Mein Termin bei Dr. Hoffmann - 50° Hyperkyphose

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
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socke
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Mein Termin bei Dr. Hoffmann - 50° Hyperkyphose

Beitrag von socke »

Hallo,

ich hatte heute meinen sehnsüchtig erwarteten Termin bei Dr. Hoffmann. Ich habe die erweiterte Erstberatung in Anspruch genommen.

Bin sofort drangekommen, erst Röntgen und dann durch zum Doc. Nach Erhebung der Vorgeschichte/Beschwerden schaute er auf die Röntgenbilder und maß den Kyphosewinkel, der lag bei 50° n. Stagnara. Dazu kommt noch eine kompensatorische Hyperlordose und ein reflektorisch stark vorgestreckter Kopf. Die Wirbelsäule stehe von vorne aber fast Lotrecht, die (wirklich minimale Begleit-)Skoliose wurde also nicht vermessen. Danach wurde noch die Rotation bestimmt, die lag glaube ich bei 7/4°. Die Wirbel seien (noch) nicht beschädigt/verformt.

Dazu muss ich sagen, dass ich trotz der nicht allzu dramatischen Gradzahl leider sehr starke Beschwerden habe. Ich habe auf Empfehlung meiner früheren Orthopäden sehr ehrgeizig Krafttraining betrieben und die Situation dadurch natürlich noch stark verschlimmert. Es geht also weniger um Vorbeugung oder Optik, sondern um eine Besserung der Beschwerden. Da die Sehnen/Bänderstrukturen im Moment zu stark verkürzt seien, wurde ein Krafttraining erst einmal untersagt.
Kann seit einigen Monaten aber schmerzbedingt sowieso nicht mehr viel machen, außer vorm Rechner oder TV zu sitzen.

Nach Anblick des Röntgenbildes (ohje, ist das wirklich mein Rücken...?) und Diagnose war ich erstmal ziemlich geschockt und hoffe ich habe auch alles richtig verstanden was Dr. Hoffmann mir gesagt hat.

Dr. Hoffmann hat mir jedenfalls folgende Maßnahmen empfohlen:

- Krankengymnastik mit Fokus auf Dehnung/Lockerung(+Rezept und weitere Rezepte wird er mir ebenfalls ausstellen)
- korrigierendes Rahmouni-Korsett, Tragezeit nur nachts (+Rezept)
- eine Reha haben wir uns für später vorbehalten (Meine KK ist sowieso schon sehr, sehr unentspannt)
- habe einen Zettel mit Übungen bekommen die ich machen soll. Fokus auch hier Lockerung/Dehnung.

Dr. Hoffmann wies nachdrücklich daraufhin, dass mit dem Korsett eine zügige Beschwerdelinderung erreicht werden kann. Erklärtes (und zu erwartendes) Ziel wäre Beschwerdefreiheit. Dass ich es dafür nur nachts tragen soll/muss, hat mich natürlich angenehm überrascht.

Ich habe im Anschluss einen Termin bei Herrn Rahmouni bekommen. Ich sollte dort eigentlich direkt eingegipst werden. Habe aber (zum Glück) vorher bei der KK angerufen und eine Abfuhr kassiert, als ich den Preis nannte. Die KK wird jetzt Kostenvoranschläge von anderen Anbietern einholen und vergleichen...

Ich habe trotzdem eine längere Unterhaltung mit Herrn Rahmouni gehabt. Bisher war es für mich undenkbar, das irgendjemand aus dem medizinischen Sektor unentgeltlich mit mir redet, und das auch noch länger als 2 Minuten ;)

Herr Rahmouni hat mein Angebot, das Korsett selber zu bezahlen abgeschlagen (was ihn meiner Meinung nach ehrt) und mir empfohlen der Krankenkasse die nötigen Infos zukommen zu lassen und um die Übernahme zu kämpfen. Ich vermute das wird schwierig, aber ich bin nicht bereit irgendwelchen nicht-korrigierenden Plastikmüll zu tragen, damit die KK ein paar Hundert Euro spart. Ich werde dazu später noch einen Thread verfassen, da diese Diskussion hier nicht reingehört.

