Verständnisfrage

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
Antworten
stricky567

Verständnisfrage

Beitrag von stricky567 »

Ist es eigentlich überhaupt möglich, die Wirbelsäule bei Morbus Scheuermann, ohne dauernde Muskelkraft gerade zu halten? Weil ich mein, sobald man keine Muskelkraft mehr einsetzt, sinkt die Wirbelsäule, egal, wie man sich auch vorher angestrengt hat, wieder in die ''Normalposition'' zurück, oder?

Und noch was, ist eigentlich in der nahen Zukunft, mit einer neuen operativen Korrektur, neben der Versteifung zu rechnen?
Benutzeravatar
BZebra
Profi
Profi
Beiträge: 4915
Registriert: Mo, 20.05.2002 - 15:06

Re: Verständnisfrage

Beitrag von BZebra »

stricky567 hat geschrieben:egal, wie man sich auch vorher angestrengt hat, wieder in die ''Normalposition'' zurück, oder?
Die Fehlhaltung der Normalposition setzt sich durch einen fixierten Anteil und einen nicht fixierten Anteil zusammen. Der nicht fixierte Anteil kann praktisch auf Null minimiert werden, wenn du Schroth in den Alltag einbaust, es also zur Gewohnheit werden lässt. Das ist eigentlich auch das Ziel von Schroth, dass du es so weit es möglich ist verinnerlichst und am Ende garnicht mehr darüber nachdenkst.
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15281
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Offenbar meinst Du einen ausgelösten Rundrücken, der nicht so ohne weiteres nur durch "normale" Muskelkraft in Normalstellung gebracht werden kann.

Das hängt natürlich von dem Winkel, der Flexibilität, Keilwirbel und nicht zuletzt vom Alter ab. (Kinder, Jugendliche oder Erwachsene)

Dazu kommt die Situation, ob mit Korsett und/oder Schroth behandelt wird. Die Korsett- Korrektur setzt an den Strukturen der Muskeln, Sehnen und Bänder an, Schroth unterstützt dabei und baut zusätzlich die Muskeln auf. Dieses Zusammenspiel ist wichtig, damit Korrekturen stabilisiert werden.

Damit ist dann immer weniger normale Muskelkraft nötig, um mehr oder weniger in die Richtung einer Normalstellung zu kommen und das auch leicht zu halten.
Kinder und Jugendliche können das gut erreichen, Erwachsene nicht mehr so gut.
Gerade bei Erwachsenen ist die stabilisierende Komponente (Schroth, aber auch angepasstes Fitnesstraining) ein Problem-Faktor.
Im Gegensatz zu Jugendlichen gibt es hier sozusagen ein Open End.

Man muss entweder ständig ein Korsett tragen oder die erreichte Korrektur durch Schroth ständig stabilisieren, um z.Bsp. auch mal längere Zeit ohne Korsett auszukommen. Oder ständig nur Schroth machen, um einigermassen stabil zu bleiben.

Oder "Power Korsett-Träger mit Power-Schroth" und zusätzlichem Krafttraining, um auch bei Erwachsenen an die Normalstellung zu kommen.
Das hat noch keiner erreicht, weil in dieser Kombination die Aktivitäten schnell nachlassen können.
Aber einige scheinen das zu testen, fragt sich nur, wielange. :)

Gruss
Klaus
Antworten