlung, in der Regel Physiotherapie, ggf. Korsett.

Berufsunfähigkeitsversicherung war bei mir genauso problematisch wie von minimine beschrieben, weshalb ich es auch sein ließ.
Bei ausgeprägteren Skoliosen, erst recht, wenn - wie bei mir - noch eine Versteifungs-OP vorliegt, kann so gut wie alles auf die Skoliose geschoben werden, wie z.B. die schon von minimine genannten Hüftprobleme, oder sogar psychische Probleme (eine Depression kann dann z.B. auf die nicht verarbeitete Erkrankung, im Falle einer Versteifungs-OP auf Traumatisierung durch die OP o.ä. geschoben werden).

Viele Grüße,
Raven
Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
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