Fazit (vor allem für Leute, die es sich auch überlegen Hoffmann/Rahmouni aufzusuchen):
- Der Weg nach Leonberg ist es wert.
- Sowohl bei Dr. Hoffmann als auch bei Rahmouni wurde ich sehr umfassend und individuell beraten und wusste sofort, das ich hier in den richtigen Händen bin
- Der Kampf um die Diagnose ist vorbei, jetzt beginnt der Kampf um die Kostenübernahme...

Eine Frage habe ich vergessen zu stellen: Gibt es Unterschiede zwischen Korsett und Nachtkorsett? Auf dem Rezept stand jedenfalls nichts von "Nacht". Oder ist es einfach eine Frage der Tragezeit?

Wer von euch ähnliches erlebt hat (vielleicht mit vergleichbarer Gradzahl) ist herzlich dazu eingeladen mir seine Erfahrungen zu schildern.

Gute Nacht!
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Schokononne
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Re: Mein Termin bei Dr. Hoffmann - 50° Hyperkyphose

Beitrag von Schokononne »

Hallo Socke,

schön, dass auch du bei Dr. Hoffmann so positive Erfahrungen gemacht hast.
Ich persönlich war auch froh, als ich endlich eine konkrete Diagnose und einen Therapieplan bekommen habe.

Ich habe eine Kyphose von 74° nach Stagnara, die nun mit einem Korsett von Meister Rahmouni, sowie KG nach Schroth behandelt wird.

Zu deiner Frage mit dem Nachtkorsett kann ich dir leider nichts sagen, da ich meines 23 Stunden täglich tragen muss, aber ich kann mir vorstellen, dass es keinen großen Unterschied zwischen einem "normalen" Korsett und einem, dass man nur nachts trägt, geben wird. Aber da spekuliere ich gerade... es wird sicher jemanden hier geben, der dir da Näheres sagen kann.

Meister Rahmouni ist wirklich ein unheimlich toller Mensch. Ich habe mich bei ihm und seinem ganzen Team sofort wohl- und gut aufgehoben gefühlt, man nahm sich viel Zeit für Beratung und erklärte mir alles bis ins Detail.

Ich drücke Dir wirklich die Daumen, dass Meister Rahmouni das Korsett für dich durchboxt.
Bei meiner Krankenkasse ging alles ganz schnell. Ich sollte von Dr. Hoffmann aus gleich zum Eingipsen. Da ich jedoch kostenmäßig nichts riskieren wollte, sprach ich mit dem zuständigen Sachbearbeiter meiner Krankenkasse und erhielt sofort die telefonische Zusage. Mit ihm hatte ich schon im Vorfeld zu tun, da ein anderer Arzt mir eine vollkommen falsche Orthese verordnete und ich bezüglich dessen mit besagtem Sachbearbeiter bereits in Kontakt stand. Dadurch wusste er schon grob über meine Diagnose Bescheid, riet mir von der falschen Orthese ab und genehmigte nach meinem Termin bei Dr. Hoffmann das Korsett schon am Telefon, als ich ihm meine komplette, neue Diagnose und die Gradzahl nannte.
Meine Krankenkasse investiert lieber jetzt in meine Gesundheit, als später. Ich war wirklich glücklich, dass alles so reibungslos lief.

Ich wünsche Dir wirklich, dass deine Krankenkasse sich nicht noch länger auf die Hinterfüße stellt und du die Versorgung bekommst, die für dich wichtig ist.

Alles Gute weiterhin!
Mein Korsett-Tagebuch: Schokos Tagebuch: Vom 1.Termin zum 1.Korsett (Kyphose 74°)

Mein neues, korsettfreies Tagebuch: Schokos 2.Tagebuch: Und plötzlich ohne Korsett!

Mein aktuelles Tagebuch: Schokos 3. Tagebuch: Im 5. Jahr das 5. Korsett

Ganz liebe Grüße, Schoko
socke
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Re: Mein Termin bei Dr. Hoffmann - 50° Hyperkyphose

Beitrag von socke »

Schokononne hat geschrieben:Mit ihm hatte ich schon im Vorfeld zu tun, da ein anderer Arzt mir eine vollkommen falsche Orthese verordnete und ich bezüglich dessen mit besagtem Sachbearbeiter bereits in Kontakt stand.
Hallo,

ich hoffe, das ich nicht auch erst eine falsche Orthese tragen muss, um dann irgendwann die richtige zu kriegen. Finde ich vor allem bei deiner Gradzahl eine Frechheit, dass da keine optimale Versorgung stattfindet.

