Hallo Moe,
vielen Dank für die weiteren Informationen. Das hilft schonmal weiter.
Im Prinzip sind die von Dir ausgewählten Übungen in Ordnung - auf der Grundlage der Physio-Ausbildung! (hierzu später noch ein paar Anmerkungen....)
Ich weiss nicht, wie viele Unterrichtseinheiten ihr schon über Skoliose hattet und ob dort auch z.B. die Behandlung nach Schroth angesprochen wurde. Auf alle Fälle kannst Du ruhig anbringen, dass eine Gruppengröße von ca. 20 bei diesem Krankheitsbild nicht möglich ist.
minimine hat es schön gesagt:
Zu deinem Thema kann man wohl nur schreiben, dass du das schreiben solltest, was die Prüfer hören wollen und das sind leider diese 0815-Übungen, die du oben aufgezählt hast.
Es sind allgemein gültige Übungen, die auf sehr viele Patienten mit (symmetrischen) Problemen passen.
Das Besondere bei der Skoliose ist aber eben die Asymmetrie.
Hier solltest Du noch ein wenig nachlesen, dann kommst Du auch schon auf einige Übungen und Ausgangsstellungen, die Du anwenden kannst.
Das von ihr gebrachte Beispiel mit dem Propriozepsistraining z.B. auf einem Balance-Pad oder Airex-Kissen ist auch sehr gut. Dann musst Du darauf achten, auf
welchem Bein Du (hauptsächlich) stehen lässt und was für Übungen Du dann machst, um gegen das Skoliosemuster zu arbeiten.
Zwingend notwendig halte ich aber, dass Du bei der Prüfung erwähnst, dass unbedingt Patienten mit dem gleichen Skoliosemuster in der Gruppe sein müssen, da sonst keine sinnvolle therapeutische Wirkung erzielt werden kann.
Was durch Deine Frage (leider) deutlich wird, ist ein (meiner Meinung nach) großes Manko unserer Ausbildung und der immer mehr angestrebten Akademisierung: die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis. Die Aufgabenstellung ist per se unmöglich, da in der Ausbildung ein so spezifisches Krankheitsbild wie die Skoliose niemals erschöpfend durchgenommen werden kann.
Man versucht aber durch solche "wissenschaftlichen Arbeiten" eine akademische Ausbildung zu kreieren, die dadurch wieder weit an der Realität vorbeigeht.
Die Leidtragenden sind dann die Schüler (oder Studenten, wenn man so will) und letzlich dann auch die Patienten, die nach dem Staatsexamen und Bachelor bzw. Master von den Therapeuten behandelt werden. Denn - diese Erfahrung habe ich zumindest gemacht - die Absolventen gehen davon aus, dass sie eine sehr fundierte und praxisorientierte Ausbildung (ein Studium) absolviert haben, was aber im Praxisalltag dann leider nicht der Fall ist.
Klar: es mag Ausnahmen geben. Aber ich habe diese noch nicht kennen gelernt.
Das ist kein Vorwurf an Dich, Moe! Aber es kann doch eigentlich nicht sein, dass man eine "Übungsstunde" nach dem aussuchen muss, was die Prüfer von einem sehen und hören wollen und nicht nach dem, was nachher im wahren Berufsleben eigentlich gefordert ist.
Ich wünsche Dir noch einige gute Ideen und Ansätze für die Gruppenstunde. Du kannst sie ja auch gerne mal hier reinstellen und die Meinungen dazu abfragen. Ich finde es mutig und sehr gut, dass Du diese Frage gestellt hast - allerdings sind hier mehr Patienten als Therapeuten unterwegs, wie Dolphingirl94 ja schon angemerkt hat...
Gruß,
Alex