Habe den Sachbearbeiter heute gesprochen und erfahre Weiteres bis Ende der Woche.

Lieben Gruß
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Klaus
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Re: Mein Termin bei Dr. Hoffmann - 50° Hyperkyphose

Beitrag von Klaus »

socke hat geschrieben:und maß den Kyphosewinkel, der lag bei 50° n. Stagnara. Dazu kommt noch eine kompensatorische Hyperlordose und ein reflektorisch stark vorgestreckter Kopf.
Es ist die Frage, ob nicht doch die HWS eine Steilstellung hat und somit die Kompensation nicht nur in der LWS stattfindet. Ich weiß jetzt auch nicht, in welchen Bereichen Deine Beschwerden auftreten.
Nach Anblick des Röntgenbildes (ohje, ist das wirklich mein Rücken...?) und Diagnose war ich erstmal ziemlich geschockt und hoffe ich habe auch alles richtig verstanden was Dr. Hoffmann mir gesagt hat.
Auf jeden Fall musst Du bei 50 Grad nicht geschockt sein!
Ich habe auf Empfehlung meiner früheren Orthopäden sehr ehrgeizig Krafttraining betrieben und die Situation dadurch natürlich noch stark verschlimmert
So natürlich ist das nicht, es ist nur entscheidend, dass man es richtig macht und das ist bei Hyperkyphose nur mit Eigenkompetenz möglich.
Du hast offensichtlich durch das falsche Training verkürzte Bereiche noch weiter verkürzt. Das widerum bietet die gute Chance, so viel wie möglich rückgängig zu machen bzw. darüber hinaus Korrekturen zu erreichen, die an einem bestimmten Punkt die Beschwerden abklingen lassen. Ein Nachtkorsett (Tragezeit nur nachts) kann Dich da in den erforderlichen Dehnungen erheblich unterstützen.

Gruss
Klaus
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Thomas
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Re: Mein Termin bei Dr. Hoffmann - 50° Hyperkyphose

Beitrag von Thomas »

socke hat geschrieben:Eine Frage habe ich vergessen zu stellen: Gibt es Unterschiede zwischen Korsett und Nachtkorsett? Auf dem Rezept stand jedenfalls nichts von "Nacht". Oder ist es einfach eine Frage der Tragezeit?
Hallo Socke,

es gibt einzelne Korsettbauer (z.B. in Dresden), die spezielle Nachtkorsetts bauen, die tatsächlich nur nachts getragen werden können. Diese Korsetts sind sogenannte Umkrümungskorsetts, d.h. der Körper wird während der Nacht seitlich entgegen der Hauptkrümmung gekrümmt. Außerdem sind diese Korsetts unter der Schulter höher als normale Korsetts.

Da diese Korsetts am Tag praktisch untragbar sind, gibt es dann noch zusätzlich Korsetts für den Tag.

Rahmouni (und 95 % der anderen Korsettbauer) machen das aber nicht. Sie bauen Korsetts, die sowohl nachts als auch tags über getragen werden können, und erreichen damit teilweise hervorragende Ergebnisse. Ich kenne nur ein einziges spezielles 'Nachtkorsett' von Rahmouni, und das hat er speziell als Ersatz für eine verrschriebene Liegeschale gebaut, wie sie ja früher üblich war.

Du wirst also ein Korsett bekommen, das Du sowohl tagsüber als auch nachts tragen kannst, je nach dem, wie Du es Dir einteilst. Das macht auch Sinn, da man sich meist erst tagsüber (z.B. abends und am Wochenende) an das Korsett gewöhnen muss, bevor man darin schlafen kann.

Viele Grüße

Thomas
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Re: Mein Termin bei Dr. Hoffmann - 50° Hyperkyphose

Beitrag von socke »

Klaus hat geschrieben: Es ist die Frage, ob nicht doch die HWS eine Steilstellung hat und somit die Kompensation nicht nur in der LWS stattfindet. Ich weiß jetzt auch nicht, in welchen Bereichen Deine Beschwerden auftreten.
Ja, die HWS führt eine Bewegung nach vorne aus (Streckhals) und der Kopf steht nicht mehr (etwa) über der Hüfte, wo er hingehört. Im Lendenwirbelbereich findet ebenfalls ein Ausgleich durch eine zu starke Lordose statt. Dr. Hoffmann sagte, das ist ausdrücklich beides eine Reaktion auf die Kyphose. Die Beschwerden habe ich sowohl in HWS als auch BWS, von der Stärke her tun die sich nicht viel. In beiden Bereichen konnte Dr. Hoffmann auch deutliche Myogelosen tasten. Die Beschwerden hat er ausschließlich auf die Kyphose zurückgeführt.
Auf jeden Fall musst Du bei 50 Grad nicht geschockt sein!
Stimmt, damit liege ich ja zumindest hier im Forum eher im unteren Segment ;) . Trotz allem wich das Röntgenbild so sehr von meinem äußeren Erscheinungsbild ab, dass ich erstmal recht erschrocken war (sehe von außen wirklich sehr gerade aus. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass ich bis gestern undiagnostiziert geblieben bin). Ich habe vor etwa zwei Wochen meinen (jetzt ehemaligen) Orthopäden gezielt darauf angesprochen, dass ich meiner Meinung nach einen Rundrücken habe und dass er diesen doch mal Röntgen könnte. Er sagte darauf, dass meine Haltung im absoluten Normbereich liegt und er auf gar keinen Fall röntgt. Ein viel teureres Kernspin (im Liegen) habe ich aber bekommen(?). Naja, egal, Rücken scheint nicht sein Fachgebiet zu sein.

Ich habe auf Empfehlung meiner früheren Orthopäden sehr ehrgeizig Krafttraining betrieben und die Situation dadurch natürlich noch stark verschlimmert
So natürlich ist das nicht, es ist nur entscheidend, dass man es richtig macht und das ist bei Hyperkyphose nur mit Eigenkompetenz möglich.
Ich habe mir vor dem Training tatsächlich (vermeintliche) Eigenkompetenzt angeeignet und auf einen geraden Rücken bei den Übungen geachtet . Habe die entsprechenden Muskeln (Trapezius, Rhombioden, hintere Deltas, Rückenstrecker) gezielt trainiert und die Brustmuskeln gedehnt.

Ich habe allerdings, um meine Kyphose aufzurichten, immer ein sehr, sehr starkes Hohlkreuz gemacht. Das ist mir auch erst aufgefallen, als ich nochmal genauer drauf geachtet habe.
Ein Nachtkorsett (Tragezeit nur nachts) kann Dich da in den erforderlichen Dehnungen erheblich unterstützen.
Geht es denn dabei nur um Dehnungen? Ich denke, Ziel ist ja auch eine Einwirkung auf die knöchernen Strukturen, um nicht nur das "Außenrum" sondern auch die Wirbelsäule selbst aufzurichten. Oder ist das bei Kyphosen anders als bei Skoliosen?
Thomas hat geschrieben: Du wirst also ein Korsett bekommen, das Du sowohl tagsüber als auch nachts tragen kannst, je nach dem, wie Du es Dir einteilst. Das macht auch Sinn, da man sich meist erst tagsüber (z.B. abends und am Wochenende) an das Korsett gewöhnen muss, bevor man darin schlafen kann.
Das klingt gut, denn ich werde definitiv eine höhere Tragezeit als 8 Stunden anstreben. Hatte Rahmouni schon gefragt, und er sagte man kann ein Korsett niemals zu viel tragen (solange es erträglich ist). Wäre ja doof gewesen wenn ich zwei Korsetts gebraucht hätte, bin froh wenn ich erstmal ein Einzelnes bezahlt bekomme :rolleyes:

Ich finds übrigens toll dass ihr beiden (Thomas und Klaus) eure Erfahrungen bezüglich der Kyphose und Korsettversorgung hier so ausführlich teilt. Kyphosekorsetts (vor allem bei Erwachsenen) sind einfach so selten, dass man dazu fast keine Informationen erhält. Da ist es schon stark, wenn man Leute mit langjähriger Erfahrung fragen kann.


Danke und Lieben Gruß!
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Klaus
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Re: Mein Termin bei Dr. Hoffmann - 50° Hyperkyphose

Beitrag von Klaus »

socke hat geschrieben:Die Beschwerden habe ich sowohl in HWS als auch BWS, von der Stärke her tun die sich nicht viel. In beiden Bereichen konnte Dr. Hoffmann auch deutliche Myogelosen tasten. Die Beschwerden hat er ausschließlich auf die Kyphose zurückgeführt.
Myogelosen sind ja Ausdruck von Überlastungen, die durch die Fehlstellungen immer wieder "angeheizt" werden.
Wie im anderen Thread zu Ricky schon angesprochen, ist vermutlich die Hyperkyphose der Auslöser für die Steilstellung der HWS und nicht umgekehrt. Insofern kann man wohl davon sprechen, dass alles von der Hyperkyphose ausgeht.
Trotz allem wich das Röntgenbild so sehr von meinem äußeren Erscheinungsbild ab, dass ich erstmal recht erschrocken war (sehe von außen wirklich sehr gerade aus. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass ich bis gestern undiagnostiziert geblieben bin).
Deswegen halte ich mich bei eingestellten Fotos so weit wie möglich zurück und verweise auf die entsprechenden Röntgenaufnahmen.
Er sagte darauf, dass meine Haltung im absoluten Normbereich liegt und er auf gar keinen Fall röntgt. Ein viel teureres Kernspin (im Liegen) habe ich aber bekommen(?). Naja, egal, Rücken scheint nicht sein Fachgebiet zu sein.
Die meisten Orthopäden sind leider auf Bandscheiben und Einengungen "programmiert". Bei Fehlstellungen sind sie weitgehend inkompetent. Würden sie sich trotz der erhöhten Kosten für Beratung eingehend mit vielen Patienten damit beschäftigen, würden sie wahrscheinlich sehr schnell erkennen, dass sie absolut fahrlässig handeln, wenn sie nur aufgrund der Optik entscheiden.
Ich habe allerdings, um meine Kyphose aufzurichten, immer ein sehr, sehr starkes Hohlkreuz gemacht. Das ist mir auch erst aufgefallen, als ich nochmal genauer drauf geachtet habe.
Ja, das ist ein beliebter Fehler, der fast automatisch abläuft. :)
Das Aufrichten bei gleichzeitiger richtig korrigierter Beckenstellung braucht schon Zeit, um richtig abzulaufen. Nicht umsonst dauert die REHA 3-4 Wochen.
Geht es denn dabei nur um Dehnungen? Ich denke, Ziel ist ja auch eine Einwirkung auf die knöchernen Strukturen, um nicht nur das "Außenrum" sondern auch die Wirbelsäule selbst aufzurichten. Oder ist das bei Kyphosen anders als bei Skoliosen?
Das Prinzip ist bei Hyperkyphosen genauso wie bei Skoliosen.
Bei Erwachsenen kann man leider nicht unbedingt von einer dauerhaften vollständigen Korrektur (dann ohne Korsett) ausgehen, sondern es sollte in erster Linie eine Bekämpfung der Beschwerden sein. Insofern hat man durchaus die Wahl, wie oft man das Korsett trägt.

Bei nur 50 Grad und der Tatsache, dass hier wohl vieles durch Extra Dehnung erreicht werden kann, sehe ich dieses Korsett in erster Linie erst einmal als Unterstützung dieser Dehnung, insbesondere nachts, wo man leicht wieder in alte Strukturen kommt. Natürlich bei dieser Gradzahl auch eine sehr gute Korrekturmöglichkeit in den gesamten Strukturen. Entscheidend ist für Dich sicherlich, dass Du Deine Beschwerden los wirst und Du noch ein Sicherheitspolster hast, was eine Verschlimmerung dann auch ohne Korsett verhindert. Notfalls trägst Du es dann wieder.

Insofern kannst Du mit dem einstellbaren Korrekturdruck des Korsetts ganz gelassen umgehen, Du willst ja auch einigermassen durchschlafen.

Gruss
Klaus
robinho
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Re: Mein Termin bei Dr. Hoffmann - 50° Hyperkyphose

Beitrag von robinho »

Mir fällt dazu ein: In BaSa hatte ein 26jähriger 56° Kyphose, laut 3D-Vermessung, und nach 3 Wochen Schroth nur noch 38°. Man hat den Unterschied auch deutlich gesehen.
minimine
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Re: Mein Termin bei Dr. Hoffmann - 50° Hyperkyphose

Beitrag von minimine »

Hallo robinho,

wäre aber auch interessant, wie dies 2 Wochen nach der Reha aussehen würde. ;)
Wer kann schon 6 Stunden Schroth im Alltag unterbringen...

LG
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Therapie: Rahmouni-Korsett 2007-2012, Gymnastik/ KG (diverse), Schwimmen
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Re: Mein Termin bei Dr. Hoffmann - 50° Hyperkyphose

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Hallo,

Mangels Zeit kann ich nicht alles lesen und bitte daher um Nachsicht, falls ich etwas äußere, das bereits von einem Vorschreiber geäußert wurde.
socke hat geschrieben:Bin sofort drangekommen, erst Röntgen und dann durch zum Doc. Nach Erhebung der Vorgeschichte/Beschwerden schaute er auf die Röntgenbilder und maß den Kyphosewinkel, der lag bei 50° n. Stagnara. Dazu kommt noch eine kompensatorische Hyperlordose und ein reflektorisch stark vorgestreckter Kopf. Die Wirbelsäule stehe von vorne aber fast Lotrecht, die (wirklich minimale Begleit-)Skoliose wurde also nicht vermessen. Danach wurde noch die Rotation bestimmt, die lag glaube ich bei 7/4°. Die Wirbel seien (noch) nicht beschädigt/verformt.
Scheint eine ähnliche Situation wie bei mir zu sein: Ausgangswert 53 ° Kyphose, Hyperlordose in der LWS und im Hals, nur minimale Skoliose, kein M. Scheuermann.

Wurde eine mögliche Ursache genannt?
Dazu muss ich sagen, dass ich trotz der nicht allzu dramatischen Gradzahl leider sehr starke Beschwerden habe.
Kenne ich... :/
- Krankengymnastik mit Fokus auf Dehnung/Lockerung(+Rezept und weitere Rezepte wird er mir ebenfalls ausstellen)
Du kannst dennoch gleich einen Schroth-Therapeuten aufsuchen. (Würde ich empfehlen.) Es gibt auch Schroth-Übungen, die vorrangig zur Dehnung sind.
- korrigierendes Rahmouni-Korsett, Tragezeit nur nachts (+Rezept)
An Deiner Stelle würde ich es am Anfang lieber tagsüber für einige Stunden tragen und es mit dem nächtlichen Tragen erst dann versuchen, wenn das klappt. Den meisten fällt es auf diese Weise nämlich leichter, sich daran zu gewöhnen. Auch ist es empfehlenswert, das Korsett am Anfang nicht so eng zu machen.

Es ist möglich, daß die Schmerzen zu Beginn der Korsettherapie erst einmal gleichbleiben oder sogar stärker werden. Mit der Zeit (wenn eine Aufdehnung stattgefunden hat) sollte sich das jedoch geben.
- eine Reha haben wir uns für später vorbehalten (Meine KK ist sowieso schon sehr, sehr unentspannt)
Bist Du berufstätig (und falls ja, seit wann)?
Für Erwachsene ist meist nicht die KK der Kostenträger, sondern die RV.
Dr. Hoffmann wies nachdrücklich daraufhin, dass mit dem Korsett eine zügige Beschwerdelinderung erreicht werden kann. Erklärtes (und zu erwartendes) Ziel wäre Beschwerdefreiheit. Dass ich es dafür nur nachts tragen soll/muss, hat mich natürlich angenehm überrascht.
Ich würde mich nicht darauf verlassen, daß das genügt. Ich selber war erst nach etwas mehr als einem Jahr soweit, daß ich es nur noch nachts benötigte. (Inzwischen kann ich es auch mal 1-2 Nächte auslassen, ohne daß meine Kyphoseschmerzen wiederkommen - vorausgesetzt, ich verhalte mich tagsüber einigermaßen rückengerecht.)
Ich habe im Anschluss einen Termin bei Herrn Rahmouni bekommen. Ich sollte dort eigentlich direkt eingegipst werden. Habe aber (zum Glück) vorher bei der KK angerufen und eine Abfuhr kassiert, als ich den Preis nannte. Die KK wird jetzt Kostenvoranschläge von anderen Anbietern einholen und vergleichen...
Es ist relativ normal, daß die KK erst mal nichts wissen will. Der Antrag sollte dennoch normal gemacht werden. Bei einer Ablehnung (schriftlicher Bescheid) kann man (schriftlich) Widerspruch einlegen. Dr. Hoffmann hilft einem dabei, wenn man ihn darum bittet.

Bei welcher KK bist Du denn versichert?
Eine Frage habe ich vergessen zu stellen: Gibt es Unterschiede zwischen Korsett und Nachtkorsett? Auf dem Rezept stand jedenfalls nichts von "Nacht". Oder ist es einfach eine Frage der Tragezeit?
Rahmouni macht da keinen Unterschied, d.h. die Korsette haben keine unterschiedliche Beschaffenheit.

VG, Anne
Ausgewachsen und trotzdem korrigierendes Korsett? - Na klar!

Letzter Korsett-Thread: viewtopic.php?t=20971 • Reha in Bad Salzungen: viewtopic.php?f=9&t=10543 • Hypermobilität: viewtopic.php?f=4&t=21414

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Re: Mein Termin bei Dr. Hoffmann - 50° Hyperkyphose

Beitrag von socke »

SchwarzeSchnecke hat geschrieben: Wurde eine mögliche Ursache genannt?
Ein Wachstumsschub in der Jugend, bei dem der passive Bewegungsapparat nicht mit der Wirbelsäule gleichgezogen hat. Schmerzverschlechterung durch einen Unfall.
- Krankengymnastik mit Fokus auf Dehnung/Lockerung(+Rezept und weitere Rezepte wird er mir ebenfalls ausstellen)
Du kannst dennoch gleich einen Schroth-Therapeuten aufsuchen. (Würde ich empfehlen.) Es gibt auch Schroth-Übungen, die vorrangig zur Dehnung sind.
Mein Physio ist glücklicherweise auch Schroth-Therapeut (Hat in Sobi seine Fortbildung gemacht) und behandelt sogar vorrangig Wirbelsäulendeformitäten. Haben jetzt abgemacht, bei jedem Termin 1 Schroth-Übung zu lernen bzw eine erlernte Übung zu überprüfen. Er ist aber auch der Meinung, dass eine Reha früher oder später stattfinden muss, um es wirklich zu lernen.
An Deiner Stelle würde ich es am Anfang lieber tagsüber für einige Stunden tragen und es mit dem nächtlichen Tragen erst dann versuchen, wenn das klappt. Den meisten fällt es auf diese Weise nämlich leichter, sich daran zu gewöhnen. Auch ist es empfehlenswert, das Korsett am Anfang nicht so eng zu machen.
So werde ich es halten. Ist zwar nen Versuch wert, aber denke mal direkt darin schlafen wird nicht funktionieren.
Dr. Hoffmann wies nachdrücklich daraufhin, dass mit dem Korsett eine zügige Beschwerdelinderung erreicht werden kann. Erklärtes (und zu erwartendes) Ziel wäre Beschwerdefreiheit. Dass ich es dafür nur nachts tragen soll/muss, hat mich natürlich angenehm überrascht.

>>>>Ich würde mich nicht darauf verlassen, daß das genügt. Ich selber war erst nach etwas mehr als einem Jahr soweit, daß ich es nur noch nachts benötigte. (Inzwischen kann ich es auch mal 1-2 Nächte auslassen, ohne daß meine Kyphoseschmerzen wiederkommen - vorausgesetzt, ich verhalte mich tagsüber einigermaßen rückengerecht.)
Ob es exakt so sein wird weiss wohl keiner, aber es zeigt zumindest seine Zuversicht. Wenn ich es häufiger Tragen muss, werde ich das wohl auch tun.
Bei welcher KK bist Du denn versichert?
Das Problem hat sich mittlerweile fast erledigt, mit den entsprechenden Anträgen kriege ich es wohl ersetzt. Die müssen nur noch geschrieben und dann auch hoffentlich durchgewunken werden.

Lieben Gruß und Danke euch für die Antworten!
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